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Mineral in der Kreide/Kalk - Neuburger Kieselweiss + "Inoceramenquarzit"
Helicat135:
Naja, aber irgendwo zwischen dem "Gammel" und der Erdkrume sollte doch was interessantes Stecken, oder? Da sind ja noch deutlich mehr Horizonte aufgeschlossen.
Ich würde ja gerne nach Neuburg gehen - komme da nur vorerst nicht mehr hin...
caliastos:
im unvergammelten ist das natürlich was anderes. da läßt sich sicher was finden.
oliverOliver:
ok, ich weiß das Thema ist schon uralt, trotzdem:
Informationen dazu gibt es in:
• Karl Beurlen, Horst Gall, Gerhard Schairer, Die Alb und ihre Fossilien, Kosmos-Franckh 1978.
Auch dort wird von Hornsteinknollen im „Neuburger Kieselweiß“ gesprochen – dem sogenannten „Wellheimer Inoceramenquarzit“. Mit Quarzit im eigentlichen Sinn (Metamorphit) hat das natürlich nichts zu tun – es handelt sich um marine oberkreidezeitliche Silizite – also „Hornstein“ als allgemeiner Überbegriff wäre da schon passend. Allerdings dürften die weißen bis grauen Knollen etwas grobkörnig und keineswegs so hochqualitativ wie der „nordische“ Flint sein.
Und – ja, wie schon die Bezeichnung „Wellheimer Inoceramenquarzit“ sagt, es gibt in diesen Sedimenten Fossilien, allerdings weiß ich nichts über deren Erhaltungszustand und Häufigkeit (habe das angeführte Buch dzt. nicht greifbar, sondern nur in meinen Notizen nachgesehen).
und noch ein paar Links zum Kieselweiß (incl. Mineralien + Fossilien, näher auf die Hornsteine eingegangen wird nur im letzten):
http://www.bgr.de/app/litholex/gesamt_ausgabe_neu.php?id=2008117
http://www.mineralienfreunde.de/Oberbayern/neuburg.html
http://www.fossilien-journal.de/cms/red/iv/iv-2005/iv-2005-06.php?print=true
http://www.hoffmann-mineral.de/Neuburger-Kieselerde/Neuburger-Kieselerde-einzigartiger-Rohstoff
http://jme.collections.natural-europe.eu/content/8009bb46-b0b3-4591-93e5-8c28a694aea1
edit:
Also entweder waren meine Notizen nicht sehr genau, und/oder es werden überhaupt wieder mal Begriffe unterschiedlich verwendet. Nach dem ersten Link ist „Wellheimer Inoceramenquarzit“ jedenfalls ein Synonym für die Wellheim-Fm, zu der auch das Neuburg-Kieselerde-Member gezählt wird (und nicht der Ausdruck für die kieseligen Knollen !).
Nach dem Beitrag von Mörs im Archaeopteryx (5. Link) folgt in einer der stratigrafischen Einteilungen (Tillmann 1964) hingegen der Inoceramenquarzit auf das Neuburger Kieselweiß.
Verkieselungen aus den Grobsanden (also nicht aus dem Kieselerde-Member) werden jedenfalls auch Kallmünzer genannt (kieselig gebundene klastische Gesteine, sog. „Zementquarzit“, was wiederum mit echtem Quarzit nichts zu tun hat).
„Gaisite“ sind nach Mörs 1991 (5. Link) hingegen knollige Bildungen von durch kieseliges Bindemittel verkitteten Kieselerden – das könnte also am ehesten dem eingangs beschriebenen Material entsprechen. Mörs 1991 stellt die alten Literaturangaben zusammen, wonach auch dieses Material früher als „Zementquarzit“ bezeichnet wurde, obwohl es nur vereinzelte Sandkörner enthält. Um die Verwirrung perfekt zu machen, wird aber dann auch der Inoceramenquarzit zu diesen Gaisiten gezählt – dieser Terminus wird also sowohl als Synonym für die Wellheim-Fm, als auch als Bezeichnung für die Kieselkonkretionen verwendet !
Die „Hornsteine“, die im oben angeführten Buch erwähnt werden, werden wohl ebenfalls den (hochwertigen/gut verkieselten) „Gaisiten“ entsprechen, sind aber nach den im www auffindbaren Infos und Quellen nicht eindeutig zu identifizieren – da brauchte es intensivere Recherche. Nach dem was ich jetzt dazu gelesen habe, tippe ich mal auf eher minderwertige Spiculite, da im Kieselweiß Kieselschwamm-Spicula ein wesentlicher Bestandteil sein sollen – also wohl Spiculite (oder allgemeiner Spongiolite) mit einem gewissen Klastenanteil.
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