Hallo Druide,
Dein "..._lang_holz" ist wahrscheinlich der Negativausguss einer Fließrinne. Da ist eine starke Strömung über den Gewässergrund geflossen und hat einen rinnenförmige Vertiefung ausgeschwemmt. Das Bild von dem kleineren Handstück zeigt Strömungsmarken (fachsprachlich "gutter casts"), die von Steinchen, Holzstückchen o. ä. hinterlassen wurden, die die Strömung über den Sandgrund geschleift hat. Als die Strömung nachgelassen hat, hat sich der mitgeführte Sand abgesetzt und die Rinne verfüllt. Beim Spalten eines solchen Blocks steht die Rinnenfüllung dann oft als Wulst auf der Unterseite der Hangendplatte.
Eisen würde eventuell auch erklären warum der Stein so schwer ist......
Für eine intensive Rotfärbung eines Sandsteins genügt schon unter 1% Eisengehalt, dieser trägt nicht wesentlich zum Gewicht bei. Viel wichtiger ist da, ob die Zwickel zwischen den einzelnen Sandkörnern mit einer Matrix (Ton oder Kalk) verfüllt sind (= relativ schwer) oder noch offen (= relativ leicht). Typischerweise umgibt eine extrem dünne Eisenoxidhülle die einzelnen Körner und verleiht dem Gestein damit seine rote Farbe. Aber es "erfüllt" das Gestein nicht, es findet sich weder
in den Sandkörnern, noch füllt es die Poren aus.
Lokal kann es Konzentrationen von Eisenoxiden geben, die durch Lösungsprozesse im Umgebungsgestein ausgewaschen und "nebenan" an einer Stelle konzentriert wieder ausgefällt wurden. Dann ist in der Tat jeder verfügbare Hohlraum (ggf. auch der eines verrotteten Holzstücks) damit erfüllt. Dies fällt aber besonders ins Auge, weil der Stein dann richtig "rostig" aussieht, denn der rote Hämatit wird bei solchen Vorgängen durch chemische Prozesse in gelbbraun-rostfarbenen Goethit überführt und geht bei unserem Klima auch nicht wieder in Hämatit über.
Ob das Goethitobjekt mal ein Holz gewesen ist, sei dahingestellt. Sofern sich nicht eindeutige Holzmerkmale (Rindenabdrücke, Fasern) zeigen, kann es alles mögliche sein und muss nicht einmal mit einem Fossil in Verbindung stehen. Unter Umständen kann man das niemals mit Sicherheit sagen.
Generell gilt, dass der Buntsandstein bis auf einige seltene, räumlich eng begrenzte Vorkommen sehr fossilarm ist, da er überwiegend eine terrestrische Bildung unter wüstenhaften Bedingungen darstellt. Selbst die allgegenwärtigen Spuren von Gewässern täuschen da: es gingen monsunartige Regenfälle nieder, die zwar unübersehbare Spuren (Strömungsmarken, Sandbänke, tonige Schwemmebenensedimente, Abdrücke von Regentropfen und Trockenrisse) hinterlassen haben, aber das Wasser verschwand genauso schnell wieder, wie es gekommen ist, ohne dass länger fortdauernde Gewässer als Grundlage einer Fossilien liefernden Lebensgemeinschaft entstanden wären. Sehr selten findet man Fossilien, dann meist in größerer Dichte, im Bereich fossiler Seen oder Tümpel, die über längere Zeiträume - Jahre - wasserführend waren. Dann aber auch in einer Häufigkeit und Erhaltung, dass Zweifel ausgeschlossen sind und man nicht an undeutlichen Resten herumdeuten muss. Einigermaßen lässt sich die Situation mit der Sahara vergleichen: Es regnet dort zwar gelegentlich ordentlich, aber das Wasser fließt sofort ab und versickert bzw. verdunstet in abflusslosen Becken. Nur an sehr wenigen Stellen gibt es Oasen.
Gruß,
Triassammler