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Autor Thema: Wie tief liegen verst. Hölzer ?  (Gelesen 9567 mal)

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Offline quartzman

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Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« am: 09 Aug 08, 10:29 »
Hallo Forum hallo Fossilienfreunde,
wie tief muß man eigentlich im Normalfall buddeln um versteinerte Hölzer zu finden ?  Hat da jemand schon seine Erfahrungen mit gemacht ?
Viele Grüße
Christian

Offline Psaronius

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #1 am: 09 Aug 08, 10:50 »
Hallo,
komische Frage...
Hängt immer vom konkreten Fundort ab.
Kennen Fundstellen, da kannst Du Kieselhölzer als Lesesteine aufsammeln,
und wieder andere Lokalitäten, wo solche Hölzer erst bei umfangreichen Erdarbeiten (Baustellen, Tagebaue,..) aufgeschlossen werden.
Gruß
Psaronius

Offline trommeln

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #2 am: 09 Aug 08, 11:01 »
Also der Gucknetso erzählt von Ackerfunden.. aber auch von Löchern buddeln bis 1m Tiefe..  wobei sein Material vom Acker extrem gut ist, aber das aus dem Loch nach weniger altem tönt

Offline Gucknetso

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #3 am: 09 Aug 08, 12:36 »
hallo quarzmann

als erstes musst du ja mal rausfinden wos bei dir holz gibt......
da wo acker-feldfunde vorkommen da könnten au größere brocken in der erde liegen.
aber das weis man(n) nie vorher.
bei mir war es ehr zufall die großen brocken aus der erde zu holen smile.

glg siggi

Offline caliastos

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #4 am: 09 Aug 08, 13:33 »
also die fundtiefe hängt sehr von der region ab. du kannst stämme an der oberfläche haben, aber auch in hunderten von metern tiefe. halt abhängig davon wo die schicht liegt, die das material enthält.

Offline triassammler

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #5 am: 10 Aug 08, 01:13 »
Hallo,

eigentlich ist es doch egal, wie tief es liegt - erst wenn es an die Oberfläche kommt (oder die Oberfläche zu ihm herunterkommt) findet man es  ;D

Ich nehme an, wenn wir hier über versteinerte Hölzer reden, dann sind verkieselte H. gemeint...
Das Vorkommen verkieselter Hölzer ist extrem faziesabhängig, viel stärker als bei Fossilien mobiler Organismen. Zu einem Wald bzw. lockeren Baumbestand (in der Erdgeschichte nicht immer so häufig wie heutzutage) muss das passende Einbettungsmilieu (See, Altarm eines Flusses) in der Nähe kommen, und dort müssen dann auch noch die richtigen Bedingungen für Verkieselung herrschen (Sediment, in dem Silikatverbindungen in mobilisierbarer Form vorliegen), sonst gibt es höchstens Kohle.
Ein reiner ("reifer") Sandstein besteht zwar per Definition überwiegend aus Quarz, dieser liegt jedoch in kaum löslicher Form vor. Dagegen können feldspatreiche ("unreife") Sandsteine oder Vulkanite reichlich Kieselsäure aus der Verwitterung von Feldspäten, Amphibolen etc. bereitstellen, besonders in warmem und feuchtem oder zumindest periodisch feuchtem Klima.

Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich habe bei zig Gelegenheiten Aufschlüsse im heimischen Stubensandstein abgeklappert, weil dieser einerseits die perfekten Bedingungen für Verkieselung bietet und andererseits zur Entstehungszeit von Nadelbaumgruppen bewachsen war - es hätte sich also was finden lassen müssen, und reichliche Funde sind auch durchaus bekannt. Bis auf ein paar dünn gesäte Kleinstücke aber nada... Eines Tages stand ich dann in einem Aufschluss, der einen Altarm des Deltasystems erschloss, und siehe da, Stämme steckten kreuz und quer in der Wand, weil sie sich in einer Stillwasserzone angereichert hatten :D Der größte Fund aus dem Aufschluss ließ sich grade noch so von 2 Personen anpacken, ein perfekt erhaltenes Stammsegment mit fast 100 kg! Der Fundhorizont lag ca. 4 m unter der Bodenoberfläche, aber das ist dabei völlig irrelevant.

Am praktischsten ist es, wie Gucknetso es beschreibt: Da, wo ohnehin schon reichlich fossiles Holz auf dem Acker liegt, stehen die Chancen nicht schlecht, in geringer Tiefe noch mehr zu finden. Und wenn es viele kleine Holzfragmente gibt, stammen sie höchstwahrscheinlich von größeren Stämmen, die beim Pflügen zerbrochen werden.
Wenn Du Dir Fundorte in Dir geologisch unbekanntem Terrain selbst erarbeiten willst/musst und keinen lokalen Kenner der Materie als Führer bzw. eine konkrete Fundortangabe hast, musst Du logisch vorgehen: Über den Ausstrich potenziell holzführender Schichten gibt Dir eine geologische Karte Auskunft (es dürfen keine marinen Schichten sein); Kenntnis über die Entstehungsweise und -zeit sowie Ablagerungsraum der Schichten hilft, das Potenzial für Verkieselung oder überhaupt das Vorkommen von Bäumen bzw. Baumartigen richtig einzuschätzen. Und danach: viel Geduld!

Gruß,
Triassammler

Offline Gucknetso

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #6 am: 10 Aug 08, 21:11 »

hallo triassammler smile
sammelst du auch versteinerte-kieselhölzer in bawü??

lg siggi

Offline triassammler

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #7 am: 10 Aug 08, 22:35 »
Hallo Siggi,

Zitat
sammelst du auch versteinerte-kieselhölzer in bawü??

ja, wenn mir eines unterkommt ;) Hab mich bisher auf die Löwensteiner Berge konzentriert, dort aber nur aus einem Aufschluss was Gescheites rausgeholt.

Gruß,
Rainer
« Letzte Änderung: 16 Mar 13, 13:29 von oliverOliver »

Offline quartzman

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #8 am: 15 Aug 08, 17:02 »
Hallo Triassammler,
vielen Dank für die ausführliche Antwort :)
Naja, bei uns im Saarland ist es wohl nicht mehr so mit dem Suchen. Wie gesagt, das einzige was übrig bleibt ist am nahegelegenen Kieswerk (die ja selbst schon lange nicht mehr fördern), um den Kiesberg schlendern und da nach kleineren Achaten nach dem Regen ausschau halten. Dann kommt ja noch dazu das die Betriebe bis auf manche Ecken umzäumt sind. Ich springe bestimmt keinem aufs umzäunte Gelände !!!
Wie gesagt, mit etwas Glück kommt es vor das sie einen guten Schwung zum Zaun schieben. Und nach dem Regen kann man mal nachschauen fahren. Viele
kleine Achätchen habe ich schon aufsammeln können. Der Baumstamm den ich aus dem Keller habe stammt wohl aus besseren Tagen. War der den ich hier
mit Fotos reinbrachte. Wenigstens habe ich ihn zur Schleiferei geschickt und morgen soll er ja zurück kommen. Dann werd ich wieder ein Bild hir reinbringen.
Gruß
Christian

Offline Gucknetso

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #9 am: 15 Aug 08, 20:40 »
hallo triassammler :-)

sicherlich meinst du den steinbruch an der chauseestrasse smile
leider ist der schon lange mit bauschutt aufgefüllt und nix mehr mit finden soifz
und ich konnte bis dato keinen neuen aufschluss finden , in den löwensteiner bergen :-(
solltest du noch einen stelle wissen......
ich kenne eben nur noch die feldfunde hier um beilstein und um heilbronn
und öhringen.......

glg siggi

Offline triassammler

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #10 am: 16 Aug 08, 22:44 »
Hallo Siggi!

Ja, den nämlichen Steinbruch kenne ich natürlich. Ich war dort vor über 10 Jahren öfter und hatte meine Freude an der erwähnten Stammzusammenschwemmung. Dann gab es ein kleines Missverständnis mit der Betretungsgenehmigung (vom Juniorchef ohne Wissen seines Alten erteilt - oh Mann, war der alte Herr sauer, der hat uns sowas von fertiggemacht und seinen Junior verflucht, als er mich und zwei Kollegen eines Sonntagnachmittags in seinem Bruch "erwischt" hat. Da fielen dann so unheilige Worte wie "Diebstahl"...). Das hat mich dann ein für alle Mal abgeschreckt. Vor ein paar Wochen hab ich aus Neugier mal wieder reingeschaut, und was musste ich sehen: Aus dem Loch ist ja nun ein Berg geworden!  :o Schade drum!
Ich kenne sonst auch weit und breit keine aktive Sandgrube mehr, und ich glaube, ohne so großflächige Aufschlüsse geht es nicht, große Hölzer zu finden. Unten mal ein Bild von meinem Highlight vom Chausseehaus. So ein Trumm habe ich seitdem nirgends mehr aufgesammelt.
Wenn Du in der Gegend wohnst - wird dort oft gebaut? Baugruben könnten doch auch interessante sein. Allerdings scheint die Hochfläche der Löwensteiner Berge nicht gerade ein beliebtes Zuzugsgebiet zu sein...?

@Christian: Gerade wenn Du in einem Kieswerk sammelst müsste die Tiefe der Funde ja egal sein, es wird ja ständig umgeschichtet  ;) Mit Kies ist das eben immer so eine Sache, weil das Material aus dem gesamten Einzugsgebiet des Gewässers stammt und dazu meistens auch noch nach Größe, wenn nicht sogar nach Material, frachtsortiert ist. Wobei speziell Quarze, Kieselhölzer und Achate ja einiges aushalten und bei der Frachtsonderung im Fluss noch am besten wegkommen. Dabei kannst Du dann auch durchaus wiederaufgearbeitetes Material aus älteren Schottern haben, die von einem Gewässer mit deutlich abweichendem Einzugsgebiet stammen...
"Bessere Tage" oder die "Guten Alten Zeiten" werden zwar unter Sammlern gern beschworen, die gibt es meiner Meinung nach aber nicht. Alte Fundstellen verschwinden, dafür entstehen neue, wenn auch manchmal nur kurzfristig. Wenn man dann einmal einen Ausnahmefund hinsichtlich Größe oder Erhaltung macht und in den folgenden 20 Jahren nichts vergleichbares findet, kann man schlecht davon sprechen, dass es damals besser gewesen sei. Ausnahme bleibt Ausnahme  8) So dürfte es auch bei Deinem Stamm sein.

Gruß,
Triassammler

Offline triassammler

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #11 am: 16 Aug 08, 22:47 »
Ich Schlafmütze hab vergessen, das Bild anzuhängen...  ::)

Offline quartzman

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #12 am: 18 Aug 08, 10:00 »
Hallo,
na das ist aber wirklich ein beeindruckendes Stück  :o
Hier habe ich auch mein Schätzchen fertig geschliffen und poliert

Bild 1:

Offline quartzman

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #13 am: 18 Aug 08, 10:02 »
Und hier ist Bild 2 :
Kann vieleicht jemand sagen um welche Art Baum es sich gehandelt haben "könnte"  ??? ???
Viele Grüße Christian

Offline schleifer

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Re: Wie tief liegen verst. Hölzer ?
« Antwort #14 am: 18 Aug 08, 10:16 »
Hallo
Müßte sich um Dadoxylon handeln.
Gruß Robert

 

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