Hallo,
@Reinhold: Schlackenproben aus Neuenbürg würden mich durchaus auch interessieren. Beschäftige mich mit der Mineralogie, Geologie, Biologie, Geographie, Archäologie etc. des Schwarzwaldes und Kaiserstuhls.
Zu den Schlacken: Da hat der Uwe Kolitsch schon Recht. In der Regel ist Rennofenschlacke ein Gemisch aus Fayalith, Wüstit und Magnetit, allerdings gibt es durchaus auch glasigere Schlacken (die wohl auf hohe Quarzanteile im Ausgangserz zurückzuführen sind), die sind jedenfalls nicht magnetisch. Habe da bereits eine ganze Menge Proben von Joldelund unter dem Mikroskop gehabt. Wüstit und Magnetit treten erst unter dem Erz- oder Elektronenmikroskop deutlicher hervor, da sehr klein und recht unscheinbar. Dafür haften recht magnetitreiche Schlacken am Magneten.
Leider sind Eisenschlacken im Gegensatz zu Kupferschlacken recht artenarm an Sekundärbildungen. Häufigstes Mineral (ich kann im Moment nur für Joldelund sprechen) sind Eisenhydroxide (Limonit im weitesten Sinne, tw. Goethit, Akaganeit), tw. pseudomorph nach tafeligen xx, die wohl Ferrihydrit waren. Dann folgt der Vivianit als schönstes und meist einzig wirklich sammelnswertes Sekundärmineral, Teilweise im Übergang zu Metavivianit und dann Santabarbarait. Diese Minerale sind grundsätzlich auch von Neuenbürg zu erwarten. Dazu kommt noch Baryt (der auch von Joldelund aus Schlacken bekannt ist). Evtl. ist auch mit dem Vorkommen sek. Manganminerale zu rechnen.
Das Problem mit der Suche nach keltischen Bergbauspuren: In der Regel wurde damals Bergbau auf Eisenerze in flachen Pingen und Tagschürfen betrieben, genau wie im Mittelalter (und auch von den Römern). Solange keine eindeutig datierbaren Funde (Holzkohlereste, Keramik, Werkzeuge, Gebeine etc.) aus einer solchen Pinge, deren es im Schwarzwald allein tausende gibt, existieren, wirds schwer mit der Zuordnung. So mag so mancher Schurf in Wahrheit keltischen Ursprungs sein.
Gerade im Bereich des Klettgaues, der westlichen schwäbischen Alb und auch im Oberrheingebiet gibt es ausgededehnte Eisenlager. Diese gehören dem Dogger (Braunjura) und dem Eozän (sog. Bohnerzformation) an, die u.a. auch im Gebiet Kandern abgebaut wurde. Die Spuren des Bergbaus in diesen Gebieten sind z.T. von vor sicher 1600-1800 Jahren bis ins 19./20. Jhd. reichend. Die Anfänge reichen jedoch viel weiter. Neolithischer Hämatitbergbau (zur Herstellung von Farbe, Rötel) existierten bei Bad Sulzburg und Münsterhalden, Hornstein vom Isteiner Klotz wurde als Material für Flintwerkzeuge verwendet.
Glück Auf!
Smoeller