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Autor Thema: Erkennen von gefärbten Schmucksteinen  (Gelesen 3664 mal)

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Offline uwe

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Erkennen von gefärbten Schmucksteinen
« am: 04 Jan 09, 10:27 »
Die Diskussion des "ebayler"s hat bei mir eine Frage aufgeworfen, der ich selbst nicht nachkommen kann, da ich keine Schmucksteine sammle.

Es werden wohl immer wieder gefärbte Steine angeboten werden, um damit Sammler zu täuschen. Bei tintenblauen oder giftgrünen Achaten ist die Sache ziemlich einfach - diese sind sicher gefärbt. Wie ist es aber im Falle des im o.g. Eintrag erwähnten Sugilith ? Meines Wissens werden häufig kräftig gefärbte Salze oder auch Dispersionsfarbstoffe bzw. andere Textilfarbstoffe zum Färben verwendet. Diese dringen in  der Mikroporen des Aggregates ein und verbleiben dort. Eine echte Verbindung mit dem Mineral gehen diese wohl nicht ein. Also müßte man einen Teil dieser Substanzen auch wieder heraus lösen können. Salze als Farbsubstanz sollten mit Chemikalien reagieren und sich so entlarven.

Bei der Verwendung von Textilfarbstoffen sollte es genügen, den Stein mit einem Streifen weißen Baumwollgewebes und mit einem Streifen weißen Polyamidgewebes zu umwickeln und diesen dann eine Zeit in heißem, mit einem Dispersionsmittel (Spülmittel) versehenen,  Wasser liegen zu lassen. Auf einem der Textilien sollte dann ein Farbfleck zu erkennen sein. Ich könnte mir vorstellen, daß der genannte Sugilith mit Kaliumpermangant gefärbt wurde. Ein Tropfen Schwefelsäure sollte hier einen deutlichen Farbunterschied hervorrufen.

Also, hat jemand praktische Erfahrung mit dieser Materie ??

Gruß
Uwe

Offline smoeller

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Re: Erkennen von gefärbten Schmucksteinen
« Antwort #1 am: 04 Jan 09, 10:58 »
Hallo,

Bei manchen plumpen Fälschungen dürfte es ausreichen, einen mit einem organischen Lösungsmittel (Aceton, Alkohol oder ähnliches) getränkten Lappen über das Stück zu reiben. Die nur lose mit dem Stein verbundenen Pigmente sind dann an dem Tuch. Oder ein größeres Aggregat durchsägen. Oft dringt der Farbstoff nicht ganz durch und der Kern ist dann heller.

Glück Auf!
Smoeller

Offline caliastos

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Re: Erkennen von gefärbten Schmucksteinen
« Antwort #2 am: 04 Jan 09, 13:17 »
dir ist klar, das es nur mit einlegen in salz und farbstoff nicht getan ist? schwarz z.b. bei achat erzeugt man durch einlegen in zuckerlösung und anschließendes ätzen. da hast du schon mal wieder ein reaktion zwischen eingeschalten. zudem bekommt man substanzen 10x leichter in poren rein, als überhaupt wieder raus.
viele färbetechniken nutzen zwar salze und farbstoffe um diese in die poren einzubringen, nur sind das meist nicht die gewünschten farben. oft kommen weitere chemikalien zum tragen, die den farbumschlag bewirken. daneben kommt noch erhitzen, bestrahlen, bedampfen und aller möglicher mist zum tragen. die rezepturen sind meist auch noch betriebsgeheimnis. wird man also nicht so leicht entfernen können.

Offline uwe

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Re: Erkennen von gefärbten Schmucksteinen
« Antwort #3 am: 04 Jan 09, 18:17 »
@caliastos,

natürlich kenne ich den Trick künstlichen Onyx herzustellen. Allerdings ätzen mit irgend einer Säure hilft da nicht. Es muß schon konzentrierte Schwefelsäure sein, die die H und O Ionen aus dem Kohlehydrat Zucker zieht.

Uwe

Offline caliastos

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Re: Erkennen von gefärbten Schmucksteinen
« Antwort #4 am: 04 Jan 09, 18:53 »
schon klar dass man dazu konz h2so4 braucht. in beides ist das stück ja auch ne zeit lang einzulegen. nur wie will man die reaktionsprodukte aus den winzigen poren herausziehen? das zeug ist ganz anders löslich und der kapillareffekt dann nicht ohne.

Offline uwe

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Re: Erkennen von gefärbten Schmucksteinen
« Antwort #5 am: 05 Jan 09, 14:57 »
Stimmt, Kohlenstoff läßt sich wohl nicht aus den Poren ziehen. In den Poren generierte Kristalle vermutlich auch nicht. Diese sollten aber mit geeigneten Reagenzien angreifbar sein und dies durch einen Farbumschlag anzeigen. Textilfarbstoffe haben jedoch zu den entsprechenden Textilien eine wesentlich höhere Affinität als zu irgend einem Silikat oder Quarz.

Wie gesagt, ich habe da kaum Erfahrung und wollte mal das geballte Wissen der Forumsgemeinde abklopfen.

Uwe

Offline caliastos

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Re: Erkennen von gefärbten Schmucksteinen
« Antwort #6 am: 05 Jan 09, 17:33 »
nur was bringt dir die affinität von y zu x wenn dir die kapillarkräfte den dreck in den poren festhalten? selbst in einem kristall sind die poren ein reines netzwerk. das saugt das material rein und da kann man mit lösungsmittel kommen wie verrückt. das kommt nicht mehr rein oder raus.

Offline Xyrx

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Re: Erkennen von gefärbten Schmucksteinen
« Antwort #7 am: 05 Jan 09, 20:58 »
Mal unwissend in die Runde gemischt:

Wie wäre es mit enormer Vergrößerung der Kristalle unterm Mikroskop (die Technik dazu soll einfach mal verfügbar sein)? Dann dürfte es doch leicht sein, die Pigmente zu sehen? Oder ist in den Kristallen dann so viel "Dreck" zu sehen, das die künstliche Färbung nicht auffällt?

Viele Grüße
Xyrx

 

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