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Entstehung von Zwillingen
berthold:
Hallo Ingo,
auf dem Sektor wurde/wird viel geforscht, natürlich auch mit Experimenten (Kristallzüchtung). Im Prinzip ist das richtig was Du schreibst aber das
--- Zitat ---Wobei ich nicht der Meinung bin das die Konzentration unmittelbar einen Einfluss auf Tracht und Habitus hat.
--- Ende Zitat ---
würde ich nicht unterschreiben (wobei ich mir nicht klar bin ob Du nur Magnesium oder auch die anderen Lösungsgenossen meinst). Es gibt einige Untersuchungen die genau das Gegenteil zeigen. Fremdionen -die übrigens nicht unbedingt auch in den Kristall eingebaut werden müssen- können schon in sehr geringer Konzentration die Kristallform bei ansonsten gleichen Bedingungen erheblich beeinflussen. Richtig, die Temperatur ist ein wichtiger Faktor (man müsste genauer sagen das Temperaturgeschehen), ggf. auch der wichtigste Faktor. Jedoch hat man den Temperatureinfluss oft überschätzt (und die anderen Faktoren unterschätzt) weswegen z.B. die Calcit-Kristallform, früher als "Geothermometer" angepriesen, heute eher als beiläufiges Indiz und nicht als Beweis angeführt wird.
Gruß
Berthold
Literatur:
KIRYANOVA E. V., GLIKIN A. E. (1999) The laws of fluorite and calcite habit formation in terms of the morphogenetic structural-chemical concept. - Journal of crystal growth vol. 198-99 (1) (905 p.) (11 ref.), pp. 697-703
L. Fernández-Díaz, J.M. Astilleros and C.M. Pina (2005) The morphology of calcite crystals grown in a porous medium doped with divalent cations. - Chemical Geology Volume 225, Issues 3-4, 31 , Pages 314-321
endeavour-minerals:
Hallo Berthold,
wir bewegen uns auf einem im Grunde noch recht theoretischen Gebiet. Mit meiner Aussage habe ich mich auf einen Artikel vom Kevin J. Davis (The Role of Mg2+ as an impurity in Calcite Growth) aus dem Science Magazin, gestützt, der im groben das Mg2+ als Blocker für die Calcit Kristallbildung betrachtet. Auch habe ich nur die Calcite der Mitteleuropäischen Riffzone im Focus, was natürlich gewisse Bildungsbedingungen ausschließt. Es ist auf jeden Fall die Summe der verschiedenen Bildungsbedingungen, die ihren Einfluss auf die Calcit Kristalle ausüben, geringe Abweichungen haben da auch schon erheblichen Einfluss. Nicht umsonst hat der Calcit weit über 2000 Kristallformen.
Ich versuche mich immer weiter in das zugegebener Maßen sehr interessante aber teilweise schwer Verständliche Thema hineinzuarbeiten und die Seite dem jeweiligen Erkenntnisstand anzupassen. Dazu muss ich noch sehr viel lesen und auch verstehen, dass ist nicht immer so einfach ich habe das nicht studiert. Ich werde mal deinen Einwurf aufgreifen um noch diese Seite etwas intensiver zu bearbeiten. Deinen Literaturhinweisen gehe ich gerne mal nach, wenn man da etwas bekommen kann.
Ein interessanter Artikel muss der von A.Wilke sein über "Temperatur, Konzentration, Paragenese auf den Ganglagerstätten des Westharzes" von 1952, dieser ist aber nirgends aufzutreiben.
Gruß Ingo
berthold:
Hallo Ingo,
ja, jetzt werden wir etwas OT. Bitte nicht böse sein, nur Deine Aussage:
--- Zitat ---Wobei ich nicht der Meinung bin das die Konzentration unmittelbar einen Einfluss auf Tracht und Habitus hat.
--- Ende Zitat ---
ist, wenn Du -wie Du sagst- Mg2+ Konzentration meinst, genau das Gegenteil von dem was Kevin J. Davis et al. (Deine Quelle) im ersten Satz schreiben:
--- Zitat ---Magnesium is an important modifier of CaCO3 morphology and growth in natural waters (1–3).
--- Ende Zitat ---
(Die hier angegebenen Quellen 1-3 habe ich noch nicht angeschaut).
Zu dem Thema ist in jüngerer Zeit wirklich viel gearbeitet worden, nicht nur theoretisch. Kristallzüchtung und Beobachtung der Wachstumsflächen mit AFM -wie in Deiner Quelle- zähle ich zu den experimentellen Arbeiten. Insofern würde ich die Arbeit von Wilke, da sie über ein halbes Jahrhundert alt ist, in diesen Aussagen vor dem Hintergrund der Zeit sehen, in der sie geschrieben wurde.
Gruß
Berthold
endeavour-minerals:
Hallo Berthold,
OT ist richtig,aber das wird Thema trotzdem interessant.
Da werde ich wohl das Werk mir nocheinmal vornehmen müssen ,um wenn nötig zu korregieren. (nobody is perfect)
Die Sache habe ich bis jetzt nur von der Temperatur und Druckseite betrachtet, war für mich logischer nachzuvollziehen.
Ich habe leider keinen uneingeschrängten Zugang zu Instituten und somit zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen ,daher bin ich nicht auf dem Aktuellsten stand.
Und im Internet bekommt man auch nicht die nötigen Informationen.Die einzigsten Informationen dazu habe ich vom Herr Rustemeyer bekommen (Danke Peter für die email Adresse) und da hört es schon auf.
Der Wilke ist zwar schon alt,aber er geht da scheinbar,auf das was du angesprochen hast ein.Im Rösler ist da auf Seite 243 eine Tafel drin. Nur der Artikel ist nicht mehr zu bekommen, zumindest nicht für mich.
Danke Gruß Ingo
berthold:
Hallo Ingo,
--- Zitat ---Ich habe leider keinen uneingeschrängten zugang zu Instituten und somit zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen ... Und im Internet bekommt man auch nicht die nötigen Informationen.
--- Ende Zitat ---
Ich auch nicht :'(, wer hat den schon. Aber kleiner Tip: Bei älteren Veröffentlichungen: zvab.com oder Fernleihe - da bekommt man eigentlich alles ;D Neue Sachen werden größtenteils online veröffentlicht (oft schon vor der Papierform). Einziger Nachteil, der Zugriff auf online-Artikel kostet fast immer Geld -manchmal heftig >:(. Sehr hilfreich bei der Suche ist google/scholar (http://scholar.google.de/schhp?hl=de)
Gruß
Berthold
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