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Detailfrage zu Steinsäge + Sägeblatt

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sägezahn:
Liebe Gemeinde,

gesetzt den Fall, ich wöllte eine Steinsäge mit 300er Blatt bauen.
Jetzt hätte ich gern, daß die Halterung, die den Stein hält, um ihre Achse drehbar ist (um die Schnitttiefe zu erhöhen). Das hieße also, daß die Halterung auf einer Achse, die
rechtwinklig oder parallel zur Welle läge, drehbar sein müsste. Dieses lässt sich aber von der Genauigkeit her nicht wirklich so exakt herstellen.

Jetzt meine Frage :
Wie empfindlich reagieren die Sägeblätter darauf, daß bei den nachfolgenden Schnitten der Stein quasi um einen **winzigen** Betrag "verkantet" wird ? Hat jemand Erfahrung, ob es da eine Art Schwellwert gibt, bis zu dem man gehen kann ?

Frage 2 :
Woher bekommt man Blätter mit gutem Preis/Leistungsverhältnis (es soll da wohl Unterschiede in der Qualität geben) ?
Mit welcher Blattdicke arbeitet man am Besten bei 300 mm (geschnitten werden sollen Quarze) ?

Danke schon mal ,
Frank

caliastos:
also auf verkanten reagieren alle blätter, die dünn sind recht empfindlich. je nach krafteintrag ist das blatt verbogen oder zumindest winzigst verzogen. letzteres ist auch schon schlecht genug. die dicken bei 300er liegen an sich um die 0,1 bis 0,75. ist geschmackssache. je dünner umso weniger verschnitt eben. unterschiede in der qualität sind mir bisher keine aufgefallen. finden kannste de blätter via googeln. krantz ist relativ teuer.

sägezahn:
Das mit dem Verkanten war mir schon klar, dahin ging ja meine Frage :

Wenn ich mit Sägen durch bin, das Schneidgut etwas drehe (das Blatt hat ja dann noch Führung durch den Schnitt von eben) , und weitersäge, muss ich dann auf den 1/10-mm exakt in der gleichen Richtung weitersägen oder ist das Blatt seitlich etwas flexibel ?
Es gibt doch Maschinen, die sowas können. Wie machen die denn das ?

Gruß,
Frank

caliastos:
die maschinen die das können vertrauen auf eine absolut sichere einspannung und eine exakte führung der drehvorrichtung. die sägen dir dann auch ohne abweichung an der gedrehten stelle weiter.
man muß eben bedenken, daß es ein unterschied ist, was für modelle von maschinen man hat. es gibt im maschinenbau maschinchen, die 1my setzung gerade so tolerieren. machbar ist alles, der aufwand ist der unterschied bzw. die kosten.
generell ist jeder versatz für alle dünnen blätter gift. die sind zwar etwas flexibel, aber übertrage mal das auf die umdrehungen. da kommt einiges beisammen. und das ist dann wieder weniger gut für das blatt.
im eigenbau solche maschinen zu basteln dürfte viel geschickt oder können bezüglich der metallverarbeitung erfordern. ein maschinenbauer könnte einem locker so eine vorrichtung basteln.

so oder so, ohne exakte schnittführung wird dein blatt kaputt gehen. auch bei 1/100 mm auf dauer.

sowiedu:
Hallo zusammen,

mit Verlaub, caliastros ist da m.E. mit seinen Hundertstel Millimetern doch etwas zu genau bzw. pessimistisch...
Hätte er recht, könnte man gar nicht mehr freihändig sägen und müsste alles hochpräzise einspannen...
...das geht aber erfahrungsgemäß noch bei Sägeschnitten über 50mm Tiefe. (klar: Je tiefer desto schwieriger und riskanter, da man leicht Verkantet...)

Das Material der Sägeblätter ist recht flexibel und nimmt einen Versatz schon mal hin.
Gut tut es dem Sägeblatt natürlich nicht. Zum einen wird es beim Hineinzwingen in den Sägespalt bei jeder Umdrehung leicht gebogen und auf die Dauer langsam "müde" (Biege einen Draht x-mal und er bricht irgendwann), zum anderen entsteht durch das Scheuern Abrieb am Blatt. Es wird damit dünner.

Ok, soviel zur Panik.... nun zur Entspannung.

Wir tun gerade so, als wären die zu sägenden Steine ein homogenes Material, das Sägeblatt völlig steif hätte keinerlei Unwuchten (radial und axial).... Das ist in der Realität leider nicht so.
Bei einigen (Ge-)Steinen lässt sich ein Verlaufen des Sägeschnitts faktisch gar nicht verhindern.
Dicke Achate zu sägen ist besonders witzig. ;-)
Unter anderen darum haben Sägeblätter eben nur eine begrenzte Lebenszeit....

Ich würde mal sagen, dass man beim Sägen so weit Verkanten kann, bis man merkt, dass das Reiben im Sägeschnitt spürbar wird (Geräuschentwicklung, schwarzer Metall-Abrieb vom Sägeblatt, Leistungsverlust, d.h. Drehzahl der Säge sinkt).

Aus meiner Erfahrung machen Sägeblätter (ca. 1-2mm stark) bei einer Schnitttiefe von ca. 150mm ein Verlaufen von mehr als 2mm noch problemlos & gutmütig hin.
...und meist ist bei mir die Diamant-Nutzschicht eher heruntergenudelt, als dass das Sägeblatt zu dünn wird oder gar abknickt...

LG
sowiedu

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