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Mehrere Fragen zu zwei Granatkristallen

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Tobi:
Moin,

ich habe aus einer Sammlungsteilauflösung zwei große Granatkristalle mit recht vagen Angaben erhalten und habe daher gleich mehrere Fragen, vielleicht kann mir ja jemdn helfen.

Das erste imposante Stück von 8 (!) cm Durchmesser und über einem halben Kilo Gewicht ist - laut Angabe - ein Mischkristall aus Almandin un Pyrop. Die erste Frage: Gibt es sowas bzw. ist das eine korrekte Angabe? Die zweite Frage bezieht sich auf die Fundortangabe, die mit "Brasilien" nicht sehr exakt ist. Weiß jemand etwas darüber, wo solche Stücke gefunden werden?

Beim zweiten Stück handelt es sich um einen Grossularkristall von 5 cm Größe, bei dem ich ebenfalls nicht sicher bin, was ich von der Angabe "Mali" halten soll. Kann es sein, dass das Stück von dort stammt, und falls ja - was könnte der genaue Fundort sein? Falls es auf dem Foto nicht so gut rüberkommt: An seiner Oberfläche ist der Kristall leicht verwittert und hat eine durchscheinende, honigbraune Farbe. Das an ein paar Stellen sichtbare Innere ist jedoch glasklar und grün ...

Gruß

PS: Da diese Stücke bei mir auf Dauer garantiert zu Staubfängern in der Schublade werden, würde ich sie theoretisch auch abgeben. Also falls sich jemand dafür interessiert, einfach anfragen!

smoeller:
Hallo,

Zum ersten Stück: Die Angabe Almandin-Pyrop-Mischkristall ist korrekt, das Verhältnis ist allerdings nur analytisch bestimmbar, wobei in der Regel auch noch eine Zonierung mit Pyrop-reichem Kern und Almandin-reichem Rand auftritt. Granate sind fast immer Mischkristalle, wobei oft neben Almandin und Pyrop noch Spessartin und Grossular vorhanden sind.

Glück Auf!
Smoeller

berthold:
Hallo,

zum zweiten Granat (Grossular): Ich habe zwei ähnliche Stücke (etwas größer und besser ausgebildet  ;D) mit der Fundortangabe Mali / Region Kayes in meiner Sammlung stehen.

Gruß
Berthold

PS: Eben mal schnell ein Foto gemacht.

Tobi:
@Smoeller: Danke für die Hilfe. Wie kommt es denn zu dieser merkwürdigen Oberflächenstruktur? Im Grunde ist ja bei diesem Brocken noch die typische , rhombendodekaedrische (puuh, was ein Wort) Form eines Granatkristalls erkennbar. Aber diese Beschaffenheit finde ich merkwürdig; runde, fließende Übergänge zwischen den Flächen und dann diese runzlige Oberfläche ... was ist damit passiert, ist der irgendwie verwittert oder eher von Anfang an so ausgebildet?

@Berthold: Ebenfalls danke für die Bestätigung, meine Recherche nach solchem Grossular aus Mali hatte mich nämlich auch die Kayes Region geführt, aber sicher war ich mir nicht.

Sooo, jetzt brauche ich nur noch einen genauen Fundort des großen Mischkristalls, dann bin ich vollkommen zufrieden 8)

Gruß

berthold:
Hallo,

zu der Oberflächenstruktur dürfte es primär kommen wenn der Kristall im Wachstum durch andere Kristallite behindert wurde. Das ist bei Granat öfters zu beobachten (siehe Anhang, der x ist jedoch viel kleiner)

Gruß
Berthold

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