Glück auf,
Zu dem Thema habe ich im Aufschluss (2000, S.211) gelesen, dass "Gonderbacher Platten" eine Zwillingsform von Bleiglanz wären. Andere, ältere Literatur spricht von verzerrten Kristallen mit {111} Vormacht.
Verzerrt oder/und verzwillingt, das ist die Frage. Weiterhin, ob diese sonderbare Form durch Kristallisation oder Auflösungerscheinungen entstanden ist.
Letzteres ist mW sicherlich nicht maßgeblich. Es handelt sich um Kristallzwillinge mit Zwillingsebene (111), deren Habitus erheblich durch plattige Verzerrung, hier Dominanz von (111) und (-1-1-1) bestimmt wird.
Man beobachtet schon bei Galeniten hier und da rundliche, "geflossene" oder kavernöse Formen, auch bei diesen Zwillingen. Diese Erscheinungen können die Form etwas nachgestalten, genetisch maßgeblich ist das aber nicht. Sie sind auch nicht zwingend auf Auflösung zurückzuführen.
Was nun
reproduzierbar abgesichertes Wissen über Kristallkeimsituationen, Chemie des Mediums, Druck. Temperatur und evtl deren Verläufe angeht, habe ich leider keine Kenntniss diesbezüglicher Arbeiten.
Spaß: Gonderbacher Platten aus dem Autoklaven wären auch mal spannend...

Viele Grüße Uwe