Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals

Welche Farbe gibt es bei Mineralien am seltensten?

<< < (6/6)

Schluchti:
Die Gelbfärbung des Ettringit könnte auch durch Chrom verursacht sein:

238. IDENTIFICATION OF PRECIPITATES IN A Cr(VI)-CONTAMINATED CONCRETE. Carl D. Palmer, Environmental Science and Resources, Portland State University, Portland, OR 97207.

A sample of Cr(VI)-contaminated concrete from a former hard-chrome plating shop was examined to identify Cr(VI)-precipitates. Scanning electron microscopy revealed the presence of long, thin crystals varying from white to bright yellow. The crystals were typically 10 to 20 times longer than their width. Energy dispersive x-ray spectroscopy indicate that particles are Ca-Al-S-Cr. The morphology, chemistry, and environment of formation suggest that the particles are from the ettringite group. The yellow color is from the substitution of CrO42- for SO42- in the structure so the phase has a general formula of Ca6Al2(SXCr1-XO4)2(OH)12·26H2O. Some of these ettringite crystals appear to be imbedded in a Ca-Si matrix. Identification of the ettringite phase was confirmed through transmission electron microscopy (TEM) using selected area diffraction (SAD) and convergent beam electron diffraction (CBED). Ca(OH)2 (portlandite) and a crystalline Ca-Si phase were also observed with TEM. Cr substitution may also occur in the Ca-Si phase.

Quelle: http://chem.pdx.edu/~wamserc/NORM99/papers.htm

berthold:
Hallo,


--- Zitat ---daher wird weißes Sonnenlicht (alle 6 Spektralfarben)
--- Ende Zitat ---

Wie, nur 6 Spektralfarben? Jede Wellenlänge des Lichts von ungefähr 380 bis 750 nm bildet eine Spektralfarbe (genaugenommen gibt es also unendlich viele Spektralfarben).

Die Frage nach der Häufigkeit von Farben bei Mineralien könnte man auf die gesamte Natur ausdehnen. Ein Blick auf den Farbschuh (Normfarbtafel) http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:CIE-Normfarbtafel.png zeigt, dass bestimmte Farbbereiche (Grün) recht groß sind, andere Bereiche (blau) dagegen relativ klein sind. Wenn man von einer statistisch etwa gleich häufigen spektalen Auslöschung bestimmter Wellenlängenbereiche (durch absorbieren) ausgeht - ähh, dann müssten die entsprechenden Komplementärfarben diesen Häufigkeiten entsprechen. Oder liege ich da jetzt falsch?

Gruß
Berthold

smoeller:
Hallo,

@berthold: Wenn man es so sieht, hast du Recht. Die sichtbare Farbe ergibt sich aus den/der Komplementärfarbe(n) der/des ausgelöschten Bereiches/Bereichen.

Nun ist es aber in den Mineralen so, dass insbesondere zwei Arten von Farberzeugern eine Rolle spielen: Charge-Transfer-Übergänge und sog. d-d-Übergänge in Metallionen. Jedes färbende Element hat je nach Wertigkeit und Umgebung (Ligandenfeld/Kristallfeld) charakteristische Absorptionsbanden. Chrom-III färbt sehr häufig entweder rot oder grün (Smaragd, Rubin). Auch der Alexandriteffekt beim Chrysoberyll basiert auf diesem Chrom-III. Sonnenlicht hat eine andere Energieverteilung der Photonen als Kunstlicht, so dass andere Banden angeregt werden. Aus grün wird rot.

Das Thema ist nicht leicht zu verstehen. Habe im Hauptstudium anorganische Chemie als Nebenfach gewählt und daher ein wenig Einsicht in das Thema erhalten. Wenns interessant ist: Habe sonst ein Word-Dokument vom Praktikum über Komplexchemie. Da ist auch was zur Ligandenfeldtheorie drin.

Glück Auf!
Smoeller

minuwe:
Hallo smoeller und Schluchti,

danke für die Erläuterungen zu Ettringit usw. Den empfohlenen Nachweis werde ich gleich als erstes machen, wenn ich das Chemiezeug wieder bereit habe. Der vermutliche Ettringit könnte durchaus durch den Chrom des Zementes gelb gefärbt sein. Wir werden sehen.

Auf der Halde 139 (Abraham) Lauta ist auch viel Eisensulfat (auf Limonit) anzutreffen. Der ist aber etwas dunkler gelb als das Mineral auf dem Beton.

Glück Auf
Uwe

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln