Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining
E.ON Montan GmbH
triassammler:
Hallo!
So mal als blutiger Laie der sich den Jahresurlaub zum Ausfüllen der Steuererklärung nimmt kam mir eine Überlegung jenseits des (im Jahresbericht tatsächlich als sehr ärmlich ausgewiesen) Umsatzes: Löst dieses Tochterunternehmen möglicherweise die Frage nach dem Wohin von Filterstäuben etc., die im eigentlichen Kernbereich des Konzerns anfallen? Wäre doch denkbar, dass man sich damit das Know-How und die Lokalitäten sichert, um bei weiter steigenden Deponiekosten selbst was in der Hinterhand zu haben? Natürlich nicht in Form von Besucherbergwerken, aber die haben sicher noch einiges mehr?
Um es klarzustellen: Ich unterstelle keinerlei unlauteren Absichten dabei und bin überzeugt dass in vollem Umfang nach den geltenden Gesetzen gehandelt wird. Ich hielte es nur für einen vorausschauenden unternehmerischen Schachzug. Schließlich lässt sich auch die Süddeutsche Salzwerke AG die Müllentsorgung in ihren Stollen gut bezahlen.
Und wie sieht das eigentlich aus - wenn ich das Nutzungsrecht für ein Gelände erwerbe, kann ich da dann auch Windräder aufstellen? ;D
berthold:
Hallo,
@triassammler: Also Entsorgung (da gibt es nicht nur Filterstaub sodern auch Asche, radioaktiven Müll usw.) möchte ich eigentlich ausschließen. Die Abschluss-Arbeiten beinhalten ja das dauerhafte unzugänglich-machen der Bergwerke (z.B. werden Schächte versprengt, x-Tonnen Beton reingegossen ...). Das Bergrecht betrifft nur die bergbauliche Nutzung - keinesfalls Windräder.
Am plausibelsten erscheint mir das von Schluchti angedachte Risikogeschäft. Wobei: Warum sollten die Gesellschafter in eine GmbH kurz vor der Auflösung nochmal richtig Geld reinstecken?
Gruß
Berthold
Schluchti:
--- Zitat von: berthold am 26 Jun 08, 08:22 ---
Am plausibelsten erscheint mir das von Schluchti angedachte Risikogeschäft. Wobei: Warum sollten die Gesellschafter in eine GmbH kurz vor der Auflösung nochmal richtig Geld reinstecken?
--- Ende Zitat ---
Denkbar wäre, dass die alten Betreibergesellschaften sauber liquidiert werden sollten. Dazu müssen aber auch alle Verbindlichkeiten bedient werden. Wenn aus der Betreibereigenschaft eine Nachhaftung für Sicherungs-/Verwahrungsarbeiten resultiert, könnten erstens die Kosten hierfür möglicherweise nicht vollständig abgeschätzt werden und zweitens, kann es noch sehr lange dauern, bis irgendwann feststeht, daß keine Verbindlichkeiten der alten Gesellschaft mehr bestehen. Vorher kann aber auch das in Geld umgesetzte Gesellschaftsvermögen nicht an die Gesellschafter verteilt werden. So würde man auf der einen Seite möglicherweise Planungssicherheit bekommen und zweitens die Altgesellschaften schneller sauber abwickeln können, um im Interese der Gesellschafter das überschüssige Gesellschaftsvermögen zu verteilen.
Wie gesagt, ist nur wilde Spekulation beim Versuch, dahinter einen Sinn zu erblicken. ;)
Anatas:
--- Zitat von: berthold am 26 Jun 08, 08:22 ---Hallo,
Am plausibelsten erscheint mir das von Schluchti angedachte Risikogeschäft. Wobei: Warum sollten die Gesellschafter in eine GmbH kurz vor der Auflösung nochmal richtig Geld reinstecken?
Gruß
Berthold
--- Ende Zitat ---
Ich denke mal das nicht nur die alten Betreiber-Gesellschaften Interesse an der sauberen Abwicklung haben, sondern auch die Kommunen sowie Land und Bund
Als negatives Beispiel ist hier Frankreich (gegenüber dem Ruhrgebiet) zu nennen, wo die Montan-Firmen liquidiert wurden und sich keiner mehr um die Altlasten des
Kohleabbau kümmerte, die Wasser-Pumpen versagten und die Häuser ganzer Dörfer durch Absenkungen unbewohnbar wurden oder in sich zusammenstürzten (TV-Bericht).
E.ON ist sicher als Global Player zu bezeichnen. Der "Gewinn" an der Sache muss also nicht unbedingt bei der E.ON Montan AG liegen;
spekulativ könnte ja auch der Mutterkonzern von den Kommunen (oder Land bzw Bund) durch die Vergabe von Stromlizenzen etc.
(z.B. Erlaubnis Bau Wasserkraftwerke etc.) für die wichtigen Sicherungsarbeiten der alten Bergbaugebiete "entlohnt" werden.
Grüße Anatas
berthold:
Hallo Anatas,
bei aller Liebe, aber das kann ich mir eben nicht vorstellen, gerade weil E.ON ein Global Player und eine AG ist. Das mit der Vergabe von Lizenzen /Energielieferverträgen läuft anders ... wie alle Kommunalpolitiker wissen :P.
Gruß
Berthold
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