Fossilien / Fossils / Fósiles > Spurenfossilien (Ichnofossilien) / Trace fossils
Ein paar Fragen zu einem Fund... / Trias
Helicat135:
Hey!
Habe auf meiner gestrigen Steinbruchtour eine interessante Stufe mit Wurmgängen gefunden.
Frage 1: wie kann sowas entstehen? Also, warum sind die Löcher noch völlig frei von Sediment und Mineralien? Ich dachte immer, dass Fossilien nur entstehen, wenn sich darüber anderes Sediment ablagert?
Frage2: von was für Würmchen stammen die Löcher wohl? Kennt sich da jemand aus?
Frage 3: Kann mir einer eine ungefähre Epoche geben, wann das ganze entstanden sein mag?
(andere Funde vom gleichen Ort siehe Beitrag "Schleifen?...")
Danke :-*
Helicat135:
Noch ein Bild...
Geomaxx:
Hi Caterina,
die Hohlräume in den Mergeln waren ursprünglich wohl mit Pyrit- oder Toneisenstein-Konkretionen ausgefüllt, sind jedoch im Laufe der Zeit der Verwitterung und Herauslösung zum Opfer gefallen. Zurück bleiben die Löcher. Sie stammen also nicht von Würmern. Es gibt allerdings auch fossile Wurmbauten z.B. in Tonsteinen, dort haben sich die Wurmlöcher (Fressgänge) dann mit feinem Sand zugesetzt (Sand aus der Wurmkacke und eingespültes Sediment). Rezente Beispiele für solche Wurmbauten kannst Du am Wattenmeer beobachten. Ähnliche Löcher stellen bestimmte Krabben- und Krebsarten her, auch hiervon gibt es fossile Beispiele.
Glück Auf!
GEOMAXX
Helicat135:
Hi und danke für die Antwort. Bist Du sicher, dass es keine Gänge sein können? Von der Lage her sehen die halt danach aus. Gehen teilweise auch waagerecht durch den Stein und sind obenauf erhaben, wie kleine Vulkane.
triassammler:
Pforzheim... Muschelkalk! Da gibt es auch Hartgründe mit Bohrspuren und Grabgänge in ehemals semiplastischen Sedimenten. Oft wurde das ganze mit feinem Tonschlamm überdeckt und die Gänge damit verfüllt, der dann während der Diagenese zu weichem Tonstein wurde und im Aufschluss ziemlich zügig wieder abwittert, so dass die ursprünglichen Löcher wieder zu sehen sind. Es gibt diverse Typen von Bauten und Grabgängen, Wohnröhren etc., von den verschiedensten Verursachern. Dazu kommt, dass auch noch die Konsistenz des Sediments den Verursacher dazu zwingen kann, sein Grundmuster beim Graben zu modifizieren. Im Ergebnis gibt es ein Dickicht von Spurengattungen und -arten, zu denen man fast immer den Verursacher nicht kennt (gerade weiche Würmchen und andere völlig Panzerlose mussten sich ja im Sediment verstecken, und von denen bleibt fossil so gut wie nie etwas übrig). Ein mehr als umfassendes Selbststudium ermöglicht Schlirf, H. (2005): Revision and description of Keuper (Middle Ladinian to Rhaetian) invertebrate trace fossils from the southern part of the Germanic Basin and studies of related material. - 300 p., 135 fig., 5 tab.; Diss. Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Kann Dir gerne ne Kopie davon zukommen lassen.
Kollege "Loddah" hier im Forum ist absoluter Crack auf dem Gebiet der Spurenfossilien. Mach ihn doch mal auf Dein Stück aufmerksam.
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