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Autor Thema: Erfahrungswerte mit Dithionit?  (Gelesen 18958 mal)

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Offline cmd.powell

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Re: Erfahrungswerte mit Dithionit?
« Antwort #30 am: 14 Jul 08, 16:50 »
Naja, locker ist - wie bei allen Dingen - ein relativer Begriff. Für mich gehörte schon immer zum sicheren Umgang mit Chemikalien, das ich auch weiß, wann ich etwas Gefahrlos in den Ausguss gießen kann, und wann nicht (wie schonmal erwähnt, das kann man nachlesen). Und Dithionit gehört da - und nicht nur* - in meinen Augen zu den gefahrlosen Dingen, vorausgesetzt, wir reden hier von den üblichen Mengen, die ein Mineraliensammler so verwendet und nicht vom Industriemaßstab ! Es ist letztlich immer das Bewustsein ein Gradwanderung, dem man sich ausgibt und nicht die Illusion einer Kontrolle über irgendwas. Als Beispiel: Wer von euch Autofahrern fährt immer genau so schnell, das er - wie es so schön in der Verkehrsordnung steht - sein Fahrzeug im Gefahrenfall sicher zum stehen bringen kann ? Streng genommen bedeutet dies letztlich eine maximal Geschwindigkeit, die der "Schrittgeschwindigkeit" gleichkommt, weil ich nur dann sicherstellen kann, dass ich mein Fahrzeug immer sicher zum stehen bringen kann, wenn mir irgendwas irgendwo vor die Karre hüpft. Macht natürlich keiner, sicherlich auch keiner hier ! Und warum nicht ? Klar, weil wir ja das Risiko einschätzen können. Glauben wir zumindestens. Also glaube ich auch, das ich das Risiko für meine Umwelt einschätzen kann, wenn ich meine 5 Liter zersetzte 0.2%ig Dithionitlösung mit vielleicht 10 oder 15 ppm Blei durch den Ausguss spüle. Natürlich weiß ich, das ich mit dieser Aktion ein paar Generationen Bakterien und anderer niederer Organismen auf dem Gewissen habe, aber das lässt sich letztlich nicht vermeiden. Ich lebe, also trete ich in Interaktion mit meiner Umwelt. Ich kann versuchen, den Schaden für meine Umwelt zu minimieren - was ich übrigens tatsächlich versuche, auch wenn es sich in den Augen manch Users hier anders anhört - und kann dabei sinnvolle Schutzmaßnamen treffen und/oder unsinnige bzw. unwirksame. So sehe ich das Thema, und nicht anders.

*): Zitat "Mineralien reinigen und aufbewahren" von Rudolf Duthaler und Stefan Weiß, Seite 49, unten: "Die hier empfohlenen Mengen zersetzen sich und können daher mit viel Wasser weggespült werden. Größere Mengen an unverbrauchtem Reagenz müssen einer amtlichen Sammelstelle übergeben werden."
Anmerkungen für diejenigen, welche das Buch nicht haben: Bei den "empfohlenen Mengen" handelt es sich um besagte 2 g Natriumdithionit pro Liter, also einer 0.2%igen Lösung.

 

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