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Autor Thema: Spinell???  (Gelesen 4956 mal)

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Offline quarzum

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Spinell???
« am: 04 Nov 08, 08:29 »
Hallo! Bräuchte wieder einmal Expertenhilfe. Hab schon einen Verdacht, möchte aber diesen
nicht äußern und so die Diskussion beinflussen.

Vielleicht hat irgendjemand ein änhnliches Teil schon einmal gesehen.

Muttergestein: Laut geologischer Karte Schwarz-, Tonschiefer, meiner Meinung nach eher ein Phyllit
Härte: 5 - 6 (wg. der geringen Probengröße +/-1)
Stricht: dunkelbraun
Transparenz: kantendurchscheinend? bis opak
Farbe / Glanz: schwarz metallisch
Spaltbarkeit: fehlt, spröde
Bruch: uneben
Säure: HCl, H2SO2 keine Reaktion
... und jetzt wirds interessant:
Magnetismus: NEIN, aber nach dem Aufglühen der Kristalle deutlich magnetisch
Kristallform: +/- Oktaeder, Verzwillingung zu säulig prismatischen Kristallen
Auftreten: Kristalle sitzen in und auf Calzit
Begleitminerale: Calzit, Quarz, Eisenoxid, getreppter Magnetit

Die Perlfärbung habe ich schon versucht zu untersuchen, aber wg. der geringen Probenmenge liefert diese
kein brauchbares Ergebniss. Im Nahbereich der Fundstelle kommt in den Metabasiten (Grünschieferfazies) stellenweise häufig Magnetit vor.





« Letzte Änderung: 04 Nov 08, 11:39 von quarzum »

Offline Krizu

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Re: Spinell???
« Antwort #1 am: 04 Nov 08, 09:00 »
Hallo,

ein Spinell ist kubisch. ich sehe aber eher ein tetragonales System, zuerst hätte ich an Ilmenit gedacht, abe rder scheidet bei tetragonal aus.

MfG

Frank

Offline minuwe

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Re: Spinell???
« Antwort #2 am: 04 Nov 08, 10:08 »
Ilvait?
Splitter sollten sich in konz. HCl lösen.

Gruß
Uwe

Offline Krizu

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Re: Spinell???
« Antwort #3 am: 04 Nov 08, 10:31 »
Hallo,

ist der grosse Kristall wirklich quadratisch im Querschnitt mit regelmässiger Pyramide "on top"?

MfG

Frank

Offline quarzum

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Re: Spinell???
« Antwort #4 am: 04 Nov 08, 10:48 »
@minuwe: Keine Reaktion auf Säure (Probematerial mit HCl aus Calzit herausgelöst)

@krizu:Soweit es in diesen Dimensionen möglich ist, würd ich sagen es weist eine Quadratischen querschnitt auf. Die Kopfflächen werden von einer regelmäßigen Pyramide gebildet, wobei die Pyramidenkanten mit den Kanten des Prismas zusammenfallen (--> kein Rutil möglich).
zum OKTAEDER: im Bild unk_1.jpg im obersten Bereich sieht man die Verzwillingung der Okaeder, die dann vermutlich die Prismatischen Kristalle bilden. Ich habe andere Stücke, in denen diese Zwillingsbildung deutlicher ausfällt.

ZUM PYROMAGNETISMUS: soweit ich informiert bin, treten nativ magnetische Eigenschaften nur bei einer Kombination von Fe2+ und Fe3+ auf (eg Magnetit). Wie das mit einer thermischen Anregung (aufglühen) ausschaut, hab ich keine Ahnung. (Pyromagnetische Kristallklassen: Anhang, Die Kubischen Kristallklassen kommen halt noch dazu.)
« Letzte Änderung: 04 Nov 08, 11:29 von quarzum »

Offline Krizu

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Re: Spinell???
« Antwort #5 am: 04 Nov 08, 11:42 »
Hallo,

weshalb ich so auf dem Kristall rumreite:
Zwei  vierseitige  Pyramide zusammen mit minimalen Mantelflächen sehen wie Oktaeder aus.

MfG

Frank

Offline smoeller

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Re: Spinell???
« Antwort #6 am: 04 Nov 08, 11:42 »
Hallo,

Was ist mit Pyrit? Es gibt durchaus pseudotetragonal gestreckte Pyrite. Das wären hier dann Oktaeder, wobei die untere Hälfte der xx gestreckt ist. Tritt auch bei Silber häufiger auf. Kenne derartige Pyrite aus der Literatur, so von Merzhausen bei Freiburg.

Glück Auf!
Smoeller

Offline quarzum

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Re: Spinell???
« Antwort #7 am: 04 Nov 08, 12:29 »
@smoeller: Bei Pyrit würde der Strich anders ausfallen. (habe eindeutig einen braunen strich bei unkorrodierten Kristallen). Würde ein Pyrit nicht mit H2SO4 reagieren??
So wie ich dich verstehe, ist eine pseudotetragonale Streckung kubischer Minerale gar nicht so selten.
Der Gedanke an Pyrit ist mir übrigens auch schon gekommen (liegt nahe), aber ich habe jetzt ein paar Pyriterl aus der Fundregion aufgeglüht, und kein einziger zeigt erkennbares pyromagnetisches Verhalten.
PS: die Kristalle weisen keine erkennbaren Oxidationshäute auf, d. h. an der Oberfläche und im inneren haben sie die gleiche farbe.
« Letzte Änderung: 04 Nov 08, 12:39 von quarzum »

Offline loismin

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Re: Spinell???
« Antwort #8 am: 04 Nov 08, 13:58 »
Hallo.

Für mich Pseudomorphose von Limonit nach gestreckten Pyrit xx.
Das gibts öfter.


Loismin

Offline smoeller

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Re: Spinell???
« Antwort #9 am: 04 Nov 08, 13:59 »
Hallo,

Verzerrungen dieser Art sind bei Oktaedern (kubisches System) nicht selten. Da hast du mich richtig verstanden.

Habe selber derartiges schon bei Silber, Kupfer, Pyrit und Cuprit beobachtet. Allerdings heisst das nicht zwangsläufig auch, dass deine Kristalle kuvbisch sein müssen. Es käme Anatas noch in Frage, der ist tetragonal. Allerdings passt da der Strich nicht. Eisenreicher Rutil könnte hinkommen, aber weiss nicht genau, wie das mit den Flächen ist. Obwohl, es gibt auch Fotos, bei denen die Rutile derartige Formen wie deine xx zeigen. Nur von Zirkon kenne ich nur welche mit Pyramide 2. und Prisma 1. Stellung.

Also, Rutil würde ich von der Form her nicht ausschliessen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline -M-

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Re: Spinell???
« Antwort #10 am: 04 Nov 08, 14:01 »
Hallo,
wie wär´s denn evtl. mit Chromit ?

Gruß -M-

edit: ansonsten würde ich auch am ehesten an Rutil denken, für limonitisierten Pyrit wäre die Härte wohl ein bischen hoch.
« Letzte Änderung: 04 Nov 08, 14:12 von -M- »

Offline quarzum

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chromit-spezialist gesucht
« Antwort #11 am: 04 Nov 08, 18:59 »
@-M-:  ;D ;D ;D BINGO ;D ;D ;D, das ist auch meine anfängliche Vermutung, die ich aber nicht in die Diskussion einfließen lassen wollte!
Wäre kubisch, pyromagnetisch, Strich würde passen, ......
da ich für magnetische Eigenschaften ein 2wertiges und 3wertiges Eisen brauche, käme meiner meinung nach Chromt in Frage, da

Chromit: Fe2+Cr2O4
              Fe2+, 2 x Cr3+, 4 O2-
Würde nun das Cr3+ in geringem Maß durch ein Fe3+ ersetzt werden, käme es zu den pyromagnetischen Eigenschaften, da dann wieder eine Fe2/Fe3-Kombi vorliegen würde. Laut Literaturrecherche würde Chromit die Pyromagnetischen Eigenschaften aufweisen. Auch die Vergesellschaftung mit Magnetit (Fe2+Fe3+2O4) würde zu dieser Spinellart passen.

@loismin: Untersuchung auf Limonit (Goethit, ....) war negativ. Eine  Pseudomorphose ist meiner Meinung nach auszuschließen, da sich die Kristalle IN und auf Calzit zeigen.

Gibts hier im Forum irgendeinen Chromit-Spezialisten? ;D
« Letzte Änderung: 04 Nov 08, 19:10 von quarzum »

Offline -M-

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Re: Spinell???
« Antwort #12 am: 04 Nov 08, 20:19 »
Hallo,
ja - paßt in mancherlei Hinsicht ganz gut, bin mir aber etwas im Unklaren darüber, ob der im Zusammenhang mit
den genannten Gesteinen überhaupt vorkommen kann ... (hat ihn vlt. deshalb bisher sonst noch niemand in Betracht
gezogen ? )
Was sagen denn die Experten nun dazu ?

Gruß -M-

Offline quarzum

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Re: Spinell???
« Antwort #13 am: 04 Nov 08, 20:32 »
... bin mir aber etwas im Unklaren darüber, ob der im Zusammenhang mit
den genannten Gesteinen überhaupt vorkommen kann ... (hat ihn vlt. deshalb bisher sonst noch niemand in Betracht
gezogen ? ) ...
Mir gehts genau so. Laut meiner Recherche: eigentlich aus frühmagmatischen ultrabasichen Gesteinen und deren Nachfolgern
Habe vor kurzem aber eine Abhandlung über Metamorphe Gesteine gelesen, in der Chromit in Calzit erwähnt wird, der während der Metamorphose entsteht, in und im Kontakt zu Metabasiten.
Mein Problem ist nur: Ich stopfe im Moment soviel in mein Hirn, das ich schon wieder nicht mehr den Titel oder Author dieses Artikels weiß.

Offline -M-

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Re: Spinell???
« Antwort #14 am: 04 Nov 08, 21:22 »
Metabasite in der Nähe - das wär schon mal nicht schlecht, ob aber Ton-, Schwarz-schiefer, oder Phyllit als Matrix mgl. ist ... ?
Kannst du evtl. noch mal ein Bild von der Matrix (wenn du hast, vlt. auch von dem mutmaßl. Metabasit) machen ?
Ist das ein Quarz x  ? (auf Bld.1.)

 Gruß -M-

 

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