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Autor Thema: Malachit?  (Gelesen 18504 mal)

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Offline Helmi

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Malachit?
« am: 12 May 08, 19:48 »
Hallo,
Was könnte das sein ? Geschiebe, Fundort: am Strand von Wittenbeck Nähe Fundort Kühlungsborn/ Ostseeküste, Dichte 3,23 (gemessen +/- 5%), Härte deutlich geringer als Glas, beim Bruch muschelig, lackartig glänzende Bruchstellen, opalisiert besonders auf der Oberfläche von Hohlräumen (in leuchtend ,klaren Farben meist rot und blau), zeigt in den Durchmischungszonen von blaugrün nach lindgrün sich durchkreuzende Nadelbüschel (lindgrün). Ähnlichkeit zum Pseudomalachit (Farbtöne) bzw. Malachit (Nadeln) im Mineralienatlas, jedoch abgerollter kompakter Stein mit klar getrennter Schichtung der Grüntöne (5x, nur auf frischem Bruch erkennbar).
Bilder: 1- Stein,  2- Splitter im Durchlicht mit gekreuzten Polarisatoren
Gruß an alle Helmi
« Letzte Änderung: 13 May 08, 07:12 von Helmi »

Offline Helmi

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Re: Malachit?
« Antwort #1 am: 12 May 08, 20:22 »
Bild 3 : frischer Bruch

Offline caliastos

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Re: Malachit?
« Antwort #2 am: 12 May 08, 20:25 »
flint?

Offline Helmi

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Re: Malachit?
« Antwort #3 am: 13 May 08, 18:45 »
Hallo,
Leider ist mir beim Eintippen der Dichte ein Fehler unterlaufen. Habe ihn korrigiert. Bei weiteren Recherchen bin ich nun beim Apatit gelandet. Über einen kompakten Fund habe ich bis jetzt jedoch noch nichts gefunden nur über Kristalle. Anbei eine Nahaufnahme eines Bruchstückes des Fundes. Deutlich zu sehen in der oberen Hälfte die erwähnten Nadeln und rechts unterhalb der Bildmitte das Opalisieren.
Gruß an alle Helmi

Offline Goldi85

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Re: Malachit?
« Antwort #4 am: 13 May 08, 19:02 »
Hallo,

Bin mir fast sicher, dass das Schlacke ist. Dafür spricht der Glasähnliche Bruch und die kleinen Bläschen. Das Opalisieren an den Bruchkanten würde da auch passen. Malachit oder Apatit halte ich da für unwahrscheinlich.

Gruß  Daniel

Online smoeller

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Re: Malachit?
« Antwort #5 am: 13 May 08, 19:08 »
Hallo,

Eindeutig Schlacke. Solche Blasen wie auf dem letzten Bild findet man in natürlichen Gesteinen kaum, wenn dann am ehesten in Basalten und die sind braun bis schwarz gefärbt und die Blasen sind meist gefüllt.

Glück Auf!
Smoeller

Haldenschreck

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Re: Malachit?
« Antwort #6 am: 13 May 08, 20:50 »
'n abend,

na, da tippe ich auf flint mit bryozoen. das gleiche material - nur in rottönen - gibt es bei mir im garten zuhauf, abseits jeder kupfer- und apatitvorkommen, verhüttet und/oder geschmolzen wurde hier auch nichts. die grüne einfärbung ist aber ungewöhnlich und interessant.

haldenschreck

Offline Helmi

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Re: Malachit?
« Antwort #7 am: 15 May 08, 20:40 »
Hallo,
bin trotz abweichender Dichte und geringerer Härte (gewöhnlicher Flint ritzt meinen Fund, umgekehrt nicht möglich) über Calcedon und Opal bei einem Gemisch aus Moosopal (lindgrüner Bereich mit dentritischen Strukturen) und Prasopal (Chrysopal) gelandet. Was mich daran noch stört, sind die Tatsachen des Fundortes und das es ein Geschiebe ist.
Normalerweise sind die Geschiebe am Fundort ausnahmslos nordichen Ursprungs (Schweden, Finnland) .
Anbei Aufnahmen im polarisierten Licht der Varietäten die ich mit meinen Mitteln als Laie im Fund festellen konnte .
Bild 1: lindgrün matt, darunter glänzend
Bild 2: lindgrün glänzend
Bild 3: olivgrün matt
Gruß an alle Helmi

Offline Helmi

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Re: Malachit?
« Antwort #8 am: 15 May 08, 20:42 »
Bild 3
Gruß Helmi

Offline Goldi85

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Re: Malachit?
« Antwort #9 am: 15 May 08, 21:19 »
Hallo,

Zitat
bin trotz abweichender Dichte und geringerer Härte (gewöhnlicher Flint ritzt meinen Fund, umgekehrt nicht möglich) über Calcedon und Opal bei einem Gemisch aus Moosopal (lindgrüner Bereich mit dentritischen Strukturen) und Prasopal (Chrysopal) gelandet.
Leider nein  :'(. Bin mir nach Bild 3 absolut sicher, dass es Schlacke ist. Kleine Bläschen kommen nie in einem dieser Mineralien vor. Die grüne Färbung könnte von einen Kupfer- oder Nickelgehalt verursacht sein.

Gruß  Daniel

Offline Axinit

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Re: Malachit?
« Antwort #10 am: 16 May 08, 14:02 »
Servus,

schliesse mich smoeller und Daniel an: es handelt sich nach dem Photo eindeutig um (Hochofen)Schlacke (aus der Stahlgewinnung). Die gruene Farbe kann auch von zweiwertigem Eisen herruehren.

Malachit oder ein anderes zweiwertiges Kupfermineral wuerde ich ausschliessen.

GA

Harald

Haldenschreck

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Re: Malachit?
« Antwort #11 am: 16 May 08, 19:18 »
schliesse mich smoeller und Daniel an: es handelt sich nach dem Photo eindeutig um (Hochofen)Schlacke (aus der Stahlgewinnung). Die gruene Farbe kann auch von zweiwertigem Eisen herruehren.

hallo, und wie kommt schlacke aus der stahlgewinnung in die ostsee - als geschiebe? vielleicht aus polen?  :o
kleine bläschen in flint sind nichts außergewöhnliches

haldenschreck

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Malachit?
« Antwort #12 am: 16 May 08, 21:11 »
Schlacke.

Offline Krizu

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Re: Malachit?
« Antwort #13 am: 16 May 08, 21:25 »
schliesse mich smoeller und Daniel an: es handelt sich nach dem Photo eindeutig um (Hochofen)Schlacke (aus der Stahlgewinnung). Die gruene Farbe kann auch von zweiwertigem Eisen herruehren.

hallo, und wie kommt schlacke aus der stahlgewinnung in die ostsee - als geschiebe? vielleicht aus polen?  :

Hallo,

das Material wird gerne zur Uferbefestigung und als Unterbau für Wege genommen.

MfG

Frank


Offline Helmi

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Re: Malachit?
« Antwort #14 am: 17 May 08, 18:42 »
Hallo Mittüftler,
meine Recherchen führten mich weiter zu Chrysopras. Das würde erklären warum Tage nach der Volumenmessung im Wasser der Stein im trockenen Zustand immer noch auf der Außenseite die Schichtung der Farbtöne zeigt, die im Fundzustand kaum zu erkennen war. Weitere Untersuchungen zeigten  im Pulver beim Zerbrechen Magnetitnadeln und auf dem polierten Schnitt mikroskopisch kleine Muskovitplättchen . Der Stein  besitzt einen Eigengeruch. Für Schlacke scheinen mir die Hohlräume von der Form her zu regelmäßig und zu klein zu sein. Zum anderen ist der Stein zum größten Teil kompakt. Da  mit Schlacke in der Regel ein Abfallprodukt der Montan- Industrie  bezeichnet wird, wären die Fragen nach  Herkunft (Fundort im N - Ostsee, an Land - Landwirtschaft und im Umkreis von über 100 km keinerlei metallurgische Betriebe) und schafft es die Brandung den Stein in entsprechender Zeit abzurollen (eventuell möglich, wenn man annimmt, daß in der Bronzezeit in der Nähe des Fundortes Menschen gelebt haben, jedenfalls waren Steinzeitmenschen hier).
Anbei ein Bild vom jetzigen Zustand des Steins und des Fundortes.
Gruß an alle Helmi
« Letzte Änderung: 17 May 08, 19:33 von Helmi »

 

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