Hallo Uriger,
der Begriff "Zähigkeit" ist gar nicht falsch. Beschreiben doch diese Begriffe das Verhalten von Mineralen bei Einwirkung von Mechanischer Beanspruchung wie z. B. Druck. Man verwendet bei Mineralen meist die Begriffe Elastizität oder Plastizität. Auch gebräuchlich ist Tenazität.
Abhängig ist das Verhalten von den Gittereigenschaften des Stoffes, der Temperatur usw.
Die Frage, welcher "Edelstein" am wenigsten spröde, also am zähesten ist, ist schwer zu beantworten, denn man müsste sich zunächst einigen, was zu den Edelsteinen zählt. Edelstein ist ja kein genormter Begriff mit zugehöriger Mineralliste, es ist vielmehr ein Qualitätsanspruch, welcher willkürlich und subjektiv festzulegen ist. Besser gesagt: man muss sich auf eine Auswahl an Mineralen einigen.
Dann müsste man sich als nächstes die Elastizitätsmodule dieser Minerale anschauen. Je niedriger das Elastizitätsmodul, desto spröder ist normalerweise das Mineral. Da allerdings die meisten Edelsteine nicht mit einer Stahlnadel ritzbar sind, weil zu hart, kann man die Sprödigkeit (= Splitterverhalten beim Ritzen) bei solchen nicht prüfen. Wenn aber Elastizitätsmodule verfügbar sind, kann man meist Rückschlüsse auf die Zähigkeit und damit in etwa auf die Sprödigkeit ziehen.
Die Plastizität dürfte im Zusammenhang mit Edelsteinen keine Rolle spielen, denn plastische Verformbarkeit (=dauerhafte Änderung der Form nach Druckeinwirkung) ist bei Edelsteinen nicht erwünscht und somit nicht anzutreffen.
Glück Auf
Uwe