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Autor Thema: unbekanntes blaues MM  (Gelesen 4282 mal)

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Offline cordes

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unbekanntes blaues MM
« am: 10 Nov 08, 11:58 »
Hallo,
ich benötige Eure Hilfe.
Im September dieses Jahres war ich im Rellstal/Montafon und fand einige blaue krustige und kugelige MM die ich nicht einordnen kann.

Offline Tobi

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #1 am: 10 Nov 08, 12:09 »
Ich würde mal sagen Richelsdorfit oder Devillin.

Offline stollentroll

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #2 am: 10 Nov 08, 12:47 »
Bei Devillin oder Richelsdorfit würde ich erwarten, dass man Blättchen oder wenigstens eine radialstrahlige Struktur sieht. Besonders auf dem oberen Bild sieht es mir zu durchsichtig aus, von Blättchen oder einer radialen Struktur ist nichts zu sehen, und der Bruch sieht uneben - muschelig aus, das würde auch nicht passen.
Mir fällt da Kupfer-haltiger Allophan ein, aber blaues kugeliges Zeug lässt sich nur nach einem Foto kaum bestimmen.

Glück Auf

Offline Uwe Kolitsch

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #3 am: 10 Nov 08, 12:55 »
Das 2. Photo könnte Strashimirit auf Tyrolit sein, mit Betonung auf "könnte".

(Ich hatte schon mehrfach Material von dieser Lokalität untersucht - leider sind viele der blauen & grünen Krusten und Aggregate ohne XRD und/oder EDS nicht bestimmbar. Einige Neufunde sind noch in Arbeit.)

Offline Haspelknecht

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #4 am: 10 Nov 08, 14:14 »
Das Mineral im ersten Bild sieht mir nach kupferhaltigem Allophan oder Chrysokoll aus. Der muschelige Bruch könnte auf eine amorphe Beschaffenheit hinweisen. Bei dem zweiten Bild würde ich auch auf ein Kupfersulfat oder -arsenat (z.B. Tirolit, Parnauit oder Devillin) tippen, das ein anderes Mineral (evtl. Chrysokoll) überkrustet. Aber das wird man anhand der Bilder nicht bestimmen können, dafür gibt es zu viele ähnlich aussehende Minerale.

Offline smoeller

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #5 am: 11 Nov 08, 13:15 »
Hallo,

Bei dem ersten eher Allophan als Chrysokoll. Chrysokoll ist eher undurchsichtig und nicht so stark glasig glänzend. Könnte aber auch ein sonstiges amorphes Material sein, oder Chalkanthit. Letzterer ist aber wasserlöslich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline thdun5

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #6 am: 16 Nov 08, 14:15 »
Devillin erscheint unwahrscheinlich, da er meist schuppig oder als Belag auf andern sekundären Cu-Mineralien zu finden ist. Von der Ausbildungsform käme z.B. Pseudomalachit oder Plumbogummit in Frage.

(Allgemein finde ich die Bestimmung von sekundären Cu/Pb-Mineralien auf Grundlage ohne Vergleichsmaterial (welches sicher bestimmt wurde) von dem jeweiligen Fundort sehr schwierig. Bevor man sich nicht 100% sicher ist, sollte man so ein Stück mit einem dementsprechenden Vermerk mit Überlegungen dazu versehen.)

Haldenschreck

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #7 am: 16 Nov 08, 17:39 »
hallo,
ich darf mal zusammenfassen. möglich wäre:
- richelsdorfit
- devillin
- allophan (cu-haltig)
- strashimirit
- chrysokoll
- tirolit
- chalkanthit
- pseudomalachit
- plumbogummit

.. wer bietet was anderes  :-\ ???

Offline Uwe Kolitsch

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #8 am: 16 Nov 08, 18:30 »
"Von der Ausbildungsform käme z.B. Pseudomalachit oder Plumbogummit in Frage."

Sind von diesem Fundpunkt auszuschließen - dort gibt's nur Arsenate (& Sulfate), keine Phosphate.

Offline thothie

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #9 am: 17 Nov 08, 19:59 »
tippe auch auf plumbogummit. pseudomalachit in dieser farbe hab ich noch nirgends gesehen.

Offline cmd.powell

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #10 am: 18 Nov 08, 02:58 »
hallo,
ich darf mal zusammenfassen. möglich wäre:
- richelsdorfit
- devillin
- allophan (cu-haltig)
- strashimirit
- chrysokoll
- tirolit
- chalkanthit
- pseudomalachit
- plumbogummit

.. wer bietet was anderes  :-\ ???

Aurichalcit auf Rosasit ? Gibt es auf der Glücksradhalde selten mal, aber da ich die Paragenese auf der fraglichen Halde nicht kenne, ist das nur ein "Schuss ins Blaue"...

Offline loismin

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #11 am: 18 Nov 08, 07:25 »
Hallo.

Nach den Bildern ist schlecht zu urteilen.
Ich meine im Bruch eine blättrige Struktur erahnen zu können.
Das würde dann  doch eher auf Richelsdorfit hindeuten, aber  ohne Untersuchung der Lagerstätte und der Stufe wird man wohl
nichts genaueres sagen können.
Da bin ich gespannt auf die neuen Ergebnisse , hab da auch einiges an Material.



Loismin

Offline thdun5

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Re: unbekanntes blaues MM
« Antwort #12 am: 18 Nov 08, 17:24 »
Bei Bild 1 könnte man sich durchaus vorstellen, dass es eine "blättrige Struktur" ist.
Ich habe hier ein Bild gefunden, dass am ehesten hinkommt:

http://www.mindat.org/photo-108716.html

Demnach erscheint mir Richelsdorfit sehr wahrscheinlich.


Auf dem Bild 2 könnte ein grünlicheres Cu-Mineral vom Richelsdorfit überkrustet sein.

Man könnte den besagten Chalkanthit ausschließen, wenn man die Prüfung nach der Wasserlöslichkeit macht (dann wäre schon mal eine Möglichkeit ausgeschlossen  :) ).

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29