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Autor Thema: unbekanntes, rotes Mineral / Hämatit  (Gelesen 8173 mal)

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Offline pogo

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unbekanntes, rotes Mineral / Hämatit
« am: 30 Mar 08, 21:19 »
Hallo Mineralienfreunde,

habe bei der letzten Suche im ostthüringer Diabas wieder ein Mineral entdeckt, das ich mit meinen Kenntnissen nicht bestimmen kann. Vielleicht könnt Ihr mir helfen?

Farbe: blass-rot
Untergrund: vermutlich Goethit (kugelige Aggregate) in Quarz
Kristallgröße: meist nicht größer als 25 µm
Kristallform: kann ich nicht erkennen

Trotz 40-facher Vergrößerung habe ich leider kein scharfes Bild hinbekommen können. Der rötliche Kristallbereich ist nicht größer als 2 mm. Die Kristalle sind scheinbar teilweise um das Goethit herumgewachsen und bilden dann dünne Säulen oder Schläuche.

Kann es sich bei dem Mineral um Lepidokrokit (Rubinglimmer) handeln?

Viele Grüße,
Jörg
« Letzte Änderung: 02 Apr 16, 01:14 von oliverOliver »

Offline minuwe

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #1 am: 30 Mar 08, 22:02 »
Hallo,

dürfte Siderogel sein, eine Goethit- Variante.

Glück Auf
Uwe

Offline -M-

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #2 am: 30 Mar 08, 23:08 »
Hallo,

der Beschreibung nach, und soweit man das auf den Bildern erkennen kann, würde ich doch eher auf
Lepidokrokit oder evtl. den sogenannten Fe- / Hämatit - Rahm tippen ( der ja gern mal dünne Belege über
allem Möglichen bildet )
Wenn´s Siderogel wär, würde man vermtl. eher ne typ. amorphe Konsistenz erkennen können.
( traubig-warzig, mit Glas- bis Harz-glanz )
Wenn´s Fe-rahm wär, müßte es sehr weich sein, und beim Berühren ziemlich leicht abfärben ( hellrötlich )
Lepidokrokit hat eher ´n etwas dunkler rötlichen Strich.

Gruß -M-

Offline Elsie

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #3 am: 30 Mar 08, 23:48 »
Siderogel würde ich auch ausschließen. Kenne es als sehr kompaktes, mehr amorphes Mineral. Eisenrahm ließe sich wahrscheinlich größtenteils mit Wasser abspülen. Lepidokrokit ist  beständiger.

Offline minuwe

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #4 am: 31 Mar 08, 01:05 »
Hallo Jörg,

da die Bilder tatsächlich etwas unscharf sind, vergleiche bitte mal mit den Bildern im Lex., vielleicht ist erkennbar, was ähnlicher deinem Stück ist. Lepidokrokit kenne ich meht als Aggregate feinster Blättchen, Siderogel mehr glasig, krustig.

Lepidokrokit: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Lepidokrokit
Siderogel:      http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Siderogel

Glück Auf
Uwe

Offline Haspelknecht

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #5 am: 31 Mar 08, 08:25 »
Hallo!

Sieht mir ganz stark nach Hämatit aus. Lepidokrokit hat normalerweise eine mehr braunrote Färbung. Wenn Mangan und Zink vorkommen, könnte es sich möglicherweise auch um Chalkophanit handeln. Siderogel kann man ausschließen.

Glück Auf!

Offline pogo

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #6 am: 31 Mar 08, 08:28 »
Hallo Uwe,

was ich so unter dem Mikroskop erkenne sind die Kristalle nicht plattig, wie aber Lepidokrokit meist beschrieben wird. Gegenüber den Beispielbildern im Lexikon sind meine Kristalle auch heller, die Farbe geht so leicht ins rosa (Beleuchtung kann aber auch etwas verfälschen).
Amorph, gelartig wie bei Siderogel würde ich sie auch nicht beschreiben.
Im gleichen Gestein ist auch Eisenrahm zu finden, der kommt nicht in Frage, wobei die Farbe besser passen würde als bei Lepidokrokit.

Ist es möglich, das einer der potentiellen Kandidaten in Quarz eingewachsen ist, so wie nebenan der Goethit?
Dagegen sprechen würde die doch erheblich geringere Kristallgröße.

Ich werde versuchen, noch ein aussagekräftigeres Foto zu bekommen.

Viele Grüße,
Jörg

Offline smoeller

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #7 am: 31 Mar 08, 08:59 »
Hallo,

Dürfte Hämatit sein. Hämatit ist auf Klüften kein so seltenes Mineral. Eisenrahm stimmt genau, sollte dann rot abfärben.

Glück Auf!
Smoeller

Offline pogo

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #8 am: 31 Mar 08, 16:52 »
Hallo,

hab'  das Ganze nochmal unterm Mikroskop betrachtet. Mit 40-facher Vergrößerung bekomme ich leider keine besseren Bilder hin. Wenn der Bereich schon halbwegs scharf erkennbar ist, sieht man auf dem Foto trotzdem nichts. Die Beleuchtung ist recht schwierig (viel Reflexion).
Nachdem ich mir die Kristalle so gut es ging noch einmal angesehen habe, würde ich sagen, dass es sich um viele kleine, scheibenähnliche Kristalle handelt (ähnlich Palietten), die teilweise zu kleinen Türmen aufwachsen.

Hilft das noch als nähere Beschreibung?

Viele Grüße,
Jörg

Offline -M-

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #9 am: 31 Mar 08, 20:33 »
Hallo,

Zitat: "...dass es sich um viele kleine, scheibenähnliche Kristalle handelt (ähnlich Palietten), die teilweise zu kleinen Türmen aufwachsen..."

dann könnte man wohl auch -glimmerartig- dazu sagen ... damit wären wir wieder bei Lepidokrokit.
Also, falls du keinen etwa gleichfarbigen, schmierigen Abrieb feststellen kannst ( was dann doch eher für Fe-rahm spräche )
wird es wohl Lepidokrokit / Rubinglimmer sein.
Falls es da für dich noch Zweifel gibt bzw. evtl. Irgendetwas dagegen zu sprechen scheint, müßtest du das noch mal konkreter
ansprechen, ansonsten kommt man so per Bild und Beschreibung wohl nicht mehr viel weiter.

Gruß -M-

Offline pogo

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #10 am: 31 Mar 08, 21:44 »
Hallo,

sowie ich ein kleines Stück ausbrechen kann, werde ich noch eine Aufnahme mit stärkerer Vergrößerung machen. Zur Zeit passt der Brocken nicht unter's Objektiv.

Viele Grüße,

Jörg

Offline pogo

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #11 am: 01 Apr 08, 07:21 »
Hallo,

vielen Dank nochmal für die bisherigen Antworten. Bis ich eine detailliertere Aufnahme der Kristalle machen kann, hätte ich auch noch 2 Fotos einer anderen Probe vom letzten Wochenende, selbe Fundstelle, rötliche Eisenverbindung.
Die Kugelform passt sehr gut zu den Beispielfotos von Siderogel im Lexikon. Auf dem zweiten Bild ist aber ein offener Bruch sichtbar, dort ist eine radialstrahliges Wachstum erkennbar mit metallischem Glanz. Also doch Hämatit?

Viele Grüße,
Jörg

Offline smoeller

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #12 am: 01 Apr 08, 08:49 »
Hallo,

Beide Stücke sind ziemlich sicher Hämatit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline minuwe

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Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #13 am: 01 Apr 08, 11:41 »
Ah- super Fotos  :D
Ja, eindeutig Hämatit. Die radialstrahligen Kristallaggregate gibt es bei Siderogel (amorph) nicht.

Glück Auf
Uwe

Offline Uwe Kolitsch

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    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Re: unbekanntes, rotes Mineral
« Antwort #14 am: 03 Apr 08, 21:03 »
Hämatit - einfach auch mit Strichfarbe kontrollierbar.