Hallo liebe Kollegen!
Ein großes Fragezeichen in meiner Sammlung muss ich hier mal "von hinten" aufrollen - ich glaube, die richtige Bestimmung zu haben, bin mir aber über den Fundort nicht ganz im Klaren. Konkret: Die abgebildete Platte, ein Massenvorkommen von Fischen, habe ich vor einiger Zeit von einem Sammler erhalten, der sie wiederum vom Finder erhalten hatte. Als Fundort war "Weinheim" (Baden-Württemberg) angegeben. Ich bin mir bei der genauen stratigraphischen/alterstechnischen Zuordnung unsicher, und auch der Vorbesitzer konnte dazu keinerlei Angaben machen. Vielleicht hat ja hier jemand eine begründete Vermutung oder kann sogar Hinweise zum genauen Fundort geben?
Die Fische waren ursprünglich vollständig erhalten (wurden aber leider durch Verwitterung stark in Mitleidenschaft gezogen) und liegen in mehreren Lagen direkt übereinander. Das Vorkommen von Individuen verschiedenster Größe lässt auf ein Massensterben durch Umwelteinflüsse schließen, das alle Fische des Gewässers gleichermaßen betraf. Die hohe Fossildichte spricht für einen isolierten Rückzugsraum. Am wahrscheinlichsten ist die Deutung als Massensterben in Folge des Austrocknens eines abgeschnittenen Gewässers. Einige besser erhaltene Fischreste habe ich auf Grund von Rumpfform und Flossenstellung in die Gattung Paralepidotus eingeordnet.
Die Lithologie der Matrix - dolomitischer, leicht bituminöser, fein laminierter Kalkstein - erinnert mich stark an Unteren Keuper (der Grund, warum das Stück überhaupt in meine Sammlung gewandert ist). Sofern die Bestimmung korrekt ist, spräche auch das für triassisches Alter, zusammen mit dem vermuteten Ablagerungsraum in einem eher heißen und trockenen Klima. Auf den ersten Blick gibt es große fazielle Ähnlichkeiten zu der berühmten Fischlagerstätte im Hauptdolomit (Nor) des Wiestals bei Hallein.
Also, falls jemand einen entsprechenden Aufschluss/Steinbruch in der näheren oder weiteren Umgebung von Weinheim kennt wäre ich über eine Info dankbar!