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Autor Thema: Ist Heliodor vom Erongo bestrahlter Aquamarin oder Goshenit ?  (Gelesen 5963 mal)

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Offline Collector

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Hallo

in den vergangenen Monaen tauchen auf einmal schöne gelbe gelbe Berylle vom Erongo in Namibia auf, als Heliodor oder sogar Goldberyll bezeichnet.
Frage: Gibts die wirklich oder sind das bestrahlte farblose oder blaue Berylle (welche weitaus häufiger als Heliodor vorkommen) ??

Ich frage deshalb, weil ich bisher am Erongo keinerlei Heiodore gesehen habe (erst hier auf Börsen oder bei Internet-Dealern), andererseits von einem der weltweit bekanntesten Beryll-Kenner auf Stufen in unserem Heliodor-Portrait aufmerksam gemacht wurde, welche zwar als Heliodore bezeichnet werden aber lt. Kenntnis des Beryll-Fachmanns bestrahlte Aquamarine sind. (Wen es interessiert - der kann den Namen über PN von mir kriegen)

Fakten
Wenn Heliodor oder Goldberyll auf 250-350oC erhitzt werden, wird Fe3+ zu Fe2+ reduziert, die gelbe Farbe verschwindet und der Beryll wird farblos. Steigert man die Hitze auf 430-475oC, wird ein Elektron aufgenommen und es entsteht eine irreversible blass- tiefblaue Farbe (e.g. wie Aquamarin). Durch Bestrahlung kann dieser Prozess umgekehrt und die gelbe Farbe wieder hergestellt werden. Auch farblose Goshenite, welche kleinere Anteile an Eisen enthalten, können durch Bestrahlung und anschließender Erwärmung auf ca. 300oC zu gelbem Beryll mutieren. (Quelle: Wise, M., 2005; Mellow yellow: Heliodor and Golden Beryl; in: Beryl and its Color Varieties; Extra Lapis Englisch. Special edit., East Hampton CT.)

Bin für jede Info dankbar.
Gruß
collector

Offline Helicat135

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Ich habe neulich auf N3 einen Bericht gesehen, dass Edelsteine zur Farbsteigerung - gerade in Afrika und China - sehr häufig bestrahlt werden.
Da wurden auch Berylle erwähnt. Allerdings - so wurde es im Bericht gesagt  müssen die Steine neuerdings gekennzeichnet werden.
Ich weiß aber nicht, ab wann das gilt.
So darf bestrahlter Topas auch nicht mehr Blautopas sondern nur noch Blauer Topas genannt werden.
Vielleicht hat jemand hier die Doku auch gesehen (Plante Wissen) und hat noch andere Infos behalten...
« Letzte Änderung: 18 Dec 08, 22:38 von Helicat135 »

Offline CZ-Sammler

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Hallo Collector,
ich war zweimal in Erongo, das letzte Mal fünf Wochen im Herbst vorigen Jahres. Ich habe verschiede Fundorte in Erogo besucht, keinen Beryl – Heliodor gefunden. Ich habe auch verschiedene Einheimischen besucht, auch Mineralgeschäfte in Karibib, Omaruru, Windhoek (House of Gems) etc., leider keinen Beryl - Heliodor aus Erongo gesehen. Nur einmal habe in der Privatsammlung im Henckert shop – Tourist Center in Karibib einen sehr guten Heliodor gesehen, aber dieses Stück stammt nicht aus Erongo, sondern aus dem Pegmatit „Hoffnungsstrahl“ (Rössing Gebirge). Es handelt sich um dasselbe Stück, welches im Buch „Namibia – Mineralien und Fundstellen – Edition Schloss Freudenstein – Verlag Bode“, auf Seiten 473 und 479 abgebildet ist. Es ist “Gemstone Qualität“.
Es sind in Erongogebiet Beryle – Heliodore beschrieben und im obigen Buch abgebildet. In diesem Falle handelt sich vor allem um zonierte Exemplare, Kristalle sind trübe. Diese Stücke, soviel ich weiß, stammen aus alten Pegmatiten südlich von der Farmsitz Davib Ost (jetzt Farm Hohenstein – gegenwärtige Besitzer deutsche Eheleute Gabi und Christof Tscharntke). Diese Pegmatite sind jetzt sehr wenig besucht, in der Vergangenheit viel durchgesucht und alle Sammler, vor allem Inländer sog. „keine Miners“, klettern jetzt auf Erongoberge – Richtung Nordost von der Hohenstein Farm, wo sich vor allem Topas, Aquamarin, Goshenit befinden, und auch Jeremejevit (Jeremejevit befindet sich aber ein Paar Kilometer weiter, auf der Ameib Farm, aber nicht weit von der Grenze mit der Hohenstein Farm). Von diesem ganzen Gebiet kommen jetzt schöne Stücke (Topas, Beryl, Schörl, verschiedene Phosphate usw.), die sich auch auf der Farm Tubussis und auch auf verschieden weiteren Orten in Erongo und auch ein wenig weit, z.B. Sandamap, befinden). Leider kein Heliodor.
Es ändert sich alles und alles ist möglich, trotzdem zweifle ich an der Möglichkeit, dass jetzt irgendwelche Heliodore aus Erongo kommen.
Glückauf Lubor Ferenc

Offline Gobobos

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Hallo collector, durch Zufall bin ich auf diesen älteren Beitrag gestossen. Ich sammele seit 20 Jahren Erongo-Mineralien, bin 1-2 mal im Jahr vor Ort und habe in diesem Zeitraum lediglich drei Berylle, die ich aufgrund der Farbe als Heliodor bezeichnen würde, bekommen. Eine nähere Fundort-Angabe als Erongo habe ich leider nicht. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß die Kristalle manipuliert sind, wer hat schon die Möglichkeit zur Bestrahlung? Wenn die Manipulation so einfach wäre, gäbe es sicher reichlich davon auf dem Markt wie bei den zurecht geschliffenen Fluorit-Zeptern.
Zwei der Kristalle sind transparent, sehr langprismatisch, bei 8cm Länge ca. 6mm Durchmesser. Der dritte Kristall ist außen undurchsichtig, im Inneren aber klar und schleifwürdig.
Ich hoffe, dass diese Infos Dir nützen.

Beste Grüße
Gobobos