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Autor Thema: Unbekanntes Erz von Schacht 371 Hartenstein - Teil 1  (Gelesen 8247 mal)

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Offline Schluchti

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Re: Unbekanntes Erz von Schacht 371 Hartenstein - Teil 1
« Antwort #15 am: 25 Apr 08, 11:01 »
Schwer zu sagen. Ich hatte einige Löllingit und vermeintliche Safflorit-Stufen mal in der Analyse. Dabei entpuppten sich alle vermeintlichen Safflorite als Rammelsbergite.
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=NTU4IzMyMDg=

Bei den mir bisher sicher bekannten  Rammelsbergiten handelt es sich um dunkelgraues Erz, teils pseudomorph nach gediegen Silber, in winzigsten blättrigen Kristallen. Das von Dir gezeigte Bild zeigt auch bläuliche Anlauffarben. Die habe ich bei Löllingit bisher noch nicht gesehen. Das spricht möglicherweise für Rammelsbergit. Die Kristalle sind nicht gut erkennbar. Welche Form haben die?

Löllingit zeigt in reiner und frischer Form eine ganz hell-silberne Farbe mit intensivem Glanz ohne Farbstich. Ich habe ihn sowohl in blättriger Ausbildung, als auch in prismenartiger Ausbildung schon gesehen. Es sind für Schlema-Hartenstein aber Mischungen von Löllingit mit Safflorit beschrieben, die dann wohl auch im frischen Anbruch dunkler erscheinen können. Angelaufener (analysierter) Löllingit zeigte bei mir eher ganz matte,schmutzig- goldgelbliche, mitunter ganz leicht grünlich erscheinende Anlauffarben. Zudem deuten nach meiner bisherigen Erfahrung gelbe Verwitterungsbeläge auf dem umgebenenden Dolomit in der Regel auf Löllingit hin.
Hier nicht gut zu erkennen, aber zu erahnen: http://www.mineralienatlas.de/picturebig/1132155001.jpg.AAA.Loellingit.jpg

       

Offline uwe

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Re: Unbekanntes Erz von Schacht 371 Hartenstein - Teil 1
« Antwort #16 am: 25 Apr 08, 12:30 »
Danke, Thomas,

Deine Ausführungen insbesondere zu den Anlauffarben sowie zu dem logischen Hinweis auf die gelbe Verfärbung der umhüllenden Karbonate qualifiziert das von mir gezeigte Stück doch als Löllingit. Der blaue Farbstich auf dem Foto rührt vom Blitzlicht her. Die Kristalle sind winzig und insofern optisch nur schwer zu bestimmen. An anderer Stelle des Stückes sind diese aber deutlicher prismatisch. Was mich stutzig gemacht hatte ist der gitterförmige Aufbau des Aggregates, welches ich vom Rammelsbergit her kenne.

Interessant ist Dein Hinweis auf das Vorkommen von Löllingit und Safflorit zusammen. Das macht die Sache mit der optischen Bestimmung natürlich nicht einfacher.

Gruß
Uwe

Offline -M-

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Re: Unbekanntes Erz von Schacht 371 Hartenstein - Teil 1
« Antwort #17 am: 25 Apr 08, 13:12 »
Hallo,
so weit mir bekannt, bildet Safflorit häufig recht charakteristische, sternförmige
 Penetrations-Drillinge - Rammelsbergit dagegen nie ...
( wäre evtl. ein gutes Indiz zur äußerlichen Unterscheidung  )
Löllingit würde ich bei dem Stück von Schluchti eher ausschließen - m.M.n. ist die xx-form
und die Art der Aggr. sehr typisch für Safflorit – Rammelsbergit
Farbe und Anlauffarbe bewegen sich m.M.n. durchaus im Rahmen des Möglichen ...

Gruß -M-

Offline minuwe

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Re: Unbekanntes Erz von Schacht 371 Hartenstein - Teil 1
« Antwort #18 am: 25 Apr 08, 22:01 »
Hallo Uwe,

nimm doch mal das Lötrohr (Nickelperle). Falls negativ- kein Rammelsbergit. Oder Kobaltnachweis. Skutterudit ist ja auch nicht ganz abwegig.

Allerdings haben die Löllingite von da nie nennenswerte Halden- Krusten. Weiß nicht, ob bei dem Stück das Erz völlig von Karbonat umhüllt war? In der Schüttung liegen aber auch Stücke, welche meist eine Erythrin-, manchmal auch eine Annabergitkruste haben, seltener beides auf einem Stück. Die Löllingite dort haben aber oft Arsengänge oder Einsprengungen in sich, sowie in größeren Brocken kleine Drusen mit hervorragenden Löllingit- Kristallen, z. T. auch winzige Quarzschwimmer.

Ein dunkleres Grau bei Löllingit heist dort aber nicht gleich Safflorit- Anteil. Da wäre sicher wieder Erythrin zu sehen. Ich kenne den Löllingit von dort ohne Kruste, lediglich der gelbgrüne Beschlag auf Karbonat und in Spalten, und in einem typisch feinkörnig- matten, metallisch- grauen Bruch.

Glück Auf
Uwe

Offline Schluchti

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Re: Unbekanntes Erz von Schacht 371 Hartenstein - Teil 1
« Antwort #19 am: 02 May 08, 16:54 »
So, das Rätsel ist gelöst.  Eine an der Probe durchgeführte EDX ergab FeAs2 also Löllingit. Damit hätte ich wegen der Anlauffarben nicht unbedingt gerechnet. Aber man lernt nie aus.  :D

 

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