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Unsachgemässer Umgang mit radioaktiven Material ?

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joachimotto:
Naja, ich habe mir auch gerade erst ein paar schöne U-Circite gekauft um sie mir ins Jghurt zu bröckeln. Sicher, ein Hinweis auf die Radioaktivität ist Sinnvoll, aber man lebt nicht gleich in Tschernobyl wenn man sich da ein paar Krümel kauft. Man muss das mal in den richtigen Relationen sehen. Im Erzgebirge haben die Leute Jahrelang ohne irgendwelchen Schutz Uran abgebaut. Und was passiert wenn man U-Erz sprengt, dann mit Baggern in die Loren schaufelt und dann hoch bringt? Staub! Viel Staub! Sicher, viele sind gestorben, viele krank geworden. Aber welche Mengen Staub haben die eingeatmet? Soviel kann doch von so ein paar Stüfchen garnicht abgehen. Ich denke das die Angst davor viel Krebserregender ist. Manche haben wohl soviel Angst davor, das sie vor lauter Angst Magengeschwüre krigen.
Man könnte ja spasseshalber mal mit nem Geigerzähler testen. Dann könnte rauskommen, das die Granitterrasse viel mehr Strahlt als das so extrem gefährliche Uranstüfchen (hatten wir das nicht gerade hier?).

berthold:
Hallo,

wir hatten das Thema schon öfters. Der Punkt ist: Gefahren sind vorhanden, die gilt es durch richtigen Umgang zu minimieren. Und da gebe ich Helicat135 Recht: Händler müssen hier auf die Gefahren hinweisen und deutlich kennzeichnen, ohne "wenn und aber". Händler dürfen solche Mineralien auf Börsen auch nicht ungeschützt rumwerfen und dürfen die nicht an Leute verkaufen, bei denen sachkundiger Umgang nicht vorausgesetzt werden kann (z.B. Kinder).

Begründung:
Peckblende beispielsweise ist ein Gefahrenstoff, der nach  EU- Recht (siehe 1):
mit dem Symbolden für   Sehr giftig    Umweltgefährlich   und  Radioaktiv zu kennzeichnen ist. Die Risiko-Sätze sind:

- Sehr giftig beim Einatmen und Verschlucken
- Gefahr kumulativer Wirkungen
- Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben

Die Sicherheitssätze sind:

- Unter Verschluß und für Kinder unzugänglich aufbewahren
- Bei der Arbeit nicht essen, trinken, rauchen
- Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich dieses Etikett vorzeigen)
- Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen

Derzeit ist der Mineralienhandel mit radioaktiven Stoffen eine (schwer kontrollierbare) Grauzone, denn nach 2)  kann auch der Umgang (und da fällt auch der Handel drunter) mit anderen radioaktiven Stoffen (als Kernbrennstoffen) ohne Genehmigung eine Straftat darstellen und zwar wenn ein grob pflichtwidriger Umgang vorliegt und wenn Art, Menge oder Beschaffenheit des Stoffes geeignet sind, durch die Strahlung den Tod oder schwere Gesundheitsschäden eines anderen hervorzurufen. Wer als aufbewahrt (auch sammelt !), befördert, bearbeitet, verarbeitet, einführt, ausführt oder handelt darf nicht grob pflichtwidrig handeln. Nichtbeschilderung (also kein Warnhinweis) würde ich aus meinem Rechtsgefühl heraus als  grob pflichtwidrig ansehen, ebenso sehe ich, dass die Art, Menge und Beschaffenheit z.B. von einer Uranglimmerstufe bei unsachgemässem Umgang zu schweren Gesundheitsschäden führen kann (auch wenn nicht in Joghurt eingebröselt).

Der Vergleich mit der Granitterrasse hinkt.  Ich habe es schon mehrfach geschrieben, Uranglimmer nie nass reinigen, da entsteht lungengängiger Uranglimmer-Staub, bei der Granitterrasse sehe ich da kein Problem.

Gruß
Berthold

1) Richtlinie 98/98/EG der Kommission vom 15. Dezember 1998 zur fünfundzwanzigsten Anpassung der Richtlinie 67/548/EWG des Rates zur Angleichung der Rechts - und Verwaltungsvorschriften für die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe an den technischen Fortschritt
2) § 328 Abs. 1 Nr. 2 StGB

Krizu:
Hallo,

vielleicht sollten wir hochradioaktiv in der Diskussion streichen.
Es handelt sich um Natururan in Verbindungen.

Hochradioaktiv ist in meinen Augen etwas anders, z.B. Co60, Radium etc.

Das heisst jetzt nicht, dass man das Zeug einatmen soll, aber doch bitte die Kirche im Dorf lassen.
Die Mineralien leuchten nicht blau unter Wasser!

Mfg

Frank

Klinoklas:
Es geht doch nicht um Verteufelung. Hier gab es solche Themen doch schon öfters.
Aber eine richtige Kennzeichnung radioaktiven Materials egal welcher Stärke ist meiner Meinung nach ein Muss.

Mineralium macht es da sehr gut. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen und das Bild wird mit dem Symbol für
Radioaktivität versehen.

Es gibt Sammler die sich darauf spezialisiert haben radioaktive Mineralien zusammeln.
Ich habe trotz ihrer Farbpracht bisher darauf verzichtet sie in meine Sammlung aufzunehmen.
Mir und da bin ich bestimmt nicht der einzige ist nunmal nicht ganz wohl bei der Sache.
Ob sie jemand sammelt oder nicht muss jeder selber wissen.

Bei einem Verkauf muss aber darauf hingewiesen werden.

Gruß
René

caliastos:
also an sich sollte schon darauf hingewiesen werden. problem bei messen und börsen ist aber, daß auch händler anderer länder da sind, bei denen das nicht so genau im land gesehen wird. die werden sicher auch nicht im vorfeld alle tausend deutsche gesetze (immerhin 70% der weltgesetze) durchgesehen haben.

insofern "muß" auch der sammler seinen teil beitragen. wenn man radioaktiv nun brav kennzeichnet, was ist dann mit den ganzen anderen mineralen, die entweder giftig sind, oder wie asbest lungengängig? die sind auch nie gekennzeichnet. ist halt so, ohne eigenverantwortung geht das eben nicht. immer sind es andere, die aufpassen sollen, aber nie man selber. wird zeit davon wegzukommen. die andern passen nicht auf, deshalb muß man das selber tun.

und so eng würde ich das mit der strahlung der kleinstufen auch nicht sehen. schon mal bedacht wie viel natürliche strahlung manche menschen abbekommen? insbesondere die, die auf granit gebaut haben? das ist schon enorm. oder wenn wer nicht so oft lüftet; die radonkonzentration ist da auch gewaltig. dann haben wir noch die ganzen arbeitsunterlagen/werkzeuge aus granit in der küche. da tickert der zähler auch nicht schlecht. diese alltagsstrahlung ist dabei meist größer als die, die von solchen uranstüfchen ausgeht. also mal nicht übertreiben.
wem es zu heikel ist, der lasse das mit diesen stufen, wie auch ich. doch man bedenke: auch andere stufen können strahlen, sofern sich einer strahlenquelle ausgesetzt waren.
lucken
die gefahr der kleinstufen beruht an sich vorwiegend am staub und dem verschlucken. hmm, und wie war das noch? ach ja, mal sollte generell keine minerale/steine verschlucken, oder gesteinsstaub einatmen. (schon mal bedacht daß mehr menschen an silikose und co sterben als an strahlenschäden?)

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