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Autor Thema: Stein von der Küste von Elba  (Gelesen 19972 mal)

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Offline vanderheide

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Stein von der Küste von Elba
« am: 29 Jun 08, 23:26 »
Liebe Mineralienkenner
Einer meiner Schüler machte auf dem Mittelmeer eine Fahrt mit einem Segelboot.
Er fand diesen Stein an der Küste von Elba.
Er erinnert mich sehr an Serpentinit. Die kleinen, helleren, grünen Flächen irrisieren wie Antigorit im Serpentinit irrisiert.
Ich weiss nicht ob an der Küste von Elba Serpentinit vorkommt.
Oder habe ich es mit einem anderen Tiefengestein zu tun?
Wenn jemand einen Hinweis geben könnte, wäre ich sehr dankbar.

mit den besten Grüssen
Hans

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #1 am: 30 Jun 08, 10:03 »
nein, serpentinit ist das nicht. das ist der mit großen glimmern durchsetzte gabbro. die hat serpentinit definitiv nicht. gibt es auch nicht auf elba. mir fällt leider die ecke nicht mehr ein, an der der gabbro direkt am strand aufgeschlossen ist aber war irgendwo am SE des schwanzes. kleine stücke erscheinen auch am monte campanne. generell geht der gabbro dann in den ophiolith an der basis der basaltes über.
« Letzte Änderung: 30 Jun 08, 10:05 von caliastos »

Offline popeye

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #2 am: 30 Jun 08, 17:17 »
Hallo Hans, ja es gibt auf Elba Serpentingesteine an mehreren Stellen,auch am Meer  oder in Meeresnähe aufgeschlossen, abgerolltes Material an der Küste  kann dann so aussehen wie der abgebildete Stein.
Woher die fachmännisch klingende Aussage von Caliastos ihre Berechtigung ableitet weiss ich nicht >:( .Ist aber gelegentlich faszinierend solche Aussagen in ihrer überzeugend Richtigkeit vortäuschenden Art zu lesen.
freundliche Grüße (auch an Caliastos ;) ) Tobias

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #3 am: 30 Jun 08, 20:45 »
ah, mist, da seh ich gerade wo ich mich noch korrigieren muß. es muß heißen im westen gibt es keine serpentinite. und nicht monte campanne sondern peritondo im tal des vignolo. nach zwei jahren bringe ich das auch nicht mehr richtig zustande, TSCHULDUGUNG!! und danke für die nun doch unverschämte korrekturweise, die auch das gestein quasi als serpentinit deklariert. halt erstaunlich wie überzeugend richtig das klingt, obwohl kein argument für serpentinit kommt.  >:(

warum ich gabbro sage? das IST gabbro. schon mal serpentinit mit solchen großen glimmern und so grobkristallin dort gesehen? abgesehen davon durfte ich da hübsch kartieren. und wenn da einer nur an serpentinit gedacht hat wurde der gesteinigt. zumal geht das zeug deutlich sichtbar in die ophiolithe und dann in den basalt über. kann ja gerne einen scan eines geschnittenen stückes machen.


Offline vanderheide

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #4 am: 30 Jun 08, 22:07 »
Hallo Caliastos und Popeye
Dank für Eure Reaktion.
Habe ein Verständigungsproblem: Ich sprach davon, dass es kleine irrisierenden Plättchen hat und diese aussehen wie Antigorit. Diese Plättchen sind grünlich, wenn sie das Licht nicht wiederspiegeln, sie glänzen wie ein Spiegel, wenn Licht reflektiert wird.
Ich habe drei Detailfotos vom Elba-Gestein (mit diesen Plättchen - weiss umrandet) eingefügt und ähnliche Plättchen aus Antigorit von einem Serpentinit aus der Clemgiaschlucht (GR, CH) auf zwei weiteren Fotos.
Weiter interessiert mich: Gabbro - soweit ich dieses Gestein gesehen habe - ist rein visuell eine Mischung von weisslichem und dunklem Material. Die Verteilung kann grob, sie kann auch sehr fein verteilt sein.
Der Stein von Elba weisst keine einzige Stelle auf mit weisslichem Material. Habe ich zuwenig Kenntnisse? Es gibt soviele Erscheinungsformen!
Wäre froh um eine Klärung!
Gruss
Hans

Offline vanderheide

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #5 am: 30 Jun 08, 22:08 »
Hier Antigorit auf Serpentinit.
Fundort: Clemgiaschlucht bei Scuol, Graubünden, Schweiz.

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #6 am: 30 Jun 08, 22:56 »
wenn ich micht nicht irre waren das muskovite als phengit ausgebildet. größere stücke sind typisch blättrig. antigorit als serpentinmineral ist dafür ein wenig zu fasrig. seh auf den detailsfotos von elba jetzt nicht so die streimung wie auf den antigoritbildern.
man sieht jedoch teilweise serpentinisierung des gabbros an deinen detailbildern.

zum gabbro: wo hast du den gesehen? elba? da haste oft den ophiolithischen gabbro, also ozeankruste mit karbonatsediment vermischt. zum gabbro schauste hier: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Gabbro zu ophiolithen hier: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Ophiolithe

könnte auch von beidem bilder machen. gabbro muß´nicht immer das typische escheinungsbild haben. weiß noch daß damals auch jeder an alles andere als an gabbro dachte. den gedanken gat jeder verworfen. so von der art. "also könnte ja gabbro sein, auch vom umfeld und dem aufbau und so, aber sieht einfach so komisch aus."



Offline vanderheide

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #7 am: 01 Jul 08, 00:16 »
Hallo Caliastos
Gabbro habe ich erst an drei Gesteinsbrocken erkannt.
1. Albonico, südlich von Chiavenna (zwei Fotos vom Gestein)
2. Aus einer Aufschüttung - Herkunft Tessin (sagt nicht viel, aber der Stein ist eindeutig Gabbro)
3. Ein Brocken (kein Foto) in dem die weissen und dunklen Anteile sehr grob und gross verteilt waren (Mineraliengeschäft Siber+Siber)
Dein Link - Mineralienatlas - kannte ich. Diese Bilder zeigen denselben Charakter.
Ophiolit, mag nahe dran sein und ist es doch nicht. Habe auch einen Ophiolit geschliffen (der Julierregion).
In Bearbeitung habe ich einen Pyriklasit (Pyroxen, Feldspat, Granat) aus der Ivrea-Zone, Tessin. Werde letzteres demnächst in ein neues Thema hereinstellen.
Soweit meine Bildkenntnisse.
Gruss
Hans

Offline vanderheide

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #8 am: 01 Jul 08, 00:18 »
Gabbro geschliffen
Gabbro Detail

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #9 am: 01 Jul 08, 15:34 »
naja, an dem stück ist sicher kein ophiolth dran. der findet sich eher im übergangsbereich. ophiolithe können ziemlich unterschiedlich aussehen. sie sind einfach nur ein mix aus ozeanboden und ozeanischer kruste.

ich bleib dennoch bei gabbro. ansonsten würde ich auch mehreren hundert leuten, die seid jahren auf elba zu kartierübungen müssen, so wie dozenten und der geologischen sammlung jahrelange fehlinformation unterstellen.

Offline smoeller

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #10 am: 01 Jul 08, 15:46 »
Hallo,

1. Ophiolith ist kein einheitliches Gestein, sondern eine Bezeichnung für einen Gesteinsverband, der der ozeanischen Kruste ähnelt und daher meist mit an Land aufgeschlossener ozeanischer Kruste in Verbindung gebracht wird. Dazu gehören Serpentinite und Peridotite (als ehemaliger oberer Mantel), Gabbros, Basalte mit MORB-Signatur, häufig als Pillow-Laven. Oft ist ein Teil der Gesteine subduziert gewesen und liegt nun als Grün- und Blauschiefer, seltener Eklogit vor. Darüber lagern (oft metamorphe) marine Sedimente (Ton-, Schluff- und Siltsteine, heute oft Quarzite und Metapelite).

2. Könnte sehr wohl Serpentinit mit Antigorit sein. Habe ähnliche Stücke aus den italienischen Alpen.

Aber könnte natürlich auch Richtung Gabbro gehen, jedoch ist Hellglimmer für Gabbros eher untypisch.

Ohne Dünnschliff oder genaue geologische Angaben (geologische Karte und genauer Fundpunkt) ist es schwierig mit der Bestimmung.

Glück Auf!
Smoeller

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #11 am: 01 Jul 08, 18:00 »
also was den funort angeht kann ich dir einen nennen. habe ja genauso ein stück hier liegen. das stammte von punta della contessa. an der stelle ist, durch die nahe transformstörung bedingte 2-fache breckzie aufgeschlossen. dort findet sich ophicalcit auf gabbrobasis und breckziierter gabbro. von der breckzie habe ich ein handgroßes stück mitgenommen und aus einem etwas unzerstörteren teil ein trümmerchen des einstigen gesteins gebrochen.

von dem zeug liegen auch 70 kg-blöcke eben so beschriftet am lehrstuhl. soweit ich weiß wurden die auch unter dem mikro betrachtet. also wie gesagt etweder das stimmt oder es wird seid mehr als 12 jahren blödsinn gelehrt.

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #12 am: 01 Jul 08, 18:22 »
so, hier mal die Bilder der Stücke

das 1.

Offline caliastos

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #13 am: 01 Jul 08, 18:23 »
und der breckziierte mit ophicalcit

Offline vanderheide

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Re: Stein von der Küste von Elba
« Antwort #14 am: 01 Jul 08, 23:39 »
Herzlichen Dank für die engagierte Beteiligung.
Ich will mich bemühen herauszufinden, wo mein Schüler diesen Stein gefunden hat.
Caliastos: übrigens hast Du sehr schöne und erhellende Aufnahmen reingesetzt! Vielen Dank!
Zusammenfassend:
Zitat von Caliastos: "nein, serpentinit ist das nicht. das ist der mit großen glimmern durchsetzte gabbro. die hat serpentinit definitiv nicht."
Frage: In meinen "beschränkten" Vorstellungen (-ich habe einfach noch nicht genug Erfahrung-) steht Glimmer für ein silberglänzendes, Licht reflektierendes Mineral. Bei einem bestimmten Lichteinfall kann die Farbe auch schwärzlich sein. Antigorit reflektiert auch das Licht, aber abgeschwächter. Auch ist für mich Glimmer farblos (oder schwärzlich), Antigorit hat einen deutlich grünliche Farbe.
Ich wehre mich in keinen Fall gegen die Bestimmung: es ist Gabbro. Wenn ich Dein Foto anschaue, Caliastos, sehe ich nur in der Mitte das weissliche Material, das Ihr bei Gabbro Plagioklas nennt. Hier ist also die Verteilung von Plagioklas und Pyroxen recht grob, kann es aber haben und somit kann bei meinem vorgezeigten Stein das Plagioklas durchaus ausgerechnet fehlen.
Ich hoffe, dass ich der Fundort in Erfahrung bringe!
Gruss
Hans

 

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