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Autor Thema: Schlacke oder nicht  (Gelesen 13306 mal)

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Schlacke oder nicht
« am: 21 Sep 08, 13:36 »
Hallo,
ich habe hier ein Stein von dem ich ausging das es sich um Schlacke handelt.

Gefühltes Gewicht:schwer
Löcher im Gefüge
zum Teil holzartige Stuktur
Gebrössel läßt sich "vollkommen" zerreiben
Schäumt nicht mit Salzsäure
hat mag. Anteile was auch immer.

Nun habe ich mir diese gelb schwarze Perlen angesehen, die im oberen Teil des Geländes liegen.
Nun zweifle ich an der Schlacke
Die "Perlen" sind ebenfalls tonig wie diese "Schlacke"  nur ist der mag. Anteil nicht so konzentriert.

Beide stinken nach Bitumen wenn ich zündele.

Wer weis Rat?
Danke für Antworten
Maria
« Letzte Änderung: 20 Apr 13, 13:25 von oliverOliver »

Offline Kupperdroll

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #1 am: 22 Sep 08, 14:48 »
Hallo,Maria!
Beschreibe doch mal den Fundort genauer:Halde,Schutthaufen,Kiesgrube,Tagebau(evtl.Kohle...).Würde schon helfen.Von der Farbe her,habe ich soetwas schon gesehen...!?
Haben diese Funde vielleicht mit dem Buntsandstein von Deiner anderen Anfrage zu tun,Fundortgleichheit u.a.??
Glück Auf!!
Kupperdroll
« Letzte Änderung: 22 Sep 08, 14:53 von Kupperdroll »

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #2 am: 22 Sep 08, 15:15 »
Hallo Kupperdroll,
ja das alles hat mit meinen anderen Fragen zu tun.
Laut Gechichte gab es kein Abbau, keine Schmelze, nix. Ich bin zwar kein Archäologe aber so manche "Unebenheiden" im Waldboden könnten auf eine Schmelze deuten.

Ich bin noch an der Sache dran :-)
Danke für deine Antworten
Maria
« Letzte Änderung: 20 Apr 13, 13:26 von oliverOliver »

Offline Kupperdroll

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #3 am: 22 Sep 08, 15:31 »
Hallo,Maria!
Dann habe ich mich getäuscht;Ich sah soetwas vor vielen Jahren bei uns im Kohletagebau!
Da würde ich jetzt schon eher an sekundäre Fe-Ablagerungen und "Bohnerz"-bildungen denken.Aber ich denke mal,die Profis finden bald eine Antwort!
Glück Auf!!
Kupperdroll

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #4 am: 22 Sep 08, 19:31 »
Hallo

mir sagt der Klumpen nicht viel.
Der Klumpen auf dem Bild sieht wohl eher einer Schlacke ähnlicher.

Die nach Bitumen stinkenden Perlen
sie kommen nur an bestimmten Stellen vor, dann aber Fläche deckend.
Kann ich sie eventuell mit dem Buntsandstein in Verbindung bringen oder eher als angeschleppt sehen?

Danke für mögliche Antworten
Maria


« Letzte Änderung: 22 Sep 08, 19:36 von Druide »

Offline triassammler

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #5 am: 22 Sep 08, 20:24 »
Hallo,

in der Tat Bitumen, Herkunftsort ist vermutlich die Insel Trinidad, wo die deutschen Asphaltunternehmen ihr Bitumen einkaufen.

Gruß,
Triassammler

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #6 am: 22 Sep 08, 21:02 »
Hallo Triassammler,

*lach wie meinst du das?
Zitat:
die Insel Trinidad, wo die deutschen Asphaltunternehmen ihr Bitumen einkaufen.
Du meinst die Peliten kommen von dort. Habe ich das richtig verstanden?????
Marie


Offline triassammler

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #7 am: 22 Sep 08, 23:57 »
Hallo Maria,

"Pelite" sind Schlamm- bzw. Tonsteine :)

Dein Stück ist ein Überrest vom Straßenbau und wurde anthropogen in den Wald verbracht, beispielsweise im Profil eines Traktorreifens oder von einem Häuslebauer, der einen Eimer Schutt vom Asphaltieren seiner Einfahrt mal geschwind ohne Mehrkosten entsorgen wollte. Du glaubst ja nicht, was man auch in scheinbar unberührten Waldgebieten alles an Zivilisationsmüll findet. Wenn Du Steinbrüche in der Nähe hast kann der Asphaltbrocken auch von einer Verfüllungsmaßnahme stammen, etc....

Es ist auf jeden Fall Asphalt bzw. sonstwas bautechnisches, das aus Bitumen oder dessen Abfallstoffen gewonnen wurde. Die "Perle" kann sich beim Asphaltieren in der großen Hitze aus einem Spritzer flüssigen Bitumens gebildet haben und blieb in dem Zwickel hängen.

Auf Trinidad gibt es den weltgrößten Asphaltsee, das flüssige Material wird dort direkt mit dem Bagger in Fässer gefüllt und nach dem Abkühlen in alle Welt verschickt. Soweit ich weiß, ist Deutschland Hauptabnehmer. Wenn Du das nächste Mal auf der Straße fährst, denk also dran, was für einen weiten Weg das schwarzer Zeug schon hinter sich hat :-)

Gruß,
Triassammler

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #8 am: 23 Sep 08, 11:33 »
Hallo Triassammler,
danke für deine ausführliche Antwort.
Darf ich bitte noch einen Einwand vorbringen.
Keinerlei Industie. 1 Straße geht durch den Ort. Weit und brei Land.
So gesehen hätten die "Doldis" 
das Geraffel weitflächig über die Äcker gestreut und nicht nur am Starßenrand abgeladen.
Die Gechichte von hier ist mir bis 1294 bekannt, ein wenig Hügelgrab und einiges das mir noch nicht klar ist. Keinerlei Erwähnung von einem Asphaltlager oder so was:-)

Ich weis es haben schon Pferde gekotzt,
aber das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen das diese Perlen aus Trinidad kommen.
Es sei den diese Peliten sind eine Art Dünger.

Die meisten Steine führen mich in die Wutachschlucht, in die Alpen, nach Thüringen und in den den Buntsandstein des Nordens.
Ich bin Laie und ich finde rotgelben Lehm unter der Bezeichnung Terra Rossa: Aber ist es auch Terra Rossa?
Immerhin liegt dort die höchste Konzentratio von Eisenoxiden.
Aber ich bin verwirrt bei all den Angeboten von Dokumentationen
die erzählen wie was zu stande kommt.
Die Peliten führen mich in den Zechstein.
Nord/Ost= Peliten = Trinidad
Südwest = Roterde= Afrika
Na ja dann *lach

Nun stellt sich möglicherweise raus....ich habe sehr viel Energie in den Abfall der Neuzeit gesteckt?
Horido....


Danke für eure Hilfen....

Gruß
Maria

Anbei ein Bild von der "Roterde"
und einem Ackerbefund


 

Offline caliastos

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #9 am: 23 Sep 08, 12:24 »
pelite sind aber immer noch schlamm/tonsteine.  8)
was sind übrigens peliten? meinst du diese perlenformen oder pelit?

um das zeug im wald zu haben braucht es nicht unbedingt industrie und straßen. da gibt es sehr viele möglichkeiten. und ich garantiere, daßtrotz dokumentation immer leicht 70-90% der vorgänge "nicht" dokumentiert sind, und wenn es noch so ausführlich ist. das zeug kann auch schon von anderen zeiten stammen und daher als schlackenrest herumliegen.
roter lehm ist nur roter lehm. terra rossa oder terra cotta, terrazzo (lokalbegriff, farbe, kunstwort) und der art sind ganz andere begriffe. adneter knollenkalk ist zwar ein roter knollenkalk, aber nicht jeder rote knollenkalk ist adneter knollenkalk. du verstehst.

man vergesse übrigens nicht: bezeichnungen variieren stark mit der lokalität. genauso die bildungen. von nord nach süd z.b. sind schon arge unterschiede.

Offline triassammler

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #10 am: 23 Sep 08, 12:51 »
Hallo Maria,

also wenn Du versuchst, mit Bitumen zu düngen, möchte ich lieber nichts selbst angebautes aus Deinem Garten essen ;)

Aber im Ernst: Das ist so eindeutig Bitumen (gerade wegen der Schmelzperle), da gibt es nichts dran zu deuten.

"Roterde" ist nur eine bodenkundliche Bezeichnung und bezeichnet meist Böden der trocken-tropischen Zonen, die durch Oxidation des enthaltenen Eisens ihre rote Farbe erhalten. Genauso kann aber zu Lehm verwitterter roter Tonstein (sehr häufig vorkommend im Buntsandstein) zur Bildung roter Böden (= Erde) führen. Das hat dann aber nichts mit Roterden im strikten Sinn zu tun. Weiters ist verwitterter Tonstein noch keine "Erde", sondern zuerst einmal verwitterter Ton. Erst durch Prozesse der Bodenbildung (die wiederum genau definiert sind und unter anderem durch den Einfluss von Organismen geprägt sind) wird daraus "Erde". Hier ist es einfach wichtig, die Begrifflichkeiten und ihre Definition genau zu kennen, sonst verläuft man sich völlig im Wald der Fachbegriffe.

Grüße,
Triassammler

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #11 am: 23 Sep 08, 14:24 »
Hallo Triassammler,

ohhhh ja ein Irrwald der Fachbegriffe. Mir sausen manchmal die Ohren und googel mich ohnmächtig:-)
Und es gibt tolle Seiten die Geologie näher bringen.

Die letzten Beiträge haben mir noch bewußter gemacht
ich bewege mich in einer Welt die sehr kompliziert ist.

Was ich habe sind meine Sinne, die bei jedem Spaziergang ein neues Fenster öffnen.

Danke Maria
« Letzte Änderung: 20 Apr 13, 13:28 von oliverOliver »

Offline caliastos

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #12 am: 23 Sep 08, 15:08 »
hauptsinn: sehen. fängt bei "F" wie fachbuch an und endet bei "S" wie stein
erst danach kommen riechen, tasten, schmecken und hören (ja, alles wunderbar bei gesteinen denkbar).  ;D

ne, aber spaß mal bei seite.

wenn man zuerst wo hinkommt erst mal nur schauen und nicht deuten. deuten erst viel später + vorangehender überlegung. gut macht sich immer auch ein fachbuch über das regionale geschehen. und am besten vor allem noch ein wenig fachvokabellektüre. dann bringt man nicht zu viel durcheinander so daß andere nicht mehr wissen was gemeint ist  ;)

Offline Druide

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #13 am: 12 Oct 08, 10:47 »
Hallo,
ich war auf der Mineralienbörse in Miltenberg.
Ich hatte die "Schlacke" dabei. Dort wurde mir gesagt das es sich bei dem Stein, erstes Bild:
lehmberg_tonstein_holz.jpg
um Mangan handelt.

Gruß Maria

Offline triassammler

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Re: Schlacke oder nicht
« Antwort #14 am: 12 Oct 08, 11:11 »
Hallo Maria!

Das kann durchaus sein! Mangan ist neben Eisen ein sehr häufiger Bestandteil von Gesteinen und den Böden, die sich daraus gebildet haben. Wie Eisen bzw. dessen Oxide und Hydroxide wird es unter sauerstoffarmen Bedingungen im Grundwasser gelöst und an geeigneten Stellen in höherer Konzentration wieder ausgefällt. Geeignete Stellen sind dabei alle Punkte, an denen Sauerstoff ins Grundwasser gelangt (z. B. an Quellaustritten, Gesteinsklüften) oder der pH-Wert der Lösung verändert wird (z. B. durch Pflanzenwurzeln und ihre Ausscheidungen, oder durch verrottendes organisches Material). Mangan kann dann poröse Aggregationen bilden.
In größeren Mengen entstehen Manganablagerungen im Redox-Bereich von Böden, das kann oft der Bereich sein, wo das verwitterte Gestein (bodenkundlich: C-Horizont) in den eigentlichen Boden (B-Horizont) übergeht. Dieser Bereich ist mal von Vernässung (Reduktion -> Mobilisierung von Mangan und Eisen) und mal von Austrocknung (Oxidation -> Ausfällung von Mangan und Eisen) betroffen. Die Manganaggregierungen umschließen dann auch verwitterte Gesteinsfragmente, so ist vermutlich der Einschluss in dem abgebildeten Stück dort hineingekommen.
Zum Alter: Solche Prozesse laufen natürlich ständig in Böden und oberflächennahen Gesteinskörpern ab; Mangan- und Eisenanreicherungen lassen sich auch in Böden und darunterliegenden Gesteinskörpern beobachten, die erst in historischer Zeit durch Änderung der Nutzungsart in eine Form überführt wurden, die solche Anreicherungen zulassen. Es geht also eher um Jahre und Jahrzehnte als um Jahrmillionen...

Gruß,
Triassammler

 

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