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Autor Thema: Polieren von zickigem Material (Obsidian, Jade... Glas etc.)  (Gelesen 24473 mal)

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Offline sowiedu

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Hallo zusammen,

relativ zähe & harte Steine wie Achat, Jaspis oder Feuerstein lassen sich im Spirator oder an der Filzscheibe problemlos polieren.
Sogar wenn man schlampig & unsauber arbeitet, bekommen sie trotzdem relativ schnell einen guten Glanz.
Die Steigerung zum Hochglanz ist dann auch nicht mehr das Problem.

Andere Steine wiederum, die eine ähnliche Härte haben, verhalten sich da "zickiger".
Jade bzw. Nephrit bleibt bei mir meist seidenmatt.
Glas und Glas-artiges wie Obsidian bekomme ich auch nur schwer oder gar nicht auf Hochglanz poliert.

Ich habe im Spirator und an der Filzscheibe verschiedenes versucht:
- nasses / trockeneres / trockenes Polieren
- mit / ohne Aluminiumoxid
- mit viel / wenig Druck an der Filzscheibe.
- diverse Zusätze im Spirator (Spiritus, Seife, Plastik-Teile etc.)

Das Ergebnis am Ende war trotzdem selten gut und nie berauschend.

Schonende Behandlung und sortenreines Bearbeiten im Spirator habe ich bedacht.
Calzit und Fluorit sind eine andere Geschichte. Die poliere ich nicht im Spirator oder an der Filzscheibe, sondern lieber von Hand.

Hat hier jemand einen guten Tipp bzw. Erfahrungen?

Offline Ralf

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Für härtere Materialien ist Cer-Oxid wesentlich besser geeignet als Alu-Oxid. Damit bekommt man auch auf Obsidian eine Hochglanzpolitur.

Offline Gucknetso

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  • naja ich dann..........
hallo du

frage doch einmal trommeln hier im chat oder atlas die kent sich super aus mit
trommeln und den verschiedenen härten des materials smile.
kannst auch unter trommelgeheimnisse die ergebnisse sehen wie das material aus
der trommel kommt

glg siggi

Offline caliastos

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allerdings sollte man nicht vergessen: es gibt stücke die um's verrecken nicht poliert werden wollen

Offline dr.juwel

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Hallo
 :)
Mit Trommeln kenn ich mich nicht gut aus,aber von Hand lässt sich Nephrit und andere Jade bestens mit Holzscheibe und feinsten Diamantpasten polieren.Vielleicht hilfts ja wenn du in die Trommelfüllung Sägespäne oder Holzwürfel zugibst.
LG..Manfred

Offline trommeln

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Unsere Erfahrung war, dass von Hand bei weichen Materialien noch viel verbessert werden kann - der Spirator schafft nur die harten und kompakten Materialien.

Also.. Konglomerate, Gabbros, Marmor und glasähnliche Sachen von Hand polieren!

Offline sowiedu

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Das Bearbeiten von Calzite und Fluorite im Spirator ist wohl nicht nur bei mir ein Problem.
Die Stöße sind anscheinend so hart, dass sich die "Weicheier" eher gegenseitig beschädigen und eben nicht blank rubbeln.
Apatit (immerhin Härte 5) war manchmal schon grenzwertig.

Leider hat mein Spirator keine Drehzahl-Regulierung.
Habe deshalb Versuche mit Kombinationen aus Plastik-Füllmaterial / extremer Beladung / sehr viel Wasser unternommen. Wollte damit die "Rüttel-Energie" mildern bzw. besser verteilen.
Das hat es aber nicht wesentlich verbessert.

Glas im Spirator scheint die selben Problem aufzuwerfen
Habe mir aus größeren transparenten Glas-Brocken Stücke zurecht gesägt, sie geschliffen, in den Spirator getan und die normale Prozedur (Wasser- und Schleifmittel-Wechsel etc.) durchgezogen.
Heraus kamen Stücke mit einem matten Glanz, deren Kanten jedoch milchig trübe und "vermackt" waren.
Anscheinend ist Glas doch empfindlicher als man denkt....

Vielleicht sollte ich versuchsweise mal die Unwucht gegen ein kleineres Gewicht ersetzen....

...und ja: manches Schätzen lässt sich ums Verrecken nicht zum Glänzen bringen.

Offline caliastos

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na fluorit und calcit sind für trommelei eh nicht zu gebrauchen weil beide ne super spaltbarkeit haben. die härte ist nicht so das problem. daher wird das meist trübe. alles was gut bricht ist schlecht.

Offline sowiedu

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Im Handel gibts Trommelsteine aus Calzit, Fluorit und sogar Selenit, die einen guten Glanz haben.
Die Politur kann bei dem Kleinkram unmöglich Handarbeit sein.
Wie schaffen es die Profis, dass sie solche spaltbaren Materialien poliert bekommen?

Ist das nur mit ...Wachsen ...Ölen ...Lackieren hinzubekommen?
Zu sehen ist von einer eventuellen Behandlung (meistens) nichts.

Und wenn da der Natur nachgeholfen wurde:
Hat hier jemand Ahnung, welche Wachse, Öle und Lacke sich da am besten eignen?

Ich lehne das Schönen eigentlich ab aber manchmal mag's nicht anders gehen..
(Bsp. gibt es eigentlich massive Malachit- oder Schörl-Kugel ohne Kunstharz-Füllungen?)

Wenn möglich (und vernünftig) poliere ich lieber von Hand ne Stunde länger, als dass ich (aus Faulheit) mein Schleifriefen mit irgendwas zuschmiere.
Ich kann das leicht sagen, ich verdiene mit meinen Steinchen kein Geld.

Offline Xyrx

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  • Steine sind auch irgendwie wie fühlende Wesen....
    • Edelsteinzauber
Ich weiß nur, das man unter Vakuum z.B. Selenit mit Harz "klebt" vor dem Schleifen. Auch bei rissigen Mineralien kann man so vor dem Schleifen die Risse im Stein versiegeln. Bei Lepidolit oder anderen "schuppigen" Mineralien ist diese Vakuum-Methode Pflicht. Nach dem Schleifen kommt das Polieren. Ich glaube aber nicht, das die Vakuum-Methode zu Hause anwendbar ist. Versuchen kann man es sich mit sehr verdünnten Harzen, die dann wochenlang trocknen müssen.

Viele Grüße
Xyrx

Offline sowiedu

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Hallo Xyrx,

danke für den Hinweis mit dem Vakuum.

Hast Du zufällig Infos zu den dabei vewendeten Harzen bzw. Klebstoffen und wie die Prozedur genau abläuft?

Sich eine Vakuum-Anlage für Zuhause zu basteln, stelle ich mir nicht allzu schwer vor. Ich meine, hier im Forum sogar schon eine "Konstruktion" gesehen zu haben.
Die "Anlage" bestand aus einem ausgedienten Dampfkochtopf (=Druckbehälter), einigen Schläuchen, einem Absperrhahn und einer Vakuumpumpe.

Im Laborbedarf bekommt man kleine elektr. Vakuumpumpen (Membranpumpen, sollten nicht allzu teuer sein)
Da man m.E. kein allzu großes Vakuum braucht, könnte das schon ausreichen.

Stellt sich heraus, dass man ein "besseres" Vakuum braucht oder kommt man an keine entsprechende elektr.Pumpe ran, gäbe es (auch im Laborbedarf) sog. Wasserstrahl-Pumpen. Die schaffen für wenig Geld (dürfte für <20EUR zu haben sein, verbrauchen im Betrieb aber einige Liter Leitungswasser) schon ein ganz kräftiges Vakuum.

Grüße
sowiedu


Offline caliastos

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der sinn einer vakuumbehandlung ist es die luft, die in den rissen sitzt zu entfernen um platz für das klebemittel zu schaffen. ohne vakuumpumpe kein vakuum. ein besseres oder schlechteres vakuum gibt es nicht. entweder vakuum oder keines. sagt ja der name schon. solange im behalter wirklich "nichts" drinnen ist, hat man höchstens ein gefäß mit unterdruck. mehr nicht.

Offline Xyrx

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    • Edelsteinzauber
Diese Wasserstrahlpumpen suche ich schon seit Jahren! Einfach nicht zu bekommen. Bin für jeden Hinweis dankbar.

Was das Vakuum betrifft, das muß schon ziemlich heftig sein. Dann wird das Harz (oder vielleicht auch Acyllack?) eingespritzt. Das macht dann ziemlich viel Schaum in der Kammer. Und dieser sollte sehr schnell im Stein verschwinden. Dann eben das übliche Prozedera... Trocknen, eventuell im Ofen, dann Schleifen, Polieren.

Ich habe das nur mal live gesehen, genauere Kenntnis der Chemie habe ich nicht.

Viele Grüße
Xyrx

Offline Krizu

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Hallo,

technisch gesehen ist Vakuum nicht gleich Vakuum.

Es fängt mit einem Wasserstrahl-Vakuum an. Das ist begrenzt durch den Dampfdruck des Wassers. Es geht weiter mit Drehschieberpumpen, Turbomolekularpumpen, Ionengatterpumpen, Ausheizen der Anlagen vorher etc.

Selbst im Weltall gibt es Atome, Strahlungsteilchen usw. Also ein "echtes" Vakuum wie du es siehst gibt es nicht.

Die Sache mit dem Schaum: Alles was einen Dampfdruck hat schäumt im Vakuum auf. Selbst Wasser beim Entgasen schäumt Klasse. Wir haben hier einen Druck von 1000mBar, Der Dampfdruck von Wasser bei RT ist imho 50mBar, somit wird jede Blase 50x grösser! (auch der Negerkuss - rechnerisch)

Wasserstrahlpumpen:
http://de.vwr.com/app/catalog/Product?article_number=181-9100





Offline sowiedu

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Hallo zusammen,

ich glaube, wir verlieren uns in konstruierter Komplexität bzw. verzetteln uns in wissenschaftlichen Definitionen.
Ziel dieser Diskussion war m.E. eigentlich, herauszufinden, ob sich eine bezahlbare Apparatur zuhause, d.h. mit "Bordmitteln"  zusammenbasteln lässt (und wie sie gebaut sein müsste).

Praktisch relevant sind doch die folgenden Fragen:
-wie "gut" das Vakuum (wie niedrig der Unterdruck) überhaupt sein muss, um brauchbare Ergebnisse zu erzielen?
-welche (niedrigviskosen, möglichst lösemittelfreien) Harze/Klebstoffe sind geeignet und verfügbar?

-auch wenn ein "echtes" Vakuum lediglich ein theoretisches Ideal ist, das nicht einmal im (ziemlich leeren) Weltall existiert
-auch wenn das von mir (ugs. und fälschlich) bezeichnete Vakuum "nur" ein Unterdruck ist
-auch wenn sich mit einer erschwinglichen (lt. link von Krizu EUR 33.-) Wasserstrahlpumpe nur ein gewisser Unterdruck (pmin = Dampfdruck von Wasser bei Raumtemperatur) herstellen lässt
-auch wenn das Gasgesetz der isothermen Expansion besagt, dass sich bei Drucksenkung, Blasen um Faktor x ausdehnen -->Aufschäumen
-auch wenn faktisch JEDER Stoff einen (zum Teil vernachlässigbaren) Dampfdruck besitzt.

...und was steht unterm Strich? Ist es trotzdem machbar?
Ich meine, es geht.
Im Dampfkochtopf ist es doch völlig wurscht, ob der Kleber ausgast und schäumt. Faktor x bei der Expansion gilt ja in erster Linie nur für die gelösten Gase und die leichtflüchtigen Lösemittel. Der Kleber selbst dürfte einen wesentlich niedrigeren Dampfdruck haben und nicht durch die Wasserstrahlpumpe im Gulli verschwinden. (Ansonsten hätte man da plötzlich eine wunderbare Reinigungsmethode für poröse Steine erfunden.)
Es ist also kaum vorstellbar, dass sich alles verflüchtigt. Der Rest des Klebers wird sich -bei genügend niedriger Viskosität- durch Kapillarkräfte schon in die Risse des Steins ziehen.
Vorausgesetzt es findet sich ein sehr niedrigviskoser, d.h. dünnflüssiger Kleber mit niedriger Oberflächenspannung und guter Benetzung, könnte man sich dieses Vakuum-Gedöns nämlich sogar völlig schenken!
 ;D

LG
sowiedu

 

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