Hallo !
Meinen ersten Bernstein hab ich in den 80igern auf Hiddensee gefunden.
Es war ein stürmischer Tag im Oktober. Auf der Überfahrt von Stralsund hatte ich mein Frühstück "rückwärts" gegessen!
Der Bernstein hatte sich im Wellenbrecher am Dornbusch verkeilt. Rausholen musste ihn meine Mutter, ich war ja noch ein "Stift". Mein Vater und ich mussten unsere Gürtel zusammenbinden und so haben wir meine Mutter bei ihrer Kletterpartie gesichert. Hinterher war sie pitschnass!
Am gleichen Tag ist meinem Vater noch ein Stück vor die Füße geschwemmt worden (bei Kloster). Ich hab "bloß" noch nen Seeigel gefunden.
Eine gute Entschädigung für Seekrankheit und nasse Klamotten.
Beide Stücken sind zwar keine Riesen, doch größer als die Krümel, die sonst aus dem Seetang gepuhlt werden. Jeder hat ca. die Größe eines Hühnereis.
Beim Studium hab ich noch ein paar Bernsteine aus Bitterfeld eintauschen können. Der, von dem ich sie eingetauscht habe, hat im Tagebau gelernt und dazu gehörten auch ein paar Schichten in der Bernsteinförderung.
So ein Mist ! 20km entfernt bin ich aufgewachsen. :'(
Später hat es mich ins Kristallin verschlagen und seit dem gehöre ich zur "Glitzersteinfraktion".
Trotzdem würde ich die Stücke nie weggeben!
Weshalb bezeichnet ihr Danzig als die Hauptstadt des Bernsteins?
Für mich ist und bleibt es Palmnicken!
Übrigens, 90% des in Danzig verkauften Bernsteins kommt von dort (oft Schmuggelware). Falls ihr die Gelegenheit habt, macht lieber dort einen Besuch und versucht "illegalen" Bernstein zu kaufen. Ein, zwei Flaschen "Wässerchen" öffnet einige Türen. Die zu den amtlichen Stellen lasst lieber zu!

Leidliche Srachkenntnisse in Russisch müsst ihr haben, sonst läuft nix! Bernstein heißt auf russisch Jantar (wird zumindest so ausgesprochen).
Selbst graben würde ich nicht, die Bullen sind nicht zimperlich. Und eine Gebisssanierung wegen ein paar Bernsteinen muss nicht sein, oder?

Viele Grüße!