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Gonderbacher Platten, wie geht das eigentlich ?

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cmd.powell:
Der Name "Gonderbacher Platten" sacht mir auch überhaupt nichts, allerdings sind mir die pseudohexagonalen Spinellzwillinge ein Begriff. In einschägigen Mineralogielehrbüchern solltes Du auch eine Abbildung finden (z.B. Kleber, Rössler oder Klockmann). Desweiteren hab ich diverse Bleiglanzstufen aus Madan, wo eben der Bleiglanz nach jenem Spinellgesetz verzwillingt ist und man auch wunderschön diese tafligen Kristalle hat. Nur die Sechsseitige Form kommt nicht so gut heraus...
Wie geht das: Nim einfach zwei Oktaeder, klebe sie an einer Oktaederfläche zusammen und quetsche das Ganze dann zu eine Platte. Nun müssen nurnoch die einspringenden Flächen der Zwillingsnaht sozusagen auf die gegenüberliegende Seite gespiegelt werden und schwupps hast Du eine hexagonale Tafel. Hättest Du auch so, allerdings mit einer Einkerbung an jeder zweiten "hexagonalen Prismenfläche". Ok, ist was für Menschen mit gutem dreidimensionalem Vorstellungsvermögen, vielleicht finde ich ja noch eíne brauchbare Zeichnung...

giantcrystal:
Ein schönes Bild habe ich leider auch gerade nicht parat, müsste hier aber im Galenitporträt eigentlich vorhanden sein

Ok, das mit dem Zusammenkleben von Oktaedern klappt eben so leider nicht und löst nicht das Problem : Zum einen bekommt man beim "Zusammenkleben" ein längliches Etwas mit mehreren heftig einspringenden Winkeln, zum anderen kann man das natürlich (kristallographisch) nicht so einfach plätten...und selbst wenn man es täte, hast Du immer noch die einspringenden Winkelkonstanten

Nee..so einfach ist es nicht...oder aber ich verstehe das mit dem Spiegeln nicht  :o

Glück Auf

Thomas

cmd.powell:
Naja, das mit dem Plattdrücken ist natürlich rein bildlich ausgedrückt. Aber man kann ja unter strenger Einhaltung der Winkelverhältnnisse einen Oktaeder durchaus zu einem plattigen Etwas verzerren, nähmlich durch verscheiben zweier paraleller Flächen zum Kristall(Oktaeder)mittelpunkt hin. Dabei werden aus den "Spitzen" der Oktaeder Kanten. Mal nicht auf die Flächenwinkel geachtet, so schaut dieser geplättete Oktaeder aus der Ferne schonmal sechsseitig aus. Baut man daraus nun einen Zwilling mit der [111] (der Oktaederfläche) als Zwillingsebene, so hat man die schon bemängelten einspringenden Winkel zwischen den einzelnen Zwillingsindividuen. Man kan aber - und das ist kristallografisch durchaus legitim - durchaus davon ausgehen, das im Falle eines Durchdringungszwilling diese Einspringenden Winkel "nach außen klappen", wodurch quasi eine hexagonal-dipyramidale Scheinsymnetrie entsteht. Uff, ich glaub, ich muß dringend ein Bild finden...
Man kann in der Kristallografie ziemlich viel verzerren und "plattdrücken", letztlich muß man aber wissen, das die Flächen immer nur senkrecht zu ihrer Idicesachse verschoben werden dürfen, wodurch es auch nicht zu Verletzungen der Symnetrie bzw. der Flächenlagen  kommen kann. Das ist die Kiste mit der Konstanz der Flächenwinkel.

stollentroll:
Den sechseckigen Umriss erreicht man bei einer Kombination von Oktaeder und Würfel und (111) als Zwillingsebene. Dann gibt es auch keine einspringenden Winkel.

Ein Bild aus dem Goldschmidt (a = Oktaederflächen, P = Würfelflächen):

berthold:
Hallo,

im einfachsten Fall kommt man zu 6-eckigen Flächen vom Oktaeder wenn man zwei gegenüberliegende Flächen parallel zum Zentrum verschiebt. (das geht ohne Zwillinge und Würfelflächen, siehe Anhang). Ich glaube das war das, was cmd.powell gemeint hat.

Gruß
Berthold

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