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Autor Thema: 2. Unbekanntes aus Chiavenna  (Gelesen 5364 mal)

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Offline vanderheide

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2. Unbekanntes aus Chiavenna
« am: 02 Jan 08, 23:32 »
Hallo Miteinander
Hier kommt der Dritte und der letzte Stein von Chiavenna. 110 X 65 X 30 mm gross, relativ hart, die Poren bleiben - auch beim tieferen Schliff - Strichfarbe: Gräulich bis Dunkel Grau. Im Sonnlicht: deutlich Kristallines erkennbar.
Die ersten Fotos zeigen den Stein roh, die nächsten Fotos geschliffen. Die Form ist noch nicht fertig, aber das Material gut erkennbar.
Ich schätze: "Amphiboles" ist drinn. Kommt es aus der Tiefen?
Liebe Grüsse
Hans

Offline vanderheide

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Re: 2. Unbekanntes aus Chiavenna
« Antwort #1 am: 02 Jan 08, 23:35 »
Geschliffen:
« Letzte Änderung: 20 Aug 13, 12:25 von oliverOliver »

Offline smoeller

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Re: 2. Unbekanntes aus Chiavenna
« Antwort #2 am: 03 Jan 08, 10:25 »
Hallo,

Könnte Amphibolit sein. Genaueres kann man meis nur im Dünschliff erkennen. Farblich (und wie du sagst) von der Härte könnte es gut sein. Amphibolite sind in den Alpen ja auch nicht selten.

Glück Auf!
Smoeller

Online guefz

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Re: 2. Unbekanntes aus Chiavenna
« Antwort #3 am: 03 Jan 08, 14:52 »
Hallo Hans,

ich habe nochmal meine Bücher hervorgekramt: Amphibolit-Zonen sind in den Karten einerseits in der direkten nördlichen Umgebung von Chiavenna eingezeichnet, die liegen dort in einer Zone, die als Glimmerschiefer und Paragneis bezeichnet wird. Andererseits ist Amphibolit als Kontaktzone zum Granodiorit weiter oben im Tal eingezeichnet. Außerdem gibt es dort noch eine als "Metagranito del Truzzo" bezeichnete Gneiszone und weitere Bereiche mit Orthogneis und Glimmerschiefer im Wechsel. Das Buch ist: I minerali della provincia di Sondrio e della Bregalia Grigionese; Val Bregalia, Val Masino, Val Codera e Valle Spluga von F. Bedogne, R. Maurizio, A. Montrasio, E. Sciesa, hat leider keine ISBN-Nummer. Es gibt dazu auch noch einen zweiten Band fürs Val Malenco.

Günter

Offline jürgen lange

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Re: 2. Unbekanntes aus Chiavenna
« Antwort #4 am: 03 Jan 08, 15:51 »
hallo zusammen,
der herr f. bedognè hat zusammen mit a. montrasio und e. sciesa noch ein weiteres buch "I minerali" in 2006 herausgegeben. es handelt vom medio-alta valtellina, vom orobie valtellinesi und vom val poschiavo. diese regionen schließen sich südlich und östlich an die beiden bereits erstellten fundstellenberichte an. auch sind ergänzungen für die bereits beschriebenen fundstellen enthalten.

es kann sehr günstig in sondrio und im val malenco erworben werden. wer die chance hat, sollte die bücher dort kaufen oder sich von dort mitbringen lassen. hier in deutschland  sind die bücher von f. bedognè erheblich teurer.

in chiesa di val malenco gibt es auch ein ausgezeichnetes neues mineralienmuseum, welches ich im september 2007 besichtigt habe.

gruß und glück auf jürgen lange/de

Online guefz

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Re: 2. Unbekanntes aus Chiavenna
« Antwort #5 am: 03 Jan 08, 17:35 »
Danke für die Info Jürgen, muss ich beim nächsten Besuch in der Gegend dran denken  ::)

Günter

Offline vanderheide

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Re: 2. Unbekanntes aus Chiavenna
« Antwort #6 am: 05 Jan 08, 13:10 »
Vielen Dank Jürgen und Günter für Eure Hinweise!
Vom Bild von der Seite ist gut zu erkennen, dass wir es mit einer Schicht zu tun haben. Vorn und hinten liegt eine andere Gesteinsart an. Diese ist spröder und gröber. Ich denke, deshalb ist dieser Stein so auseinander geborsten. Die dunkelen Aussenschichten weisen weiter etwas kristallines auf, je nachdem wie ich das Licht darauf fallen lasse. Ob denn so etwas in Richtung von Granodiorit geht?
Herzlichen Dank nochmals
Liebe Grüsse
Hans

Online guefz

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Re: 2. Unbekanntes aus Chiavenna
« Antwort #7 am: 05 Jan 08, 16:01 »
Hallo Hans,

auf diesen Fotos kann ich den helleren Teil nicht gut erkennen, aber wenn es eine Schliere aus der Granodiorit-Kontaktzone wäre, müsste es so ähnlich aussehen wie das reine Granodiorit/Tonalit-Ei, das du ein paar Threads vorher präsentiert hast. Ich würde aber eher sagen, dass es zwei unterschiedliche Sorten Gneis/Amphibolit sind.

Günter

Offline smoeller

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Re: 2. Unbekanntes aus Chiavenna
« Antwort #8 am: 05 Jan 08, 16:28 »
Hallo,

Würde sagen, es ist eine hellere Schliere mit mehr Feldspat. Viele Metamorphite führen solche Schlieren, die meist auf Inhomogenitäten im Ausgangsgestein oder auf teilweise Schmelzbildung (Feldspat + Quarz schmilzt bei niedrigeren Temperaturen als Amphibol) zurückzuführen. Solche Schlieren haben dann rein chemisch gesehen tatsächlich granitische bis dioritische Zusammensetzung, stellen aber kein eigenes Gestein dar sondern sind Bestandteil des Gesteins, in dem sie liegen. Gesteine mit solchen Schmelzschlieren nennt man Migmatite.

Glück Auf!
Smoeller

 

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