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Welche Farbe gibt es bei Mineralien am seltensten?

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uwe:
Ich denke richtig blaue Minerale sind am seltensten. Hierbei meine nicht Minerale, welche auch blau vorkommen, wie z.B. Fluorit oder Beryll, sondern solche, bei denen die eigentliche und ausschließliche Farbe blau ist, also z.B. Azurit, Linarit.

Gruß
Uwe 

Helicat135:
Genau das. Wie ensteht sowas eigentlich?

smoeller:
Hallo,

Zum Ettringit: Ettringite aus Beton sind oft farblos/weiß, ebenso aus Kalkxenolithen wie in der Eifel. Habe welche aus der Grube Clara, die durch Betoneinfluss entstanden sind. Ebenso sind es die in Schlacken vorkommenden meist. Bei gelben Mineralen in Beton? Könnte vieles sein, auch sekundäre Sulfate wie Copiapit.

Der Ettringit aus dem Kalahari-Manganfeld könnte durch Eisenoxid oder Mn2+ gefärbt sein. In der richtigen Koordination kann Mn2+ gelb un nicht rosa färben, z.B. Spessartin von Praborna/Italien.

Da wären wir schon beim Thema: Letztendlich sind es entweder Einschlüsse die färben oder aber Metallionen.

Schwermetalle wie Fe, Mn, Cu, V, Cr, U (und einige andere) sind für die kräftige Färbung vieler Minerale verantwortlich. Letztlich ist es so, dass diese als geladene Ionen in bestimmten Positionen im Gitter sitzen. Dabei hängt es sowohl von der Ladung der Ionen als auch von der Koordination ab. Letztlich entsteht Farbe dadurch, dass bestimmte Wellenlängen (im sichtbaren Bereich zwischen violett und rot) ausgelöscht werden, daher wird weißes Sonnenlicht (alle 6 Spektralfarben) danach in der Farbe den Kristall verlassen, die der Komplementärfarbe des ausgelöschten Wellenlängenbereiches entspricht. Die Auslöschung geschieht, weil Licht mit passender Wellenlänge absorbiert wird.

Glück Auf!
Smoeller 

minuwe:
@ smoeller: Copiapit- muss ich im Auge behalten. Ist allerdings keine Spur von Limonit dabei. Copiapit sollte als häufiges Eisensulfat hier ins Lexikon. Also ist die Gelbfärbung der Ettringgit xx hier im Lex. durch fremde Eisenionen verursacht.

Glück Auf
Uwe



smoeller:
Hallo,

@minuwe: Ettringit selbst ist jedenfalls farblos/weiß. Eisen oder Mangan kämen in Frage als färbende Ionen, da sie in der Gegend in Südafrika verbreitet sind.

Werde mal versuchen, ein Foto von Copiapit zu machen. Ist jedenfalls im Schwarzwald ein häufiges Eisensulfat, wenn nicht neben Melanterit das häufigste.

Testen kann man bei größerer Menge, indem man die Wasserlöslichkeit testet. Eisensulfat + Blutlaugensalz (Kaliumhexacyanoferrat) gibt dunkelblaue Tinte. Man muss je nach Wertgkeit des Eisens (II oder III) den Test entweder mit gelbem oder rotem Blutlaugensalz durchführen. Am besten beides in getrennten Gläsern mit jeweils einem Blutlaugensalz und dann einen Tropfen Sulfatlösung dazu. Dann weiss man, was für Sulfate in Frage kommen und hat gleich noch Eisen nachgewiesen.

Die tintenblaue Farbe kommt übrigens von den Charge-Transfer-Übergängen in dem gemischtvalenten Eisenkomplex Berliner Blau.

Glück Auf!
Smoeller

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