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Autor Thema: Hemimorphit - oder ?  (Gelesen 3625 mal)

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Offline berthold

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Hemimorphit - oder ?
« am: 18 May 08, 19:50 »
Hallo,

angeregt durch die Frage, ob es in Pleystein auch Scholzit gibt habe ich mir meine Pleysteiner Stücke mit Zinkblende genau angesehen. Um es gleich zu sagen, Zn-Phosphate wie aus Hagendorf bekannt (Scholzit, Phosphophyllit) habe ich nicht gefunden, wohl aber Vivianit direkt auf Zinkblende. Auf einer Stufe sitzen weiße, max. 0,5 mm große Täfelchen in einer kleinen Druse, nur 1 cm von zersetzter Zinkblende entfernt - zusammen mit Vivianit. Von der Kristallform, vom Glanz sowie aufgrund der Paragenese tippe ich stark in Richtung Hemimorphit (der ist allerdings von Kreuzberg/Pleystein nicht bekannt).

Ich bitte um Meinungen! (es folgen drei Bilder)

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 29 Jan 17, 16:56 von oliverOliver »

Offline -M-

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #1 am: 18 May 08, 20:32 »
Hallo,
sieht für mich auch ziemlich "Hemimorphit-artig" aus ( die xx-form, soweit man sie erkennen kann ).
Etwas passenderes fällt mir dazu zwar nicht ein, aber da du ja schon einen losen x hast,
könntest du  evtl. mal auf thermoelektrische Effekte testen. ( am prakt. mit dem sogenannten Bestäubungs-verfahren
um die polare Aufladung zu erkennen )

Gruß -M-

Offline berthold

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #2 am: 18 May 08, 20:40 »
Hallo M,

vielen Dank für Deine Einschätzung.

Zitat
auf thermoelektrische Effekte testen.

Das hatte ich vor Jahren mal mit einem 4 mm großen x probiert, Resultat war nicht eindeutlig. Wie soll das mit einem 0,4 mm großen x gehen?

Gruß
Berthold

Offline -M-

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #3 am: 18 May 08, 21:30 »
Tja, Theorie & Praxis eben.
Glaub ich schon, daß das schwer bis unmöglich ist, hab damit auch nicht gerade viel Erfahrung, könnte mir
aber vorstellen, daß es im Grunde mit der richtigen Versuchsanordnung doch klappen könnte. Abgesehen
davon kann man den Effekt denke ich auch anders nachweisen ( Änderungen elektro-magnet.Felder )
Frag mich jetzt aber nicht wie ( bisher keine praktische Erfahrung diesbezüglich )
Selber hab ich das mit der Bestäubungsmethode bei sehr fein-nadeligen Schörl x von etwa 1-2mm schon mal
einigermaßen hinbekommen - war allerdings auch ein ziemlicher Akt ...

Ansonsten, hab ich noch keine Alternative, außer mglw. Baryt - aber den hättest du sicher selber schon
an der Tracht erkannt. ( kannst du per Bino vlt. an irgendeinem von den xx auch einigermaßen deutliche
Flächen am "unteren" Ende erkennen ?)

Gruß -M-

Offline berthold

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #4 am: 18 May 08, 21:43 »
Hallo,

Zitat
einigermaßen deutliche Flächen am "unteren" Ende erkennen

nein, da war der x angewachsen. Aber richtig, das war auch mein erster Gedanke. Baryt ist es sicher nicht, den haben wir hier nicht und die x-Form passt auch nicht.

Gruß
Berthold

Offline berthold

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #5 am: 19 May 08, 15:34 »
Hallo,

weitere Meinungen? Hemimorphit ist ja kein sooo unbekanntes Mineral - oder ?

Gruß
Berthold

Offline Krizu

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #6 am: 19 May 08, 15:53 »
Hallo Berthold,

Die Messungen des pyrolelektrischen Effektes sind meist überlagert durch Messungen des Piezoeffekts. Die Messanforderungen sind da echt nicht schlecht. Was aber immer funktionierte war LiTaO3. Bei dem Kristall bekam man regelmässig einen gewischt, und das nicht zu knapp.

Was du probieren kannst, ist, den Kristall in LN2 zu kühlen und auf einer Isolierenden Platte auftauen zu lassen. Der Pyroeffekt sollte sich deutlic ham Eis zeigen, sagt die Literatur.

Waere eine EDX nicht einfacher?

MfG

Frank


Offline Uwe Kolitsch

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #7 am: 20 May 08, 18:59 »
Meine erste Einschätzung wäre auch Baryt(?) gewesen.

Offline berthold

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #8 am: 20 May 08, 22:26 »
Hallo,

nur Baryt ist aus Pleystein/Kreuzberg (und aus den Nachbarvorkommen Hagendorf-Süd und -Nord) nicht bekannt geworden. Nach alter Literatur käme in der Nähe von Zinkblende auch noch Gips in Frage - nur - hmm, Kristallform und Glanz passen mir da nicht so recht.

Gruß
Berthold

Offline -M-

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #9 am: 20 May 08, 22:48 »
Hallo,
Hab mir gerade mal die Mineralliste des Fundorts angesehen, da wird Benyacarit erwähnt -
kannte ich bisher zwar überhaupt nicht - könnte man m.M.n. aber durchaus in den Kreis der Verdächtigen
aufnehmen. ( Gips würde ich auf jeden Fall ausschließen )

Gruß -M-

Offline berthold

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Re: Hemimorphit - oder ?
« Antwort #10 am: 20 May 08, 23:18 »
Hallo,

nein, Benyacarit ist das nicht. Einmal passt da die Paragenese nicht (von Hagendorf habe ich Benyacarit nur auf Strengit und mit Rockbridgeit gesehen), dann nicht so farblos und auch der Glanz ist zu kräftig.

Gruß
Berthold

 

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