Mineralien / Minerals / Minerales > Systematik und Klassifikation / Systematics and Classification
Zucker-Ein Mineral?
smoeller:
Hallo,
Dann noch "Mineralien" (einige sind anerkannt), die im Guano vorkommen, oder durch Reaktion von Guano mit Kalkstein. Guano ist bekanntlich Kot von Seevögeln oder Fledermäusen.
A propos Urin: Es gibt von Neubulach/Schwarzwald Kupferurate. Oder von St. Ulrich/Schwarzwald Ca-Mg-Oxalate. Beides ist sicher auf eine Interaktion von Biosphäre und Gestein zurückzuführen.
Meine Meinung dazu: Solange etwas natürlich gebildet wird, sollte es als Mineral zumindest geduldet werden. Als Wissenschaftler (bin Mineraloge) muss ich mich an die IMA-Nomenklatur halten, auch wenn davon gerade in der Petrologie nicht sehr viel Gebrauch gemacht wird (alte Namen wie Hypersthen, Bronzit, Andesin etc. sind einfach nicht tot zu kriegen), doch als Sammler nehme ich auch Minerale, die in Schlacken kristallisierten, oder in Feuersetzstufen, in die Sammlung und führe sie gleichwertig als Minerale. Eine Ausnahme wären Schmelzprodukte und Bestandteile der Schlacke, die eindeutig künstlich sind.
Andernfalls hat der Mensch zwar die Umgebung geschaffen, aber die Natur hat die Minerale geformt. Viele von diesen könnten sich auch ohne zutun des Menschen bilden, nehmen wir mal einen Waldbrand, der zufällig einen Ausbiss erhitzt.
Grenzwertig sind sicher Kristalle in Lebewesen. Hierüber kann ich im Moment keine Aussage machen. Aber das klingt interessant. Ist auch sicher ein schwieriger Fall, auch aus ethischer Sicht, diese ohne weiteres als Minerale anzuerkennen. Ich meine, wenn Nierensteine und co plötzlich anerkannte Gesteine sind und von skrupellosen Händlern in größerem Umfang gehandelt würden. Letztens hatten sie schon Gallensteine bei eBay!
Zucker, um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Kein Mineral, solange es nicht bereits vor der Verarbeitung der Pflanze auskristallisieren würde. In der Form, wie es gewonnen wird, ein technisches Produkt wie SiC, Widia, synthetischer Korund, Silizium.
Glück Auf!
Smoeller
caliastos:
nur als frage, was hat wasser mit quecksilber zu tun? quecksilber ist ein element wie schwefel auch. wasser eine verbindung. da quecksilber sowohl flüssig wie kristallin identisch ist kann es durchaus als mineral gelten wasser wird zu eis, und das ist doch anerkannt. sag zu eis festes wasser und das problem ist weg.
minuwe:
Missverständnis, die provokante Frage ist: Ist Wasser auch flüssig ein Mineral? Quecksilber war der Vergleich.
caliastos:
war eigentlich so gedacht. versteeh das in etwa so. wenn hg als mineral gilt, dann hat es den status auch in der flüssigen so wie festen form. beides nennt man hg. wenn man sagt hg ist ein mineral, dann frage ich: fest oder flüssig?
wasser hat im flüssigen kein kristallgitter, welches kristalle und damit minerale erzeugt. bei hg keine ahnung. vermute aber der unterschied in der einstufung hängt am namen.
smoeller:
Hallo,
Quecksilber wird nur aus rein historischen Gründen zu den Mineralien gezählt. Manche sprechen heute auch von Mieraloiden (mineralien-ähnliche Substanzen). Genauso Opal, Chrysokoll und andere amorphe Substanzen. Wenn man ganz genau sein müsste, sind dies eben nach der engen Definition keine Mineralien.
In gewisser Weise stellt Quecksilber auch eine Ausnahme dar, ist es doch nicht nur das einzige flüssige Element (neben Brom, das aber nicht elementar auftritt) bei Raumtemperatur. Würde man Quecksilber in der Antarktis oder in Sibirien im Winter aufbewahren, würde sich die Frage, ob es ein Mineral ist oder nicht, nicht mehr stellen. Denn dann würde es hochglänzende xx bilden.
Mit Wasser ist es halt anders, da es nicht kristallin vorliegt. Man könnte , wenn man andere Planeten mit einschließt, CO2, Methan etc. auch als Minerale bezeichnen, da sie dort eben kristallin vorliegen. Ebenso Gashydrate aus der Tiefsee, diese haben eine Struktur. Fakt ist: Heute werden keine amorphen oder flüssigen Substanzen als Minerale anerkannt, eine Strukturanalyse ist Vorraussetzung für die Anerkennung.
Glück Auf!
Smoeller
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