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Pyriklasit

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caliastos:
wobei ich mich zu erinnern meine, daß teile der ivrea-zone auch in der schweiz als schuppe vorkommen.

vanderheide:
Hallo Caliastos und Sebastian
Vielen Dank für die Reaktionen. Klar, von der Ivrea-Zone ragt nur eine Spitze in die Schweiz. Als solche liegt sie in Italien. Da hast Du völlig recht, Sebastian.
Ich muss meine Fragen verdeutlichen und noch mehr bebildern:
1. Du sprichst von Granulite. Ich beobachte - und nenne das nun so - das Pyroxen, wie eine Gesteinsmasse, die nicht homogen ist, sondern aus gesonderten Stücken besteht, die "zusammengeschoppt" (gefügt) sind (Granuli sind auch Teilchen). Stimmt das so?
2. Jedes Stück scheint seine eigene Richtung zu haben. An der Bruchstelle werden kristalline Flächen sichtbar. Hier spiegelt die Kristallfläche das Licht, wie sonst eine Kristallfläche irgendeines Kristalles Licht spiegelt. Das Material scheint aus Plättchen zu bestehen, die zum Teil auch gebogen sind. Das Innere des Steines scheint "bewegt", hingegen das Plagioklas kommt mir vor wie eine Schicht.
Wenn ich den Stein schleife, so ist die Lichtreflexion schillernd, irisierend, verwandt mit Perthitstrukturen (Feldspate) nur ist das Material nicht farbig sondern glänzendem Stahl ähnlich. Ist das typisch für Pyroxen?
3. In der Mineralienatlas steht das Pyroxen kein Mineral ist, obschon dort Abbildungen verschiedener Pyroxen-kristalle zu sehen sind. Das hat mich leicht verwirrt. ZB. Aquamarin setzt sich aus vier Elemente zusammen (Al2 Be3 (Si6 O18)), wobei die Blaufärbung vom Eisen stammt. Ich nahm an: wenn etwas eine klare Kristallform hat, ist es ein Mineral. Dem ist also nicht?!!
Hier die Bilder geschliffene, irisierende Oberfläche. Dann Bruchfläche - Strukturen.
mit den besten Grüssen
Hans

caliastos:
1) verwende am besten keine eigenen definitionen, sondern die standarts. für granulite schau dir mal das hier an http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Granulit und für pyroxen nochmal http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Pyroxen und http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralgruppe/Pyroxen

2) das jeder kristall seine eigene richtung zu haben scheint ist verständlich. stell dir gestreifte würfel vor, die du beim würfeln ausschüttest. jeder würfel wie irgendwie anders zum liegen kommen. so ist das auch bei mineralen. sie haben alle eine typischen, +/- orientierten aufbau. wie sie aber im gestein zum liegen kommen ist aber nur zufallsbedingt. an bruchflächen hast du bruchflächen und kristallflächen gleichzeitig. jede fläche kann dabei aber das licht unterschiedlich reflektieren.

gebogene plättchen könnten glimmer sein. das irreguläre und lagige bereiche auftreten ist normal. an der lichtreflexion würde ich beim anschliff nicht unbedingt mienrale bestimmen. da kann man sich auch zienlich verhaunen.

dein dunkles mineral könnte übrigens auch eine hornblende sein.

3)
naja, pyroxene beschreibt, wie auch amphibole, eine silikatmineralgruppe, die sich schwer aufteilen läßt sofern man nicht in die analytik einsteigt. daher wird das meist so pauschal verwendet. die minerale der anderen gruppen lassen sich hingegen mit relativ einfachen mitteln bestimmen. aber bei pyroxen und amphibol beißt es bei den meisen einfach aus.

aquamarin ist zwar ein eigenes mineral, aber insofern auch nur eine modifikation der zahlreichen berylle. genauso wie quarz, rosenquarz, und rauchquarz... nur quarzmodifikationen sind. du kannst das so sehen: es gibt eine grundform, sagen wie eine automarke, die du halt in verschiedenen farben, also mit unterschiedlichen lackfarben haben kannst. ist bei den mineralen nicht anders.

das eine klare kristallform ein mineral ausmacht stimmt nicht. nimm fluorit und pyrit. beide bilden gerne mal würfelförmige kristalle aus, sind aber verschiedene minerale. genauso sind granat und pyrit beide kubische minerale. auch das gleiche kristallsystem weißt minerale nicht zu.

man weißt nur kristalle einem gewissen kristallsystem zu, nicht umgekehrt.

was ein kristall ein bestimmtes mineral ist, hängt von sehr vielen faktoren ab. die gängigsten siehst ja in den mineraldaten hier im forum.

smoeller:
Hallo,

Granulit (von lat. granulus = kleines Körnchen) ist eine Bezechnung für Hochtemperatur-Metamorphite (mehr als ca. 700 °C). Der Name wurde zuerst für helle, feinkörnge Gesteine in Sachsen (Granulitgebirge) geprägt und später auf als Faziesbegriff auf alle Gesteine in einem Druck-Temperatur-Bereich angewandt. Typische Minerale sind Biotit, Sillimanit, Cordierit, Feldspäte, Quarz, Granat und Pyroxene. Der Name Pyriklasit steht für basische Granulite, die aus Pyroxen + Plagioklas sowie oft Granat und Quarz bestehen. Aus der Ivrea-Zone kenne ich derartige Gesteine aus eigener Anschauung. Das dunkle dürfte Orthopyroxen (Hypersthen=Mischkristall Enstatit-Ferrosilit mit etwa Fe:Mg = 50:50) sein, der hat oft diesen Schimmer auf den Spaltflächen. Granat-Plagioklas-Orthopyroxen-Quarz ist zudem eine gängige Paragenese in derartigen Gesteinen.

Glück Auf!
Smoeller

vanderheide:
Hallo Sebastian und Caliastos
Herzlichen Dank für die Ausführungen. Deine Aufforderung, Caliastos, Standards statt eigene Definitionen zu verwenden, würde ich gerne Folge leisten, kann es aber immer nur im Nach-Hinein! Ich las die Bezeichnung "Granulit" nicht als Granu-lith (lith - Stein, dabei wird oft das  h nicht mehr geschrieben), sondern dachte an einen Ausdruck für die Beschaffenheit des Materials: "bestehend aus Granula".
Klar im Lexikon steht es gut beschrieben ... und... das Foto unten = der Stein, den ich habe! Bin also voll zufrieden! Besten Dank.
Super-Beschreibung Sebastian... nur so bekomme ich auch etwas mit.... herzlichen Dank.
Wo denkst Du hin, Caliastos: ich würde an der Lichtreflexion beim Anschliff Mineralien bestimmen wollen? Sorry, die Lichtreflexion ist ein Merkmal, viele Mineralien haben besondere Lichtreflexionen. Ich fragte:"Ist das typisch für Pyroxen?" Da ist doch klar, dass ich die Bestimmung des Materials als gegeben voraussetzte und nun zudem wissen wollte, ob es auch eine Eigenschaft dieses Materials ist!
Sebastian hat das nun bestätigt, vielen Dank.
Wurde missverstanden Caliastos:
"das eine klare kristallform ein mineral ausmacht stimmt nicht. nimm fluorit und pyrit. beide bilden gerne mal würfelförmige kristalle aus, sind aber verschiedene minerale. genauso sind granat und pyrit beide kubische minerale. auch das gleiche kristallsystem weißt minerale nicht zu".
Ich sagte meine Annahme:"wenn etwas eine klare Kristallform hat, ist es ein Mineral." Das ist egal, ob es würfelförmig, tetraederförmig, oktaederförmig oder die Form eines Pentagondodekaeders hat. Diese sind alle "klare Kristallformen". Wenn etwas kristallisieren kann - so dachte ich - kann es nicht "Gestein" sein. Es muss "edler" als Gestein, also ein Mineral sein. Und da war ich enttäuscht, als ich unter Pyroxenkristallen keine chemischen Formel fand. Hier hast Du mir etwas mehr angedeutet Sebastian.
Diese Bemerkung verstehe ich nicht, Caliastos:"man weißt nur kristalle einem gewissen kristallsystem zu, nicht umgekehrt".
Also sollte ich die Würfelform des Pyrits nicht als Eigenschaft dieses Materials anschauen?
So weit, besten Dank für die Hilfen und bestem Gruss.
Hans

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