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Ferritisches Eisen

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thdun5:
Hallo,

Bei Lengefeld im Erzgebirge habe ich einmal eine wirklich seltsame Entdeckung gemacht:

Mit Sammelfreunden war ich unterwegs, auf der Suche nach so genannten "feritischen Eisen".
Es wird von einem normalen Magneten angezogen. Aber das seltsame ist, dass ein Metalldetektor (oder Leitungssucher) im normalen Modus (normal lautlos - bei Metall Geräusch) nichts anzeigt und beim Modus 2 (normal hörbares Geräusch - und bei dem gefundenen Zeug geht das Geräusch auf einmal schlagartig weg)  ??? 
Das Zeug sieht schwarz metallisch glänzend aus, ähnlich Magnetit. Da ich das Zeug auf dem Weg zu einer verlassenen alten Kalkbrennerei gefunden habe, dachte ich zuerst an ein Hüttenprodukt, also wo schon Eisen ausgeschmolzen wurde oder an Magnetit. Das Problem ist nur dies, dass zwar Magnetit vom Magneten angezogen wird, aber der Metalldetektor keine Veränderungen zeigt.

Was ist dieses "ferritische Eisen" und wie sind die seltsamen Reaktionen zu erklären ?

minuwe:
Eisen bezeichnet man als ferritisch unter 911°C. (Eisen- Kohlenstoff- Diagramm). Es liegt als so genanntes Alpha- Eisen vor und hat ein kubisch- raumzentriertes Gitter. Außerdem fast Kohlenstofffrei. Jetzt frage ich mich nur, wo in der Natur, besonders in Lengefeld solches Eisen herkommt, eventuell im Zusammenhang mit Kalklagerstätten? In Basalten z. B. kann solches Eisen vorkommen.

Deine Beschreibung des Detektorverhaltens passt eigentlich zu Magnetit. Allerdings reagiert jedes Gerät anders. Magnetit ist ja deutlich härter als Eisen oder Stahl (als Verhüttungsrückstand), ist spöde, Eisen hingegen zäh/ schmiedbar, zerbröselt nicht. Natürliches Eisen ritzt kein Glas, Magnetit sehr wohl. Von daher leicht zu unterscheiden.

Gruß
Uwe

thdun5:
Das mit dem "ferritisch" habe ich verstanden.
Ich habe jetzt einmal die Strichfarbe getestet und die ist schön schwarz wie Magnetit. Dass Magnetit Glas ritzt, wäre mir neu. Glas wird doch nur von Mineralien ab Härte 6 geritzt und Magnetit hat 5,5-6.
Das Verhalten des Detektors habe ich einmal mit Magnetit von Pöhla ausprobiert. Da ist es genau so. Aber von Magentit aus Italien oder Bolivien tritt das manchmal so ein, aber manchmal auch nicht. Das verwirrt mich noch mehr.
Und warum sprechen die Sammler von dort dann von "ferritischen Eisen", wenn es demnach gar keines ist (oder etwa doch) ?
Ich werde demnächst einmal so ein Stück aufschlagen, vllt. liegt das Geheimnis ja im Inneren.

minuwe:
Wie verhält sich der Magnetit aus Italien, zeigt der Detektor den freudiger an oder manchmal gar nicht?

edit: habe zur Sicherheit Stück Pöhla- Magnetit, derb, aus dem Erzbunker geholt und auf Glas geritzt, Kratzer im Glas. Du hast aber Recht, es liegt dicht beieinander, deshalb verwende ich altes Fensterglas, welches eher weich ist. Wenn man nicht so kompakten, d. h. bröseligen Magnetit erwischt und modernes härteres Glas nimmt wird es nicht klappen.

smoeller:
Hallo,

Man spricht z.B. auch von Ferritspinellen. Gemeint ist hier dann die Wertigkeit (Oxidationsstufe) des Eisens. Man bezeichnet zweiwertiges Eisen als Ferri-, dreiwertiges als Ferro-Ionen (von lat. ferrum = Eisen).

Magnetit ist in den Kalklagern des Erzgebirges allgemein verbreitet.

Glück Auf!
Smoeller

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