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einfach was zum Träumen

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caliastos:
meine ich auch. immerhin hat nicht jeder quasi neben der haustür "die" fundstelle für sich oder bereits mal stufen gefunden, die sich für sammlungen eignen. zwar sind selbstgefundene stufen toll, aber immer auch bedenken, daß viele einfach nicht die möglichkeit haben einfach mal so jedes wochenende zum sammeln zu fahren. und bei einem ausflug alle 2 monate vielleicht in 4h zeit was zu finden ist auch nicht realistisch. da denkt man gerne: "hmm... tolle sammlung, aber ohne eigenfunde = witzlos". man kommt sich da einfach immer von oben hochnäsig und herablassend schief angeschaut vor.

wenn ich bedenke, daß ich gerade mal 3 wirkliche eigenfunde habe, dann ist das schon etwas ärgerlich.

paar ötztaler granate (nichts besonderes) von einer uni-exkursion
ein kittenreiner fluoritgangstück mit zwei fluoritoktaedernn und quarzkristallen (im wettbewerb 07 ganzjährig zu sehen), allerdings nicht sehr spektakulär
und einen calcitdrilling, den ich mit 10 fast ins wasser geworfen hätte und der der einstieg in die steine war, als der in einer hergekarrten uferbefestigung lag

von den 3 stücken würde wohl bestenfalls der calcitdrilling etwas anerkennung finden können, der rest, naja, wohl kaum.

also nicht einfach immer so die eigenfunde in den vorraum stellen. stolz sein ja, angeben nein. frustriert sonst nur.

uwe:
Ich bin der Meinung, daß es sich hier um ein grundsätzliches Problem handelt bzw. es ist festzustellen, daß es bei unserem Hobby zwei total unterschiedliche Zweige gibt.

Es ist natürlich durchaus legitim, wenn man sich eine Sammlung aus gekauften Top-Stufen aufbaut und seine Zeit zum Geldverdienen nützt, um sich diese Stufen leisten zu können. Millionenschwere Kunstsammler malen die Bilder Ihrer Galerien ja schießlich auch nicht selber.

Wenn ich allerding das Geld für den Kraftstoff, welcher durch Exkursionen drauf gegangen ist, gespart hätte, wäre es mir seit 1989 schon möglich gewesen, jedes Jahr eine Topstufe für das eingesparte Geld zu kaufen. Ich hätte dann heute eine Vitrine mit fast 20 eye-catchern, wie man so schön im Deutschen sagt. Damit wäre ich aber bestimmt nicht glücklich.

Ich, und bestimmt viele andere, sammeln dagegen lieber selbst und nehmen in Kauf, eben kaum Stufen zu finden, die anderen ein Staunen abringen. In den ca. 40 Jahren, die ich nun sammle sind die selbstgefundenen, wirklich guten Stufen an den Fingern beider Hände abzuzählen. Keinen Frage, die oben gezeigten Stufen sind eine Augenweide und ich schaue mir diese schon gern an - allerdings ohne Neid. Meine Eigenfunde, auch wenn diese im Mikro- oder Kleinstufenbereich liegen, sind mir lieber. Da hängen schöne Momente des Lebens dran.

Also Caliasto, versuche mal, Dich für Mikromounts zu begeistern. Auf diesem Gebiet kannst Du in den 4 Stunden einer Exkursion jede Menge finden. Außerdem bist Du an der  frischen Luft.

Gruß
Uwe

minuwe:
Hallo,

obwohl ich 95 % selber sammle muss ich sagen, es ist eigentlich egal, wie man an die Mineralien kommt, solange man zufrieden ist. Da liegen nun mal bei jedem die Prioritäten anders.

Das Selbstsammeln hat auch Schattenseiten: Anfahrtswege bedeuten hohen Energieverbrauch, hoher Zeiteinsatz ist die Kehrseite zum Aufenthalt in der Natur, das Problem der sicheren Bestimmerei besonders bei Kleinststufen bedeutet  Aufwand an Gerät und Platz, viel Arbeit mit dem Aufbereiten des sich ansammelnden Materials. Letztes Jahr sind zum Beispiel bei mir locker 40 Kartons Material zusammen gekommen, fast ausschließlich Material von bearbeiteten Fundstellen wie Baustellen, Halden, Steinbrüchen, wo das Material so schnell aufbereitet wird, dass man mit Wegtragen nicht nachkommt. Das Vorsortieren am Fundort ist nur bis zum gewissen Grad sinnvoll . Kompromisse bei der Qualität der Stücke. Bevor davon die brauchbaren 10% in der Sammlung landen, bedarf es vieler Arbeit.

Kaufen heißt neben dem Verzicht auf das Sammelerlebnis halt gezielte Anschaffung der Stücke ohne großen Nebenaufwand, für viele Sammler die einzige Möglichkeit. Will man die Vorteile vom Sammeln und Kaufen vereinen, kann man zum Beispiel die Fundstelle besuchen und die Mineralien dazu kaufen.

Glück Auf
Uwe

Tobi:
Naja, über dieses Thema kann man bestimmt lange und ohne Einigung diskutieren, was aber auch nicht schlimm ist, da jeder die Sammelphilosophie leben sollte, die er für die beste hält. Und da ich einfach die sog. "Eyecatcher" mag, muss ich nun mal darauf zurückgreifen, Stufen zu erwerben, da ich, was Ausrüstung, Erfahrung und geographische Lage angeht, einfach keine Chance habe, optisch dermaßen ansprechende Stufen zu finden, die es wert sind, in einer Schauvitrine zu stehen. Ich bin ja auch z.B. stolz darauf, dass ich hier in der Nähe mehrfach Olivinkristalle gefunden habe, die für dieses Mineral und für europäische Verhältnisse zwar nahezu spektakulär sind, aber deswegen trotzdem noch keine "Schaustufen" sind.

Außerdem: Da zu meinen Lieblingsmineralien z.B. Fluorite, Calcite u.a. Mineralien aus aller Welt gehören, habe ich gar keine Möglichkeit, diese selbst zu sammeln. Ich kann ja nicht einfach an einem Tag nach Brasilien, am nächsten in die USA und am übernachsten nach Mexiko fliegen und da spektakuläre Stufen aus dem Stein klopfen. Wenn ich hübsche Mineralien aus aller Welt in meiner Sammlung haben möchte, dann habe ich z.T. gar keine andere Wahl, als die Stufen zu kaufen.

Ein weiterer Aspekt sind Mineralien aus klassischen Lagerstätten, die ausgebeutet und/oder geschlossen sind, dort kann man sich auch nicht einfach selbst bedienen, sondern muss die entsprechenden Stufen aus dem Handel beziehen.

Und wie auch Uwe als einer der Kritiker dieser Art es Sammelns zugegeben hat, sammelt ein Kunstliebhaber ja auch die Werke diverser Künstler und keine eigenen Gemälde. Und genauso kann ich mich sehr gut an den Schätzen der Erde erfreuen, auch wenn nicht ich, sondern andere Leute sie gefunden und geborgen haben.

Gruß

caliastos:
@uwe

na mikromounts sind ja nicht schlecht, sofern man das geld für ein ordentliches mikroskop zusammenbekommt.

nur auch mikromounts muß man erst mal finden können. ob groß- oder kleinststufe ist ja egal, aber wenn man einfach nicht sammeln kann macht das keinen unterschied. dann gibt es ja immer noch die differenz kauf zu eigenfund. was ich halt störend finde ist daß dies irgendwie so nach 2-klassen aussieht. die, die selber sammeln und die, die kaufen, wobei die, die kaufen mehr herablassend angesehen werden. könnte ich wählen, dann eigenfund. lange genug suchen und man findet seine stufe.
dabei gehe ich von folgendem prinzip aus: auf manchen uni-exkursionen hies es öfters mal, daß mineral xy hier vorkommen soll, allerdings nur ganz selten. dann war es aufgabe genau dieses zu finden. bislang war dann ich immer der einzige, der's fand, also warum nicht mal länger suchen? sollte an sich schon ab und an was gutes bei sein. klappt auch bei der auswahl an achatrohmaterial.
aber suchen würde ich ja gerne öfters. aber auch auf exkursion kommt man nicht so zum suchen. ich habe da nächste woche in freiberg eine untertagekartierung im silberbergwerk + umgebungsexkursion. und ich seh jetzt schon, daß man nirgends wird was mitnehmen können.

@minuwe

oder man legt sich auf gewisse kriterien fest optisches erscheinungsbild, mineralrt/klasse, formen usw. aber kauf + sammeln zusammen gefällt mir persönlich am besten.

@tobi

stimmt, wenn man nicht reginal, sondern weltweit sammelt kommt man um kauf nicht herum. so spart man sich reisekosten, fracht, bürokratie und ist nicht gefährdet sich krankheiten oder kugeln einzufangen.


fazit: keine sammelweise ist schlechter als die andere. einziger unterschied ist die präsentation. da ist aufgelockert doch ein wenig besser als vollgestopft.


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