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Autor Thema: Dürrer Schlag Thumsenreuth  (Gelesen 5331 mal)

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Offline berthold

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Dürrer Schlag Thumsenreuth
« am: 18 Oct 04, 08:49 »
Hallo,

Das grüne, WASSERLÖSLICHE Mineral kommt aus dem Steinbruch Hartsteinwerke Dürrer-Schlag bei Thumsenreuth / Oberpfalz. Es ist sicher kein bereits von dort bekanntes Mineral. Als jüngste Bildung findet sich das an "Bauschaum" farblich erinnernde Mineral auf Calcit und Aragonit in Klüften des Amphiboliths. Die Härte ist so zwischen 1 und 2, aber schwer zu bestimmen. Der Glanz ist anscheindend abhängig von der (Luft-) Feuchtigkeit mal glasig, dann seidig oder matt. Die Kristalle sind durchsichtig bis transparent immer stäbchenförmig, wobei gelöst und
wieder auskristallisiert radialstrahlige Strukturen zu beobachten sind.

Gruß

Berthold

PS: ...das ist das Mineral, wo ich mit der ebay-Röntgenanalyse reingefallen bin.

[gelöscht durch Administrator]

Offline geomueller

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Re: Dürrer Schlag Thumsenreuth
« Antwort #1 am: 18 Oct 04, 11:19 »
Hallo Berthold,
 zunächst auch noch von mir herzich willkommen im Forum, schön das noch ein "alter Hase" mit viel Erfahrung zu und gestoßen ist ;).

Bei Deinem gesuchten Mineral könnte es sich um Melanterit handeln. Auch das der Glanz  anscheindend abhängig von der (Luft-) Feuchtigkeit ist, mal glasig, dann seidig oder matt trifft auf dieses Mineral zu, da es hygroskopisch ist (wasseranziehend). Auch Wasserlöslichkeit, Härte und Farbe stimmen überein. Vorsicht beim Auflösen des Minerals bildet sich Schwefelsäure (Tipp: halte mal feuchtes Lakmuspapier ran).

Ich kenne das Mineral von Untertage aus Ronneburg (Wismut), es sind Sekundärbildungen die sich sehr schnell (binnen Tagen/Wochen) bilden können. Die Wässer in unmittelbarer Nähe dieser Bildungen waren so aggresiv, das sie die Stahlgleise im laufe der Jahre zersetzt haben. Oft kommt Melanterit zusammen mit Halotrichit vor was die Schwefelsäurebildung noch verstärkt.

Jürgen
« Letzte Änderung: 18 Oct 04, 11:50 von geomueller »

Offline wolfilain

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Re: Dürrer Schlag Thumsenreuth
« Antwort #2 am: 18 Oct 04, 11:36 »
Hi

Wow ich muss sagen so schnell hätte ich keine Antwort gehabt

http://ultra.cto.us.edu.pl/~cabala/SGA_WWW/images/Melanterite.jpg
FeSO   4·7H2O
http://www.gdotsch.de/schleifen-Dateien/seit36-Dateien/11.halotrichit.jpg
FeAl2(SO4)4·22H2O

Ich würde auf melanterite tippen :P
Da das halotrichit eher mehr nadeln und fasern bildet
Es gibt aber auch Zinc-melanterite. (Zn,Cu,Fe)SO4·7H2O

« Letzte Änderung: 18 Oct 04, 11:50 von wolfilain »

Offline McSchuerf

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Re: Dürrer Schlag Thumsenreuth
« Antwort #3 am: 18 Oct 04, 19:01 »
Ich tendiere auch mehr zu dem Eisenvitriol Melanterit; der Halotrichit kann zwar auch mal blassgrün vorkommen aber zeigt sich doch wohl mehr faserig-filzig - nicht so der Melanterit (habe viele Halotrichite von mehreren Fundorten und die sind immer faserig-filzig und meist auch nur weiß oder beige!).