Hallo Helmi,
ich habe mich bisher nur mit (fossilen) Pflanzensporen beschäftigt, nicht mit denen von Pilzen. Aber das Prinzip ist eigentlich eindeutig: Sporen einer Art haben eine definierte Größe, Ausreißer um den Faktor 50x gibt es da nicht. Ein Objekt mit 350 y wäre, auf Pflanzen bezogen, eine Megaspore (das "mega" ist eine maßlose Übertreibung). Demgegenüber gibt es Mio- und Mikrosporen, diese sind aber an der Grenze der Fähigkeiten der Lichtmikroskopie. Soweit mir bekannt, produzieren Pilze nur Mikrosporen. Du solltest also eher bei pflanzlichen Megasporen weiterschauen...
Fossil/rezent ist bei Sporen gar nicht so einfach zu unterscheiden, wenn man nicht entweder absolut sicher ist, dass man eine nicht kontaminierte Probe hat, oder die Spore eindeutig einer fossilen bzw. in der Region rezent nicht vorkommenden Pflanzenart zuordnen kann. Der Gerüstbildner der Sporenaußenhülle, das Sporopollenin, kann nämlich unter Luftabschluss in tonigen Sedimenten unverändert und duktil 200 Millionen Jahre und mehr überdauern. Die Stacheln einer solchen Spore (so sie welche hat) lassen sich dann noch genauso biegen wie an dem Tag in grauer Vorzeit, als sie von ihrer Pflanze fiel.
Sporenaußenhüllen sind auf Grund ihrer Schutzfunktion aber eher massiv und nicht so fragil wie Dein gezeigtes fragliches Stück.
Gruß,
Triassammler