https://www.mineral-bosse.dehttps://www.mineraliengrosshandel.comhttps://www.juwelo.de

Autor Thema: Launen der Natur  (Gelesen 6728 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Helmi

  • ***
  • Beiträge: 201
Launen der Natur
« am: 19 Oct 08, 18:19 »
Hallo,
brauche mal wieder eure Meinung. Gefunden in einer Sedimentschicht (Ton/Kreide/Sand-Gemisch) Fundstelle Kühlungsborn / Ostsseeküste.
Könnten das Calzitkristalle sein? Kantenlänge Fünfeck 0,35 mm, zweiter Kristall Durchmesser 0,15 mm,Höhe 0,7 mm.
Gruß Helmi

Offline triassammler

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.197
Re: Launen der Natur
« Antwort #1 am: 19 Oct 08, 22:37 »
Hallo Helmi!

Bist Du sicher, dass das "Fünfeck" nicht ein organischer Rest ist?

Gruß,
Triassammler

Offline Helmi

  • ***
  • Beiträge: 201
Re: Launen der Natur
« Antwort #2 am: 21 Oct 08, 18:28 »
Hallo.
sicher kann man dabei nicht sein. Zumindest ist es hart und läßt sich ohne Beschädigung aufnehmen . Organisches wäre möglich (Miniinsekten) die ihre Brut nach dem Abbruch in den Rissen des Materials aufgezogen haben. Mir sind bis jetzt noch keine bekannt. Muß mich mal kundig machen.
Gruß Helmi

Offline triassammler

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.197
Re: Launen der Natur
« Antwort #3 am: 22 Oct 08, 01:14 »
Hallo Helmi!

...ja, oder denke an mazerierte Megasporen, Samenkapseln... Könnte vieles sein.

Gruß,
Triassammler

Offline Helmi

  • ***
  • Beiträge: 201
Re: Launen der Natur
« Antwort #4 am: 24 Oct 08, 20:39 »
Hallo,
habe mich bezüglich Sporen informiert und bin bei den Pilzen (bin Sammler) fündig geworden. Heutige orange Becherlinge haben zumindest dem Aussehen der Sporen nach sehr große Ähnlichkeit mit meinem Objekt. Unterschied diese Sporen sind 50 x kleiner. Könnte der Fund eventuell rezent bzw. fossil sein? Dann müßte ich den Ort im Atlas ändern.
Gruß Helmi

Offline triassammler

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.197
Re: Launen der Natur
« Antwort #5 am: 25 Oct 08, 00:33 »
Hallo Helmi,

ich habe mich bisher nur mit (fossilen) Pflanzensporen beschäftigt, nicht mit denen von Pilzen. Aber das Prinzip ist eigentlich eindeutig: Sporen einer Art haben eine definierte Größe, Ausreißer um den Faktor 50x gibt es da nicht. Ein Objekt mit 350 y wäre, auf Pflanzen bezogen, eine Megaspore (das "mega" ist eine maßlose Übertreibung). Demgegenüber gibt es Mio- und Mikrosporen, diese sind aber an der Grenze der Fähigkeiten der Lichtmikroskopie. Soweit mir bekannt, produzieren Pilze nur Mikrosporen. Du solltest also eher bei pflanzlichen Megasporen weiterschauen...

Fossil/rezent ist bei Sporen gar nicht so einfach zu unterscheiden, wenn man nicht entweder absolut sicher ist, dass man eine nicht kontaminierte Probe hat, oder die Spore eindeutig einer fossilen bzw. in der Region rezent nicht vorkommenden Pflanzenart zuordnen kann. Der Gerüstbildner der Sporenaußenhülle, das Sporopollenin, kann nämlich unter Luftabschluss in tonigen Sedimenten unverändert und duktil 200 Millionen Jahre und mehr überdauern. Die Stacheln einer solchen Spore (so sie welche hat) lassen sich dann noch genauso biegen wie an dem Tag in grauer Vorzeit, als sie von ihrer Pflanze fiel.
Sporenaußenhüllen sind auf Grund ihrer Schutzfunktion aber eher massiv und nicht so fragil wie Dein gezeigtes fragliches Stück.

Gruß,
Triassammler

Tapir

  • Gast
Re: Launen der Natur
« Antwort #6 am: 25 Oct 08, 10:44 »
hallo Helmi,

du bearbeitest da nicht zufällig ein Profil, oder ;)


das dritte Bild zeigt eine (monaxone) Schwammnadel, vermutlich Demospongiae, die ersten beiden einen pflanzlichen Makrorest, der auch bestimmbar ist..zumindest habe ich soetwas schon auf entsprechenden Tafeln gesehen. Es gibt aus der Archäobotanik entsprechende Literatur dazu. Und da es sich wie die gezeigten Schnecken um eine Allerödfauna und -flora handeln dürfte, sollte die Bestimmung kein Problem sein. Hast du zufällig eine Unibibliothek in der Nähe?

Die Schwammnadel könnte allochthon sein, aber ich glaube nicht so recht daran........


edit: ob Alleröd aber fossil, subfossil oder rezent ist, hängt vom Bearbeiter und der benutzten Definition ab... Und dürfte selbst hier im Forum nicht wirklich klar sein ;)
« Letzte Änderung: 25 Oct 08, 10:57 von Tapir »

Offline Helmi

  • ***
  • Beiträge: 201
Re: Launen der Natur
« Antwort #7 am: 01 Nov 08, 20:06 »
Hallo,
eine Unibibliothek liegt in der Nähe (Rostock). Werde mich da einmal umsehen. Bei der zeitlichen Einordnung bin ich mir derzeit noch nicht im klaren.
Habe mich  über die Entstehung der Ostsee kundig gemacht. Danach war der Wasserspiegel im Bereich der Fundstelle in den letzten 15000 Jahren stets niedriger als er derzeit ist (bis zu 28 m). Entweder hat sich der Küstenabschnitt in letzter Zeit gehoben oder die Funde stammen aus noch früherer Zeit. Leider ist in den von mir erreichbaren Quellen nichts über Küstenanhebung zu finden sondern nur vom Gegenteil.
Gruß Helmi
« Letzte Änderung: 01 Nov 08, 20:09 von Helmi »

Tapir

  • Gast
Re: Launen der Natur
« Antwort #8 am: 01 Nov 08, 20:11 »
Vielleicht nur als Tipp: Binnengewässer liegen selten bei NN ;)

Offline Kerloc

  • ***
  • Beiträge: 213
  • Kristalle sind wunderschöne Gebilde der Natur !
Re: Launen der Natur
« Antwort #9 am: 02 Nov 08, 11:53 »
@ Helmi

Würde mich wundern wenn du in unserer Uni was aufschlussreiches findest.

Grüßle Martin

Tapir

  • Gast
Re: Launen der Natur
« Antwort #10 am: 04 Nov 08, 16:05 »
In Rostock gibt es einiges, allein schon über das dort ansässige Blaue-Liste-Insitut. Und über die Hompage des entsprechenden Greifswalder Institutes gibt es auch das eine oder andere aufschlußreiche .pdf zum Download....... ;)

So schlecht sind die Nordunis und ihre Bibliotheken ja auch nicht.....

Offline Helmi

  • ***
  • Beiträge: 201
Re: Launen der Natur
« Antwort #11 am: 04 Nov 08, 17:58 »
Hallo,
was die Sporen angeht bin ich mir jetzt ziemlich sicher, daß es sich um AM- Pilzsporen handelt. Diese können 40 µm - 1 mm groß werden. Es könnte sich um eine Trüffelart handeln. Die Sporen davon haben ebenfalls sehr große Ähnlichkeit mit meinem Objekt. Die Größe kommt auch annähernd hin. Habe mich beim Zerteilen der Matrix gewundert,daß immer kompakte dunkelbraun bis schwarze Stücke (3 bis 10 mm groß) übrigblieben, die nur Unter größerem Druck zerfielen.Könnte sich um eingetrocknete Trüffel handeln. Aus welcher Zeit die stammen (Pilzart über 1 Mio Jahre alt), dürfte wohl kaum ohne sehr intensive wissenschaftliche Untersuchung zu klären sein. Es sind zwar bisher keine Trüffelfunde an der Fundstelle bekannt, aber die Fundstelle ist von Strauch- und Baumwurzeln durchdrungen und birgt die Möglichkeit eines aktuellen Trüffelvorkommens.
Danke für die Tips bzgl. Rostock und Greifswald)
Gruß Helmi
« Letzte Änderung: 04 Nov 08, 18:03 von Helmi »

Offline Kerloc

  • ***
  • Beiträge: 213
  • Kristalle sind wunderschöne Gebilde der Natur !
Re: Launen der Natur
« Antwort #12 am: 08 Nov 08, 10:25 »
@ Tapir

Ich weiß schon das es einiges in Rostock gibt - schließlich wohne ich da (du ja bist ja auch in der Nähe). Trotzdem, ich hab nich immer gute Erfahrungen gemacht ^^

Grüßle Martin

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge