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Enstehen Kristalle heute noch oder sterben sie aus?
Blackminer:
Hi Leute!
Natürlich wachsen Kristalle noch heute!
Hab heute grade eine Magnetitstufe aus den Anden in Händen gehabt. Die war vielleicht 1000 Jahre alt, oder noch jünger, und hatte Kristalle über 1cm Kantenlänge. Der Professor der das Zeug gesammelt hat, hat das Stück als Magnetitlava angesprochen. Der Vulkan ist noch aktiv! Also dürften auch weiterhin Magnetitkristalle aus dem Schlot "purzeln".
Und was ist mit den "Black Smokern"? Da fallen auch Pyrit-, Galenit- und Spalerit- Kristalle aus.
Zum Schluss noch was nicht so ernst gemeintes! Wenn heute keine Kristalle mehr wachsen würden, hätten wir nicht mit Gallen-, Nieren-, oder Blasensteinen zu kämpfen.
triassammler:
Hallo Blackminer!
Du beziehst Dich sicher auf die Magnetit-Apatit-Lava vom Vulkan El Laco, der liegt in Nord-Chile bei San Pedro de Atacama und ist m. W. die einzige von zahlreichen Magnetit-Lagerstätten in den Anden, die auf einen heute noch aktiven Vulkan zurückgeht. Letzter Ausbruch des El Laco war irgendwann in den 1970ern, soweit ich mich erinnere. Allerdings sind die Magnetitlaven bedeutend älter, sie wurden im Pliozän gefördert. Scheinbar herrschte nur zu dieser Zeit in der Magmenkammer ein entsprechender Chemismus. Ansonsten fördert der El Laco hauptsächlich Andesit. Die Phase der Magnetitförderung war ziemlich gewalttätig, wie dicke Lagen von Erz-Pyroklastika an den Vulkanhängen belegen.
Diesen Magnetitstufen vom Altiplano sieht man ihr Alter nicht an, wegen des extrem trockenen Klimas und der dünnen, sauerstoffarmen Luft (ca. 5000 m NN) zeigen sich an den Kristallen auch nach 2 Millionen Jahren an der Erdoberfläche kaum Korrosionsspuren. Steht man auf dem Lavafeld sieht es beinahe so aus als sei erst gestern alles zu Tage gekommen. Dafür kommt man beim Zerlegen der Blöcke ganz schön ins Hecheln ;D
Allgemein kann man sagen, dass Kristalle so lange weiterwachsen, bis sie aus dem wachstumsbegünstigenden Milieu (übersättige Schmelze bzw. Lösung) entfernt werden. Was das "Nachkommen" neuer Kristalle angeht - an Fundstellen, die zu Tage liegen, sind Kristalle aus ihrem Bildungsmilieu grundsätzlich entfernt, eine stetes Neuwachstum findet hier nicht mehr statt. Ausnahmen sind Minerale, die sich unter Oberflächenbedingungen - normaler Atmosphärendruck, Oberflächen- bzw. Grundwasser - bilden können, also z. B. Aragonit, Calcit, Gips und diverse Salze. Aber alles, was höhere Drücke und/oder Temperaturen zur Bildung erfordert (z. B. die allermeisten Silikate, Erze, etc.) wächst nicht mehr weiter, wenn es an der Oberfläche zu liegen kommt.
Gruß,
Triassammler
caliastos:
ich mach es nochmal kurz und sage: kristalle wachsen überall. sei es tief in der erde, der kruste, in bioorganismen, der atmosphäre oder direkt auf der erdoberfläche (um auf der erde zu bleiben).
der einzige unterschied ist nur die größe, da diese sich erst nach meist vielen jahren einstellt, wenn wir übersättigten lösungen stammende, schnellwachsende kristalle ausschließen
Findus:
Hallo zusammen,
was das Wachstum von Kristallen anbelangt, habe ich ein paar Beispiele:
Ich habe den Versuch unternommen, eine Feuersetzparagenese selbst "herzustellen", dabe kam ein verblüffendes Ergebniss heraus.
Die Kristalle sind zwei Jahre alt, die Bildgröße schwankt zw. zwei und vier mm.
Grüße,
Bernd
Findus:
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