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Autor Thema: unbekannter Stein  (Gelesen 12080 mal)

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Offline vanderheide

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unbekannter Stein
« am: 11 Jan 09, 12:01 »
Verehrte Mineralienkenner
Meine Schwester hat mir folgendes Bild gesendet. Die Grösse des abgebildeten Steines ist 200mm x 1400 mm.
Die hellen Stellen sind wahrscheinlich durch Abbruch aus dem ganzen Gesteinsbrocken entstanden.
Es ist ein Foto eines Fotos, ich hoffe, die Qualität lässt dennoch eine mögliche Bestimmung zu.
mit bestem Dank fürs Anschauen und ev. Bestimmen
Gruss
Hans

Offline thdun5

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #1 am: 11 Jan 09, 12:03 »
Das schaut nach Granit mit Quarzanteilen (weiß) und Biotit (schwarz) aus.

Offline minuwe

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #2 am: 11 Jan 09, 12:37 »
Granitpegmatit (wegen der Großkörnigkeit), bestehend aus Quarz xx farblos, Feldspat xx rosa, Muskovit xx silbrig.

Gruß
Uwe

Offline triassammler

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #3 am: 11 Jan 09, 13:33 »
Schäumt das Teil bei Zugabe von Salzsäure (sofern das Stück greifbar ist)?
Erinnert mich frappierend an ein allseitig angeschlagenes Stück aus der Füllung einer Calcitkluft innerhalb karbonatischer Gesteine. Oft sind die Kristalle darin hypidiomorph bis xenomorph mit unterschiedlichen Färbungen von orange über rostbraun bis schwarz (Kerogeneinschlüsse), wobei kerogengefärbte Partien nur untergeordnet auftreten und auf den ersten flüchtigen Blick Biotit vortäuschen. Stapelungen paralleler Spaltrissebenen in transparenten Partien können die Reflexion von Muskovit bzw. allgemein von Glimmern vortäuschen. Das müsste sich anhand vorhandener bzw. fehlender Blättrigkeit der verdächtigen Einsprenglinge aber einfach feststellen lassen.

Definitiven Quarz, Feldspat oder Muskovit kann ich beim Betrachten nicht erkennen...

Gruß,
Triassammler

Offline minuwe

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #4 am: 11 Jan 09, 13:52 »
Triassammler, du kannst durchaus Recht haben, wo du es sagst und man es genau ansieht, könnte es genauso auch großkörniger Calcit sein, dessen Körner die typischen Farbnuancen haben. Sollte der Säuretest oder Härtetest oder schärferes Bild klären.

Gruß
Uwe

Offline heli

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #5 am: 12 Jan 09, 11:28 »
Würde mich auch der Variante Calcit anschließen.

Darauf deuten auch die Bruchstellen hin. Eine Salzsäuretest sollte die Klärung bringen.

Offline zinnwald

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #6 am: 12 Jan 09, 14:19 »
Hallo,
neben Calcit könnte das Stück auch aus einem Salzlager stammen.
Schon mal den Geschmack ermittelt?
Gruß
Bodo 
 :P

Offline smoeller

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #7 am: 12 Jan 09, 16:19 »
Hallo,

Calcit oder Gips, Salz glaube ich eher nicht.

Glück Auf!
Smoeller

Offline thdun5

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #8 am: 12 Jan 09, 16:40 »
An ein Salz glaube ich auch nicht. Vor allem nicht, wenn das mit Clacit/Quarz und Feldspat/Glimmer vorkommt.

Offline miami

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #9 am: 12 Jan 09, 17:12 »
Hallo,
das Stück ist mit 100%iger Sicherheit kein Granit oder ähnliches Gestein.
1.Möglichkeit Calcit (schäumt mit conz. HCl)
2.Möglichkeit Steinsalz (ablecken)
3.Möglichkeit Gips

Alle anderen sonst in Frage kommenden Möglichkeiten würde ich eher ausschließen.

gruß

miami

Offline Hotzenblitz

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #10 am: 12 Jan 09, 18:46 »
Hallo,.....


also ich schließe mich der ursprünglichen meinung von minuwe an... was pegmatisches..... das dunkle sieht verdammt aus nach muskovit das helle nach quarz....
diese dunklen kristalle, sind die hexagonal im querschnitt? und lassen sie sich aufblättern?.... wenn ja, dann ein glimmer.... also biotit oder muskovit !

und , die grössenangabe wage ich zu bezweilfen........bei dem photo...... dieser schwarze hintergrund....... ???

Die Grösse des abgebildeten Steines ist 200mm x 1400 mm.
das wär dann nen metervierzig auf zwanzig zentimeter...... also da stimmt was nicht !!


gretinx chris



Offline thdun5

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #11 am: 12 Jan 09, 18:48 »
Zitat
Die Grösse des abgebildeten Steines ist 200mm x 1400 mm

... er meint bestimmt 200mm x 140mm  ;)

Offline vanderheide

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #12 am: 12 Jan 09, 22:16 »
herzlichen Dank thdun5!! "er meint bestimmt 200mm x 140mm!!"
Natürlich meinte ich das. Dass mir diesen Fehler unterlaufen ist, uujuui!
Aber, Gott sei Dank, haben wir so exakt lesende Forumsteilnehmer.
Besten Dank Hotzenblitz! Die Korrektur war nötig.

Meine Schwester in Amsterdam kann diese Geschichte mitlesen. Sobald sie Versuche gemacht hat, werde ich mich wieder melden.
mit besten Grüssen
Hans

Offline minuwe

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #13 am: 13 Jan 09, 00:30 »
Gebe zu, bzw. gestehe zu meiner Schande  ::) , hatte anfangs etwas flüchtig hingeschaut. Nachbearbeitet sieht das Bild/ Stück noch mehr nach Calcit aus. Die weißen Flecken scheinen, wie Hans es schon sagte, nach angebrochenen Kristallen aus. Ansonsten unterscheiden sich die Kristalle nur in der Farbe (->Triassammler). Wir werden sehen  :)
« Letzte Änderung: 13 Jan 09, 00:32 von minuwe »

Offline triassammler

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Re: unbekannter Stein
« Antwort #14 am: 13 Jan 09, 23:09 »
Zitat
lso ich schließe mich der ursprünglichen meinung von minuwe an... was pegmatisches..... das dunkle sieht verdammt aus nach muskovit das helle nach quarz....
diese dunklen kristalle, sind die hexagonal im querschnitt? und lassen sie sich aufblättern?.... wenn ja, dann ein glimmer.... also biotit oder muskovit !

Diese der Beschreibung nach starken Farbkontraste sehe ich auf dem Bild einfach nicht...

Mag jemand wetten? Es ist 100% ein Calcit (auch Gips, Sylvin schließe ich absolut aus). Das Stück ist so  typisch... Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass es aus einer kalksedimentären Lagerstätte stammt und das Entstehungsalter zwischen Eozän und Untermiozän anzusiedeln ist, zumindest wenn es aus Mitteleuropa stammt.
Brocken dieser Art bis Tischgröße werden in den Plattenkalkbrüchen des Altmühltals als Abraum abgekippt, finden sich aber auch in anderen Steinbrüchen auf der Weissjurahochfläche der Alb. Was nicht heisst, dass es das nicht auch woanders gibt, wo genügend Kalk vorliegt. An o. g. Orten hatte ich das eben immer besonders reichlich als Anschauungsmaterial. Üblicherweise ist warmes, über lange Zeit in Klüften stehendes Wasser zur Bildung solcher Brocken nötig. Also ein warmfeuchtes, subtropisches Klima war nötig, wie es in Mitteleuropa zeitweilig während des Tertiärs herrschte.

Gruß,
Triassammler

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29