Gut, man muss aufpassen: Cuttermesser ritzt nicht Härte 6, sonder hat Härte 6. Abweichungen um 0,5 möglich. Die Angaben in Büchern: "Mit Messer ritzbar" beziehen sich allgemein auf Messer, daran sieht man, dass es weit streuen kann (wie die Härte der Messer) und natürlich nicht geeignet ist für Minerale, die etwa in diesem Bereich liegen.
Der Objektträger ist gut, ist recht weiches Glas und liegt 5 bis 5,5. Der Pyrit sollte den ritzen. Die (Marken-?) Cuttermesser müssen ja zuverlässig, also nicht beim Schneiden aber wenn man es will schon, brechen und lange scharf bleiben, deshalb haben die eine enge Härtetoleranz. Die sind mit der Feile vergleichbar, da sie sich kaum feilen lassen. Taschenmesser ist wieder ungenauer. Solche Angaben, soweit sie in neueren Büchern auftauchen, sind aus alten Quellen einfach übernommen. Fingernagel 2,5- Hmmm (?). Kupferdraht kannst du mit Calcit überprüfen, sollte dann nicht geritzt werden und auch kein Kupferabrieb sichtbar sein.
Die Prüfkästen machen schon Sinn, denn schließlich enthalten sie ja die typischen Prüfminerale, mit denen kann man seine eigenen Sachen auch vergleichen. Bin nur bei Prüfstiften mit Mineralspitze skeptisch, denn: ritzt du aus Versehen mit einem zu weichen Stift ist die Spitze erst mal flöten. Deshalb die zum Nachschleifen.
Man muss noch wissen, dass die Härteskala nicht linear ist und zwischen den Werten unterschiedliche Abstände liegen. Man darf von der Mohsprüfung kein sehr genaues Ergebnis erwarten, denn erstens sind die Prüfkräfte bei jedem anders, zweitens sind die Ritzwerkzeuge nicht geeicht und die Mineraleprüfflächen sind oft keine Kristallflächen, sondern Aggregate.
Aber um zwei härtemäßig weiter auseinanderliegende, ansonsten verwechselbare Minerale zu unterscheiden, wie Kufperkies und Schwefelkies, sehr brauchbar.
Viele Sammler haben so viel Erfahrung bzw. Gefühl dafür, die nehmen immer ihr Taschenmesser (natürlich nur für die weicheren).
Mein Ziel ist übrigens die Vickershärteprüfung. Hier kannst du schon mal auf einem 0,5 mm Kristall mit einer Prüfkraft von 10 g eine -zigmal genauere Prüfung als bei Mohs machen, nur eine Kostenfrage.
Gruß
Uwe