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Taschendosimeter - taugt der was?

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Klinoklas:
Hallo Anne,

na dann bin ich beruhigt und smoeller und andere Sammler kommen auch noch auf ihre Kosten ;)
Ich habe aus den selben Gründen darauf verzichtet radioaktive Mineralien zusammeln.
Auch wenn es mir manchmal schwer fiel etwas nicht mitzunehmen, denn schön sind manche ja schon.

Gruß
René

caliastos:
also wie schon gesagt erfaßt ein dosimeter die aufgenommene äquivalente strahlung innerhalb einer bestimmten zeit. d.h. es wird jede art strahlung erfaßt.

das dosimeter an eine probe zu halten und darauf auf die strahlung zu schließen ist quatsch. radioaktivität und äquivalente dosis werden völlig anders bestimmt. das eine ist ein an sich fester wert (die strahlung) und das andere, die dosis, hängt eben sehr vom objekt ab. haut, fleisch und knochen reagieren unterschiedlich auf strahlung. genauso insekten. die strahlendosis ist also immer verschieden.

wenn du nun das dosimeter da hinhaltest, dann erfaßt du die in der zeit abgegebene strahlendosis. die sagt aber recht wenig über die radioaktivität aus. zudem hängt die äquivalente dosis von der strahlungsart ab. sprich, ein schwach radioaktiver alpha-strahler kann die eine höhere äquivalente dosis verpassen als ein stärker strahlende beta-strahler.

das dosimeter wurde ja auch nur entwickelt, um die maximale strahlenbelastung zu ermitteln, der man sich im jahr aussetzen darf. ob du die auf einen schlag oder schön verteilt aufnimmst interessiert nicht.

abgesehen davon denke ich ist das eh übertrieben. wenn du schon sagst, daß es vornehmend MM sind, dann ist die strahlenbelastung gering. lustigerweise machen sich aber viele bei dem begriff "uranmineral" viel mehr sorgen, als bei ihrer granit-arbeitsplatte bzw. bei objekten aus granit oder dem radon in der raumluft.

by the way: jedes mineral ist an sich radioaktiv, jeder stoff. nahezu alles.

Anka:
Hallo,

ich hab mir nun mal Batterien besorgt und das einfach mal ausprobiert. Das Teil arbeitet so, dass man auf einen Knopf drückt, dann fängt es an zu messen, bis ein Höchstwert erreicht ist, und dann bleibt es bei dem Wert stehen. Dabei wird nicht unbedingt die vollen 36 Sekunden, die angegeben sind, weitergezählt, sondern der Höchstwert kann z.B. auch schon bei 10 Sekunden erreicht sein (z.B. wenn ich mich damit "ins Grüne" stelle, oder mitten ins Zimmer). Daher glaube ich eigentlich eher nicht, dass es einfach immer weiter die Strahlung summiert? Man kann auch keine Langzeitmessungen machen, da sich das Gerät einige Zeit nach der Höchstwertermittlung von selber ausschaltet.

Ich habe schon einen deutlichen Unterschied gemerkt zwischen den Mineralien, bei denen ich wusste, dass sie radioaktiv sind, und den "normalen". Auch die Werte, die ich draußen gemessen hatte, entsprechen so in etwa den Messwerten aus der Gegend.
D.h. ich denke - hoffe! - dass ich das Teil trotzdem zumindest dafür nehmen kann, um einen ungefähren Anhaltspunkt zu erhalten (also durch den Vergleich mit den Umgebungswerten).

Die höchsten Werte habe ich übrigens bei einem Curit gemessen (da wusste ich das aber schon vorher) und beim Radiobaryt, außerdem waren die größeren Stücke natürlich teils etwas heftiger als die kleinen. Und je bunter, desto aktiver.

Sollte sich mir mal die Möglichkeit bieten, mit einem richtigen Geigerzähler da drüber zu gehen, werde ich das natürlich tun. Schon um die Werte zu vergleichen!

Mir ist es übrigens ziemlich egal, ob man das nun als übertrieben hinstellt oder nicht. Ich würde mal sagen, dass ich mich dafür, dass ich mit Mineralien an sich überhaupt nichts am Hut habe, doch sehr bemühe, zumindest so weit in die Materie einzutauchen, um alles in gute Hände weitergeben zu können. Aber warum sollte ich mich dazu dann noch mit Dingen umgeben, die mir irgendwie schaden könnten?
Klar nehme ich für meine eigenen Hobbys auch gewisse Risiken in Kauf - weil ich dafür ja auch viel Positives bekomme. Aber wenn was nicht mein Hobby ist und auch nicht werden wird (was nicht heißen soll, dass es mich nicht interessiert - aber wenn man vielseitig interessiert ist, muss man eben Prioritäten setzen...), muss ich mir ja nicht gerade einen Teilbereich aussuchen, wo sogar diejenigen, die das als Hobby betreiben, zumindest teilweise großen Respekt haben... :P

Abgesehen davon: Kleinvieh macht auch Mist. Das fing mit 2, 3 Döschen Uranophan oder Uranocircit an, die ich am Namen und auch vom Aussehen her ja leicht erkannt habe, aber nun habe ich im Laufe der letzten Monate fast 50 Döschen mit den unterschiedlichsten Uranmineralien zusammen gesammelt. Jedes für sich ist vielleicht nur ein schwacher Strahler, aber alle zusammen sind schon nicht gerade was fürs Wohnzimmer... Natürlich ist es beruhigend, wenn man sieht, wie die Strahlung mit dem Abstand sehr schnell abnimmt, aber dazu muss man ja erstmal wissen, wo die Strahlungsquelle überhaupt ist (Granit haben wir übrigens keinen im Haus).

Viele Grüße,

Anne

trommeln:
Anka
super.. das tönt alles sehr richtig!
Und das mit dem Abstand (Abstand im Quadrat-Gesetz) hast du auch sehr richtig erkannt...

Hg:

--- Zitat von: caliastos am 05 Jun 08, 20:16 ---by the way: jedes mineral ist an sich radioaktiv, jeder stoff. nahezu alles.

--- Ende Zitat ---

Auch wenn es vom eigentlichen Thema abschweift; das möchte ich mal so nicht unkommentiert stehen lassen. Gewöhnlicher Quarz ist in keinster Weise radioaktiv. Erst durch bestimmte Einlagerungen wird er aktiv. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen.
In organischen Verbindungen ist vorallem K-40 für die Radioaktivität verantwortlich. Es gibt aber Anwendungen, bei denen Kunststoffe benötigt werden, die praktisch keinen Untergrund erzeugen. Hier greift man auf Konststoffe zurück, die aus natürlichem Erdöl erzeugt wurden. Das ursprünglich enthaltene C-14 ist parktisch nicht mehr messbar und K-40 spielt bei den Messungen (aus eigener Erfahrung) auch keine Rolle mehr. Man kann mit solchen Kusntstoffen in Bereiche von wenigen Bq messen. Und mit messen sind wirklich teuere, extrem empfindliche Messgeräte gemeint, nicht einfache Geigerzähler.
Gruß,
Andreas

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