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Marokko Mineralien in der Krise

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DonMineral:
an  Udo

das mit dem Appel und dem Ei stimmt das ist ja mein Thema seit Jahren..Fair Trade im Mineralienhandel zu erreichen das ist eben schwierig zu bewerkstelligen. Die Sammler wollen günstige Stücke erwerben und die Klopfer und Strahler in den Mienen sind nicht versichert.
.von schlechter Bezahlung mal abgesehen...wenn ihnen beim Schlagen ein Steinsplitter ins Auge geht dann haben sie 5000 DH also 500 Euro Krankenhauskosten zu tragen das ist dann der Verdienst von Monaten..Das ist die traurige Seite die man nicht so gerne hört..das in Mibladen jedes Jahr mindestens einer in den Stollen umkommt weil sie da klopfen wo es dann einstürzt ist auch den wenigsten von euch bekant..und was dann aus der Frau und den Kindern wird interessiert niemanden..

Don Ronaldo in Midelt

Collector:
Hallo Don Mineral,

es ist so viel geschrieben worden über die  Situation der (marokkanischen) Bergleute und "Klopfer", was letztendlich zu der Erkenntnis führt, dass es denen nicht anders geht als dem Strahlern im Karakorum von Pakistan, dem Tagelöhnern in Afghanistan und in China, den Garimpeiros in Brasilien und den Negern im Erongo, die für nen Appel und n Ei ohne Krankenversicherung billige Topstufen für uns und besonders für die US-Amerikaner in 6000 m Höhe oder in 200 m Tiefe oft unter Lebensgefahr brechen und unter abenteuerlichen Verhältnisen nach oben oder nach unten bringen, um dann dafür einen Hunger-Obolus im Gegenwert von einer Scheibe Weißbrot zu krepieren.

Das wirst Du nicht ändern, solange Du zu den underdogs und den Nicht-Mitspielern der Szene gehörst ! Das heißt, solange Du auf dem Klavier des Mineralienbusiness die allerletzte Geige spielst.
Es ist müßig,  es ist unnötig, es ist gähnend kotzlangweilig, ewig immer die gleiche Story zu hören : Armer Bergmann - Reicher und böser Dealer.  Du hast selbst mal vor etea 1 1/2 Jahren, hier im Atlas, große Sprüche abgelassen ob sozialem Engagement pro Midelt-Bergleute. Was ist davon übriggeblieben ?

Du wirst - wenn Du Dich nicht 150 % - und nicht 30 % - zu einem Mineralienhändler mit erfahrenem Wissen und mit Vertrauen in Deine Person - niemals weder Deine Situation noch die der Midelt-Bergleute ändern. Dazu bist Du viel zu unerfahren und leider nicht egoistisch genug und nicht selbstorientiert.
Vergiss nicht: Money lets the world turn round.

Was kannst Du eigentlich bieten außer vielen Sprüchen ? Seit 2 Jrhren, ohne dass dabei was passiert ist. ?  Wann kannst Du erstklassige Ware - e.g. Mineralien oder Fossilien - anbieten, zu einem fairen (fairtrade) Preis ?  Ich habe noch keine sammelwürdige Hammam - oder Bou Azzer-Stufe von Dir gesehen. Geschweige denn von Imilchil, Tafraout oder Azrou.

Seit etwa 1/2 Jahr gibt es - ziemlich viele - fantastische neue Quarze, Siderite, Fluorite, Sphalerite, Cuprite u,a,v,a auf dem Markt. Wo bist Du ?  12 km nordöstlich von Dir gibts tonnenweise die besten Baryte - umsonst - wo sind Deine ?

Du sollest - neben dem Ausbau Deiner Kneipe -  wirklich mal anfangen, Dich mit Mineralien, mit den Grundzügen der Mineralogie und mit dem Bergbau Deiner näheren Umgebung zu beschäftigen. Du sitzt mittendrin und hast null Ahnung - wiederhole - null Ahnung, worüber Du sprichst oder schreibst. Ich könnte heulen. Wenn ich von Deiner Kneipe nachmittags  ne halbe Stunde in die Wüste fahre, komme ich zwei Stunden später mit 50 Mineralstufen zurück.  Und zwar: Guten Stufen ! Wo sind Deine ? Weißt Du, worüber ich rede ?
In der Hoffnung, dass Du was lernst - Gruß
collector

P.S.
Ich bin Anfang Juni einige Tage beim Gnaoua-Jazz-Festival in Esaouira und anschließend vier Tage im Mittleren Atlas. Vielleicht können wir uns treffen. Und endlich mal zu Potte kommen.

caliastos:
ich behaupte mal dass man an der situation vor ort genauso wenig wird ändern können wie an vielen anderen dingen auch. wie lange versucht man in nahost die kämpfe zu beenden, wie lange in armen ländern die armut zu bekämpfen, wie lange umweltfreundlich zu sein usw.

das hat auch noch keiner geschaft.  man hat immer interessenskonflikte, die veränderungen verhidern, strukturen die es nicht ermöglichen. wer sowas ändern will müsste es schaffen die welt zu bekehren. schlicht utopisch. man kann es versuchen, im kleinen vielleicht ändern, für einen augenblick. aber sicher nicht mehr.


was ist fairtrade? welcher preis ist fair? ist es fair eine stufe, die dem finder für 10$ abgekauft wird für 100.000$ zu verkaufen oder nicht? fair wäre, wenn der finder die 100.000$ bekäme. von dem standpunkt kann man sagen: es sind nicht die sammler, die viel für wenig geld wollen. das ist relativ. es sind nun einmal die händler und nicht die sammler, die das niveau so halten. wen der sammler nur sagen wir 100$ für eine stufe hinlegt, warum muss der händler dann immer gleich 80$ kassieren? der ganze transport und co macht nicht unbedingt diesen unterschied aus. markenklamotten, hier für 100€ angeboten werden für 5€ produziert, der arbeiter sieht davon vielleicht 50ct. fairtrade? nein, auch ungesehen der relationen was man wo für einen bestimmten betrag kaufen kann. das schwankt ja auch. grundsatz bei einzelhändler ist doch 150-200% auf den einkaufspreis aufzuschlagen. der transport kostet peanuts.


die problematik mit unfällen seh ich ehrlich gesagt nicht so drastisch. vieles ist purer leichtsinn oder schlicht wahnwitzig.  daran sind nicht die sammler schuld, die "günstig" stufen wollen. wie gesagt, der sammler der eine günstige stufe für 30³ kauft denkt in der regel, dass der sucher angemessen bezahlt wird. blödsinn. die bezahlt keiner fair.

ein schönes beispiel sind diamanten in afrika. die arbeiter suchen da für einen tageslohn von einem ecken brott diamanten. der eine findet dann einen diamanten, der in europa oder den usa für 10.000€/$ gehandelt wird, und den der minenbesitzer für 3000 an den diamantenhändler verkauft hat. die 7000 differenz  sind in dem fall unerheblich, aber der finder hat von dem stück nur das nächste, magere abendessen, der minenbesitzer den satten gewinn. und dann sind es die bösen diamantenkäufer, die einen billigen schmuck wollten?

es würde alles funktionieren, würde man den entsprechenden personen angemessene summen überlassen. da braucht man nicht mal an der preisschraube drehen. dreh und angelpunkt ist die schnittstelle dessen, der den finder eines stückes zuerst bezahlt. niemand sonst. jeder danach baut auf dem vorherigen auf. natürlich will jeder möglichst günstig kaufen und selber gewinn machen. kein problem, nachher. macht die preise doppelt so hoch, der arbeiter wird dennoch sein lohnlevel zu 80% behalten. würde jeder der zwischenhädler ein wenig seines gewinns nach unten weitergeben wäre schon geholfen.


daher: raus auf den markt mit der ware, keinen müll, absatzfähiger, fairer und vernünftiger preis entsprechend der qualität und von dem verkaufserlös dem finder einen angemessenen anteil zukommen lassen.

DonMineral:
Hallo und wieder vielen Dank an die grosen Meister
und Gurus im Mineralienatlas die mir mal wieder mehr die Meinung sagen als ich eigentich wollte... ich habe lediglich auf die anderen Beiträge geantwortet.  Seit ich hier lebe wird mir die Situation der Minenarbeiter immer klarer..
Ich gebe auch niemanden eine Schuld.. am wenigsten den Samlern, aber als kritischer Mensch kann man ja seine Gedanken zu diesen Themen äussern, dafür ist ja ein Forum da... Michael Gienger denkt auch darüber nach und macht bei seinem Gewinn aus seinen Büchern Hilfsprojekte in den Mineralienländern  und fördert die Jugend...das ist ein Händler oder Autor der sozialkritisch ist..

ich bedanke mich aber bei euch dass ihr so viel Geduld habt mit mir und mich mit machtvollen Worten und liebevoll Ratschlägen auf den rechten Weg füren wollte ... es wird schon werden.
Einem Treffen mit Euch mit Peter und auch mit den anderen sehe ich in ehrfürchtiger Haltung entgegen .
Ein Freund hat heute das Buch von Bode mitgbracht und wir fotokopieren im Moment die 150 Seiten mit den interessanten Fundstellen  um dann diese nacheinander durchzuarbeiten..

Viele Grüsse an alle Don Ronaldo

agatefreak:
Hallo Don Ronaldo oder wie auch immer Dein Name sein mag,

ich war Mitte Februar in Midelt zum Achatesammeln. Vor meinem Trip nach Marokko hatte ich Dich noch informiert und um Deine Adresse und Deinen richtigen Namen gebeten. Ich wollte Dich in Midelt treffen. Leider hast Du mir nur eine Strasse mitgeteilt: "Midelt-Strasse". Ich habe diese Strasse in Midelt nicht gefunden auch nicht unter "Rue de Midelt" Deinen richtigen Namen hast Du mir bis heute auch nicht verraten , obwohl ich Dich ausdrücklich darum gebeten habe. In Midelt habe ich einige Freunde und diese habe ich gefragt ob sie Dich kennen , keiner konnte mir über dich Auskunft erteilen. Solang Du also als unbekanntes Pseudonym hier im Forum auftrittst , rate ich jedem ab mit Dir Geschäfte zu machen. Auch Dein mangelndes Fachwissen ergibt ein weiteres negatives Beispiel. Bitte unterlasse also weitere unnütze und überflüssige Beiträge in diesem sonst so informativen und bereicherndem Forum!!!
Was Dein soziales Engagement anbelangt so habe ich den Eindruck das die Marokkaner schon sehr genau wissen was sie verdienen wollen und die Preise inzwischen schon gut selbst bestimmen können. Ich habe Achate direkt von den Berbern in der tiefsten Wüste gekauft und die Preise waren nicht billiger als direkt beim Marokkaner in St.Marie. Auch die Händler in Midelt sind nicht die Billigsten mit ihren Angeboten. Natürlich muss man in einem basargeprägten  Land wie Marokko handeln und feilschen , sonst ist man gleich unten durch. Ich habe damit kein Problem und die Marokkaner haben damit auch kein Problem , im Gegenteil sogar. Ich glaube das die Marokkaner durch die freundschaftlichen Geschäftbeziehungen mit uns Sammlern/Händlern , egal aus welchem Land , nur Vorteile für die Zukunft erzielen können. Somit hat beim Verkauf des  Achates hier in Europa jeder was verdient , auch der Händler der wohl die größten Kosten zu tragen hat (Anreise,Transport , Bearbeitung,Messekosten uvm.)

agatefreak
Peter Jeckel

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