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Grüne Mineralien im Sandsteinquader
stoanklopfer:
Hallo!
Also ich muss schon feststellen, dass hier aber schon allzusehr verallgemeinert wird. "Der Buntsandstein" ist absolut nicht zur Gänze marin abgelagert. Große Teile sind in ehemaligen Wüsten als Dünensedimente und noch mehr als Flußsedimente abgelagert worden. Unterscheiden kannst die Fazies allerdings nur sehr schwer ohne ausreichende Kenntnis über Sedimentstrukturen und deren Entstehung. Nachdem ich mich über mindestens 10 Jahre forschungsmäßig sowohl mit dem alpinen als auch "germanischen" Buntsandstein auseinandergesetzt habe, muß ich sagen, bevor man solch verallgemeinernde Antworten wie oben gibt, ist es besser, nur auf Literatur zu verweisen oder nichts Genaueres dazu zu sagen. Zur Farbe: Wer heute noch behauptet, die Gesteinsfarbe sagt was über das Bildungsmilieu aus, hat viel verschlafen. Es liegt wohl auf der Hand, daß die Farbe nur etwas über das Diageneseregime im Ablagerungsraum aussagen kann: die Farbe wird entweder dort erhalten oder verändert (was stimmt, wird sich selten wirklich feststellen lassen). Dazu kommt noch, daß vielfach das farbgebende Pigment mit dem Sediment schon im Ablagerungsraum mit angeliefert wird und nicht dort gebildet wird.
Also, alles nicht so einfach, wie hier dargestellt. Ich könnte viel mehr drüber schreiben, aber das würde zu weit führen in diesem Forum. Nur so als Tipp: Sedimentologie beschränkt sich nicht auf das Betrachten von einzelnen Handstücken oder Blöcken, Dünnschliffen oder gar nur Fotos, sondern v.a. auf das Erkennen großräumiger Fazieszusammenhänge, die mühsam aus dem Gestein herausgelesen werden müssen, was jede Menge Erfahrung braucht!
Nicht übel nehmen
stoanklopfer
Psaronius:
Hallo stoanklopfer,
Du hast ja eigentlich total recht, - und solche Verallgemeinerungen sind wohl meist dem knappen Platz im
Forum geschuldet. Über manche Frage müßte man seitenlange Beiträge schreiben und wohl zuerst einmal haufenweise Begriffe und Definitionen erklären...
Es ist doch alles etwas komplizierter !
Mein Spezialgebiet ist ja eigentlich die Paläobotanik. Da geht es mir oft ähnlich.
Einer stellt ein fast unscharfes Foto eines Kieselholzfragmentes ohne weitere Angaben ins Forum, - und möchte dann die Pflanzenart wissen...
Wenn der wüßte, wie ich mich manchmal mit der Bestimmung quäle, - trotz diversen An- und Dünnschliffen
und umfangreichen Kenntnissen über die Geologie der Fundstelle usw.
Wenn alles so einfach wäre...
Danke für Deine Hinweise und Bemerkungen.
Gruß
Psaronius
Druide:
Hallo,
ich weis,
es ist nicht so einfach mit der Bestimmerrei.
Alles ist auf den Bildern augenscheinlich, herausgerissen aus einem Gesamtgefüge.
Würden Bilder des Bruches etwas weiter helfen?
Gruß
Marie
caliastos:
natürlich ist der BS nicht zu 100% marin. nur erkläre das mal jemand von jetzt auf gleich. an manchen sedimenten wird seit jahrzehnten geforscht und es kommt immer noch was dazu. wenn man eine verbreiterung eines sedimentes nennt, dann auch nur eine grobe fläche ohne irgendwelche ausbisse und der gleichen dinge. nur erzähle das mal auf die schnelle ohne ganze abhandlungen schreiben zu müssen. man kann ganze bücher über eine region schreiben, obwohl das beschrioebene sediment in dem bereich gerade mal 1% der verbreitung ausmacht, wenn überhaupt. dann zu jedem neuen begriff eine erklärung seiner bedeutung. usw.
das macht an sich keinen sinn. das ist etwas für wissenschaftliche oder projektbezogene abhandlungen und arbeiten, aber nicht für die beantwortung kurzer fragen sinnvoll.
allein wenn man die entstehungsgeschichte des odenwaldes in dem fall erklären wollen würde, so wären das locker mehrere seiten text ohne irgendwelche definitionen und tiefe einstiege. --> da bringt nur lehrbuch und co etwas.
ein schönes beispiel finde ich da immer die alpen. relativ jung und von zahlreichen leuten beschrieben. und das schon weit über hundert jahre. und dennoch ist man immer noch weit entfernt, trotz hunderter abhandlungen, zu verstehen, wie die genaue entstehung abgelaufen ist.
man kann natürlich alles penibel und fein säuberlich und politisch korrekt verfassen, doch es bringt nichts, wenn man nicht ein bischen in der sache drinnen ist. oft sind veralgemeinerte beschreibungen besser verständlich als fachchinesisch.
wenn man es ganz genau nimmt, dann darf man an sich kein gestein im ganzen beschreiben, denn es ändert sich das erscheinungsbild mm-weise. so dürfte man keine faziesräume ausweisen. alles ist mehr oder minder immer eine form der verallgemeinerung.
man muß eben immer versuchen zu jedem fall das passende modell zu finden. wenn hohe detailiertheit möglich ist, heißt es nicht, daß sie in dem fall sinn macht. dem millionär braucht man z.b. nicht erklären wie sein gold entstanden ist. für ihn zählt nur wie er daran kommt. für denjenigen, der allerdings die lagerstätte sucht ist das hingegen schon interessant. der eine braucht die detailinformation, für den anderen reicht der rundumschlag in kurzform.
ansonsten schreibt jeder nur riesen romane, die niemand lesen wird.
Druide:
Hallo caliastos,
ja es ist so
nicht einnmal mal der "langweilge" Buntsandstein ist mit wenigen Worten zu beschreiben.
Und ich finde unser "Buntsandstein" macht seinem Namen alle Ehre. Er ist bunt in Form und Farbe.
Das zu beschreiben.........
Er trägt oben auf dem Berg schwarze kleine nach Bitumen stinkende Perlen. Etwas tiefer liegt Muschelkalk mit sehr kleinen Muscheln. Und zum Teil hat der Muschelkalk schwarze Schlieren.
Ich finde Hornstein- und Kieselgeröll, tiefer im Boden liegen grünliche Kalksteinbrocken ohne Fossilien mit "Eisengeröll".
Dann finde ich Bilder vom Schilfsandstein, wenn die alle so aus sehen......hätte ich die eventuell auch im Angebot.
Ach ja und da sind die Bröckeltonschichten, Lesehaufen deren Steine schwarze Oberflächen haben...... Ton allgemein und...und..und....ich habe noch nicht einmal ansatzweise angefangen zu "erzählen"
...........hier würden vielleicht schon die ersten schlafen ;)
Zitat:
der eine braucht die detailinformation, für den anderen reicht der rundumschlag in kurzform.
So gesehen bin ich mit einem Rundumschlag zufrieden,
Gruß Marie
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