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Autor Thema: Bestimmungshilfe Erfahrungen mit Mineralen der biconi-Formation Schlema/Alberoda  (Gelesen 12298 mal)

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Offline geomueller

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Hallo alle,

Wie einige hier vielleicht wissen beschäftige ich mich schon seit einiger Zeit mit Anschliffen von Erzgangstücken vornehmlich der biconi-Formation aus Schlema-Alberoda. Ich will hier nun mal meine (bescheidenen) Erfahrungen darlegen die ich dabei gemacht habe, die mir immer wieder helfen mehr Verständnis für diesen mineralogischen Zweig aufzubringen und auch eine Art Bestimmungshilfe für diese Minerale und deren recht komplizierte Paragenese zu entwickeln. Mir ist natürlich klar das diese folgende Zusammenstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, dazu ist das ganze einfach zu komplex und man könnte über diesen Sachverhalt sicher ein ganzes Buch füllen. Ich will einfach nur mal meine Erfahrungen niederschreiben, und hoffe auf konstruktive Reaktionen von euch, vielleicht haben andere ja auch ganz andere Erfahrungen gemacht die man mit einarbeiten könnte. Ziel ist es eigentlich dann mal dieses Sammelsurium ins Lexikon einzufügen als Bestimmungshilfe für die biconiasag ;D aus Schlema-Alberoda. Da ich meine das die Diskussionen im Lexikon nur mäßig angenommen werden, versuche ich es mal hier im Forum, können wir aber auch gern ändern, Hauptsache es kommt ein verwertbares Ergebnis heraus.

Die visuelle Bestimmung der biconi-Erze aus Schlema-Alberoda ist recht kompliziert, auch deshalb weil die verschiedenen Erze Chloanthit, Rammelsbergit, Pararammelsbergit, Skutterudit, Safflorit, Nickelin, Maurerit, Löllingit sowie Silber, Arsen und Wismut oftmals zusammen und miteinander verwachsen auftreten. Außerdem bilden biconi-Erze untereinander auch noch Mischreihen, Verdrängungspseudomorphosen untereinander und Pseudomorphosen meist nach Silber. Trotzdem gibt es einige Anhaltspunkte für die Einzelkomponenten nach denen man sich richten kann. Diese Anhaltspunkte die ich da immer heranziehe sind sehr komplex und beruhen größtenteils auf immer wiederkehrende Beobachtungen und Erfahrungen die ich immer wieder mache. Diese beziehen sich größtenteils auf Glanz und Farbe am Rohstück sowie beim Anschliff, Härte, Schleifverhalten, Polierbarkeit, Anlaufverhalten der Schliffflächen, Zonierungen im Schliffbild, Sekundärmineralbildung und Verwitterungskrusten auf den Rückseiten der Stücke, Verdrängungen einzelner Minerale untereinander, Pseudomorphosenbildungen und noch einiges mehr.

Ihr seht also schon an den einleitenden Worten das das ganze Thema recht komplex ist und auf gemachten Erfahrungen beruht. Ich habe mir das so angewöhnt da ich einige Male die Erfahrung machen musste, dass auf Grund der intensiven Mischreihen und Verwachsungen der einzelnen Minerale untereinander auch eine Analyse nicht immer die Wahrheit ans Licht bringt. Eine Analyse mit den Ergebnis "kobalthaltiges Nickelarsenid" oder "nickelreiches Kobaltarsenid" bringt mich auch nicht wirklich weiter. Also werde ich versuchen mal ein paar Erfahrungen als Bestimmungshilfe hier zusammen zu tragen.


Silber
weich, dehnbar, mit einer Stahlnadel auf der Schlifffläche punktier- und verschiebbar, meist im Zentrum von Dendriten als Relikt erhalten und von biconi-Erzen umgeben bzw. ummantelt, tritt nie zusammen mit Wismut auf, selten massiv, kommt eingebettet sowohl in Karbonaten Quarz Hornstein Baryt und Arsen vor, hat frisch poliert unterm Bino einen typischen matten Glanz, läuft meist aber auch nicht immer auf der Schlifffläche im Laufe der Zeit an und erscheint dadurch dunkler leicht messingfarben, sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken meist weiß manchmal bläulich bis blaugrünlich, beim leichten überstreichen massiver Stücke mit dem Finger auf der Schlifffläche aber erst recht auf dem rohen Stück rau und hakelig.


Wismut
sehr weich, mit dem Fingernagel ritzbar, auf der frischen Schlifffläche stark glänzend später matt werdend, leicht hell messingfarben mit der Zeit dunkler werdend, Kommt eingewachsen selten allein vor, kommt meist zusammen mit Skutterudit in Karbonaten und/oder Quarz vor, bildet oft hakige kristalline Aggregate die scheinbar Skutteruditaggregate "aufsprengen" gut unterm Bino zu beobachten, sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken meist weiß oft zusammen mit erdigem Erythrin als Sekundärbildung des gemeinsam auftretenden Skutterudits.


Arsen
läßt sich schlecht zerschlagen, zäh und spröde, beim Schneiden läuft oft die Scheibe oft weg, schwer zu schneiden (starker Knoblauchgeruch!), frische Schnitt- Bruch- und Schlifffläche hell silberweiß, läuft nach wenigen Minuten an und wird im Laufe der Zeit schwarz, massives Arsen bildet auf der Schlifffläche oft sehr schöne Arsenspiegel die sich meist auch dauerhaft halten und nicht matt werden, in kleinen Hohlräumen im Arsen bildet sich oft Arsenolith und/oder Pharmakolith, rohe Oberflächen oft angelöst rau und mit dunkelmessingfarbenen Anlauffarben. Arsen tritt oft auch in typischen schaligen Ausbildungen auf, Scherbenkobalt. In kleinen Hohlräumen und auf schaligen Schichtfläche tritt oft Proustit und seltener Pyrargyrit auf, außerdem treten in dichten Massen oft kleine moosartige Silberaggregate auf, farnartige Silberdendriten sind relativ selten, seltener wie aus der Lagerstätte Pöhla.


Safflorit CoAs2
Safflorit ist in der biconi-Formation in Schlema-Alberoda weit verbreitet, tritt aber nur selten allein auf, meist im Zusammenhang mit Nickelin, Skutterudit und Wismut in karbonatischer Matrix. Safflorit kommt meist nur in derben Massen, selten in kleinsten schuppigen Kristallen, relativ oft in sehr schönen dendritischen Pseudomorphosen nach Silber in karbonatischer Matrix vor. Oft haben Silberdendriten hauchzarte Ummantelungen von Safflorit. Deutlichstes Merkmal ist, das es recht schnell dunkelgrau bis matt-schwarz anläuft, diese Anläufe scheinen sich bei mit HCL geätzten Stufen schneller zu zeigen als bei ungeätzten Stufen. Safflorit lässt sich schlecht polieren, ist meist porös (nicht dicht) und läuft auch auf der Schlifffläche nach einiger Zeit (Wochen bis Monate) an, die Politur wird stumpf, lässt sich aber schnell nachpolieren. Auf der Schlifffläche ist Safflorit meist (immer?) strukturlos. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist zart rötlich mit erdigem Erythrin als Sekundärbildung aber nicht so deutlich wie beim Skutterudit.


Rammelsbergit NiAs2
Rammelsbergit tritt meist vergesellschaftet mit Nickelin, Chloanthit und Safflorit sowohl in karbonatischer als auch in Quarz-Matrix auf. Mit den genannten Arseniden bildet es oft sehr schön strukturierte Verdrängungen aus die ein attraktives parallel verwachsenes Schliffbild ergeben können. Tritt es zusammen mit Nickelin auf bildet es meist silberweiße „Kappen“ über nierig ausgebildeten hellkupferroten Nickelinaggregaten. Rammelsbergit selbst ist immer silberweiß, dicht unstrukturiert und dunkelt mit der Zeit leicht nach. Kristalline Strukturen konnte ich noch nicht beobachten. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist zart grünlich mit erdigem Annabergit als Sekundärbildung.


Chloanthit NiAs2-2,5
Chloanthit tritt meist vergesellschaftet mit Nickelin und Rammelsbergit sowohl in karbonatischer als auch in Quarz-Matrix auf. Auch zwischen diesen Arseniden gibt es oft sehr schön strukturierte Verdrängungen die ein sehr attraktives parallel verwachsenes Schliffbild mit schönem farblichen Kontrast ergeben können. Chloanthit tritt aber oft auch allein meist in karbonatischer Matrix auf. Dabei können oft sehr schön zonar aufgebaute Kristalle in einer Kombination von Würfeln, Rhombendodekaedern und Oktaedern im Schliffbild beobachtet werden. Oft bilden diese Kristallverwachsungen traubige Aggregate. Aber auch dichte kompakte Chloanthitmassen treten auf. Die Farbe des Chloanthits im Schliffbild ist silberweiß, es läuft nicht an und lässt sich gut polieren. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist zart grünlich mit erdigem Annabergit als Sekundärbildung, ähnlich wie beim Rammelsbergit.


Nickelin NiAs

Nickelin kommt selten allein vor, sondern meist in Vergesellschaftung mit einzelne oder mehreren anderen Arseniden und das sowohl in quarziger wie karbonatischer Abfolge, seltener auch in Baryt. Es ist natürlich durch seine auffällige lichtkupferrote Farbe mit mal helleren mal dunkleren Farbtönen leicht zu identifizieren. Schuppige kleine Kristalle von Nickelin treten nur sehr selten auf. Nierig traubige dichte Massen von Nickelin sind oft mit Rammelsbergit kappenartig überzogen, was einen sehr schönen Kontrast im Schliffbild ergibt. Nickelin lässt sich mit Abstand am Besten polieren und nimmt die Politur sehr schnell an, viel früher als andere mit vergesellschaftete Erze. Nickelin bildet deutliche kräftige bis 1 cm mächtige erdige Annabergitkrusten als sekundäre Haldenbildung, dadurch auch auf Halden, ohne die Stücke zu zerschlagen, leicht zu erkennen.


Maucherit Ni11As8
Maucherit kommt in Schlema-Alberoda nicht als eigenständiges Mineral, sondern immer in enger Verwachsung mit Nickelin vor. Im Anschliff stellt sich das meist als Parallelverwachsung in schönen kugeligen, zonierten oder sphärolytischen Bildungen dar. Dieses Gemisch ist im Anschliff insgesamt dunkler als Nickelin und dunkelt meist auch noch nach. Die Rückseiten solcher Stücke sind meist rötlichschwarzgrau und zeigen nur eine leichte zartgrüne Annabergit-Sekundärmineralbildung.


Löllingit FeAs2
Löllingit kommt meist in körnigen Massen vor, Kristalle sind relativ selten in kleinsten blättrigen schuppenartigen Aggregaten zu beobachten. Löllingit tritt eigentlich immer nur in karbonatischer Matrix auf, in quarziger Matrix konnte ich es bisher noch nicht beobachten. Im frischen Anbruch ist Löllingit meist hellsilberweiß, dunkelt aber nach. Im Anschliff ist er massig derb dicht strukturlos, lässt sich schlecht polieren. Typische Verwitterungskrusten treten eigentlich nicht auf. Löllingit tritt auch oft in dünnen Lagen in/auf ged. Arsen auf, seltener auch zusammen mit ged. Silber.

So das soll es erst mal gewesen sein, ich wollte mich ja auch erst einmal auf das Wichtigste beschränken. Es gäbe und gibt sicher noch vieles zu erwähnen zu andern Mineralen die in den Anschliffen auch immer wieder zu beobachten sind z. B. Silberminerale.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 07 Feb 09, 12:28 von geomueller »

Offline minuwe

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Hallo Jürgen,

genau die richtige Lektüre, wenn man gerade von einer Alberodaer Halde zurück ist  ;D
Finde es gut, wenn du deine langjährigen Erfahrungen hier zur Verfügung stellst und wenn nun im Rahmen einer Diskussion dieser interessante Mineralienbereich gründlicher beleuchtet werden kann.

In Punkto Verhalten beim Anschliff kann ich noch nichts beitragen, da es noch Zukunftsmusik ist, aber die beschriebenen Sekundärbildungen entsprechen auch meinen Beobachtungen.

Auffällig waren große (und kleine) Brocken Wismut, welche mit einer mäßig dicken Schicht Erythrin umhüllt sind (Haldenbildung). Es soll sich um Pararammelsbergit handeln, muss dann ja auch Kobalt mit darin stecken.

Im derben Löllingit fanden sich sowohl die erwähnten blättrigen Kristalle, als auch sehr gut ausgebildete hochglänzende prismatische Kristalle, vom Habitus wie man sie auch von Arsenopyrit kennt, nur eben als Kombination aus drei Prismen, d. h. "Turmalinähnlicher Querschnitt".

Stücke, welche dick pastös mit einer Schicht Erythrin umkrustet sind (analog zu Nickelin-> Annabergit), halte ich für Safflorit (-haltig).

Erwähnung sollten noch derbe Brocken bis 20 cm von Akantit von der aktuellen Sanierung der 296 finden, was in der Größe bemerkenswert ist. Diese fallen ja durch die sehr geringe Härte sowie die feinkörnige, dunkelgraue Erscheinung ohne jegliche Sekundärbildung auf. Sie schmieren meist in der Hand grau ab und sind natürlich nicht polierbar.

Noch erwähnt werden sollte die Reihe der Selenide, meist Kupferselenide, auf die man noch näher eingehen könnte.

Wurde schon Gersdorffit, Linneit und Cobaltin gefunden und bearbeitet?

Dann sollte meiner Meinung nach Uraninit mit betrachtet werden, es ist ja eine AgCoNiBiU. Uraninit fiel hauptsächlich in Calcit und Carbonaten, oft mit Seleniden wie Clausthalit und Naumannit in typischer Paragenese (->371).

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 06 Feb 09, 21:14 von minuwe »

Offline Walpurgin

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Tach Jürgen !
Mach doch mal ne Seite daraus oder bastel die Infos in die Schlema Seite mit rein.Sind wirklich super Infos !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Das sollten wir (du) niemand vorenthalten.

Offline geomueller

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Hallo alle,
auf vielfachen Wunsch habe ich die Beschreibung meiner persönlichen Erfahrungen mit der Bestimmung der BiCoNi-Erze und einiger Elemente von Schlema-Alberoda noch einmal überarbeitet, ergänzt und teils auch korregiert. Hier noch einmal für alle zum lesen und Meinung abgeben bevor ich es in geeigneter Form ins Lexikon überführe.

Gruß Jürgen

Hallo alle,

Wie einige hier vielleicht wissen beschäftige ich mich schon seit einiger Zeit mit Anschliffen von Erzgangstücken vornehmlich der biconi-Formation aus Schlema-Alberoda. Ich will hier nun mal meine (bescheidenen) Erfahrungen darlegen die ich dabei gemacht habe, die mir immer wieder helfen mehr Verständnis für diesen mineralogischen Zweig aufzubringen und auch eine Art Bestimmungshilfe für diese Minerale und deren recht komplizierte Paragenese zu entwickeln. Mir ist natürlich klar das diese folgende Zusammenstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, dazu ist das ganze einfach zu komplex und man könnte über diesen Sachverhalt sicher ein ganzes Buch füllen. Ich will einfach nur mal meine Erfahrungen niederschreiben, und hoffe auf konstruktive Reaktionen von euch, vielleicht haben andere ja auch ganz andere Erfahrungen gemacht die man mit einarbeiten könnte. Ziel ist es eigentlich dann mal dieses Sammelsurium ins Lexikon einzufügen als Bestimmungshilfe für die biconiasag ;D aus Schlema-Alberoda. Da ich meine das die Diskussionen im Lexikon nur mäßig angenommen werden, versuche ich es mal hier im Forum, können wir aber auch gern ändern, Hauptsache es kommt ein verwertbares Ergebnis heraus.

Die visuelle Bestimmung der biconi-Erze aus Schlema-Alberoda ist recht kompliziert, auch deshalb weil die verschiedenen Erze Chloanthit, Rammelsbergit, Pararammelsbergit, Skutterudit, Safflorit, Nickelin, Maurerit, Löllingit sowie Silber, Arsen und Wismut oftmals zusammen und miteinander verwachsen auftreten. Außerdem bilden biconi-Erze untereinander auch noch Mischreihen, Verdrängungspseudomorphosen untereinander und Pseudomorphosen meist nach Silber. Trotzdem gibt es einige Anhaltspunkte für die Einzelkomponenten nach denen man sich richten kann. Diese Anhaltspunkte die ich da immer heranziehe sind sehr komplex und beruhen größtenteils auf immer wiederkehrende Beobachtungen und Erfahrungen die ich immer wieder mache. Diese beziehen sich größtenteils auf Glanz und Farbe am Rohstück sowie beim Anschliff, Härte, Schleifverhalten, Polierbarkeit, Anlaufverhalten der Schliffflächen, Zonierungen im Schliffbild, Sekundärmineralbildung und Verwitterungskrusten auf den Rückseiten der Stücke, Verdrängungen einzelner Minerale untereinander, Pseudomorphosenbildungen und noch einiges mehr.

Ihr seht also schon an den einleitenden Worten das das ganze Thema recht komplex ist und auf gemachten Erfahrungen beruht. Ich habe mir das so angewöhnt da ich einige Male die Erfahrung machen musste, dass auf Grund der intensiven Mischreihen und Verwachsungen der einzelnen Minerale untereinander auch eine Analyse nicht immer die Wahrheit ans Licht bringt. Eine Analyse mit den Ergebnis "kobalthaltiges Nickelarsenid" oder "nickelreiches Kobaltarsenid" bringt mich auch nicht wirklich weiter. Also werde ich versuchen mal ein paar Erfahrungen als Bestimmungshilfe hier zusammen zu tragen.


Silber
weich, dehnbar, mit einer Stahlnadel auf der Schlifffläche punktier- und verschiebbar, meist im Zentrum von Dendriten als Relikt erhalten und von biconi-Erzen umgeben bzw. ummantelt, tritt nie zusammen mit Wismut auf, selten massiv, kommt eingebettet sowohl in Karbonaten Quarz Hornstein Baryt und Arsen vor, hat frisch poliert unterm Bino einen typischen matten Glanz, läuft meist aber auch nicht immer auf der Schlifffläche im Laufe der Zeit an, wird dadurch matt und erscheint dadurch dunkler leicht messingfarben, sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken meist weiß manchmal bläulich bis blaugrünlich, beim leichten überstreichen massiver Stücke mit dem Finger auf der Schlifffläche aber erst recht auf dem rohen Stück rau und hakelig.


Wismut
sehr weich, mit dem Fingernagel ritzbar, auf der frischen Schlifffläche stark glänzend später matt werdend, leicht hell messingfarben mit der Zeit dunkler werdend. Auf Grund der geringen Härte bildet Wismut auf der Schlifffläche immer Vertiefungen mit Polierkratzern und grenzt sich auch dadurch immer scharf von seine umgebenden Mineralen ab. Einzelaggregate sind meist hauchdünn mit Safflorit umkrustet. Kommt eingewachsen selten allein vor, meist zusammen mit Safflorit und/oder Skutterudit in Karbonaten und/oder Quarz, bildet oft hakige kristalline Aggregate die scheinbar Skutteruditaggregate "aufsprengen" gut unterm Bino zu beobachten, sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken meist weiß oft zusammen mit erdigem Erythrin als Sekundärbildung des gemeinsam auftretenden Safflorits bzw. Skutterudits.


Arsen
läßt sich schlecht zerschlagen, zäh und spröde, beim Schneiden läuft oft die Scheibe oft weg, schwer zu schneiden (starker Knoblauchgeruch!), frische Schnitt- Bruch- und Schlifffläche hell silberweiß, läuft nach wenigen Minuten an und wird im Laufe der Zeit schwarz, massives Arsen bildet auf der Schlifffläche oft sehr schöne Arsenspiegel die sich meist auch dauerhaft halten und nicht matt werden, in kleinen Hohlräumen im Arsen bildet sich oft Arsenolith und/oder Pharmakolith, rohe Oberflächen oft angelöst rau und mit dunkelmessingfarbenen Anlauffarben. Arsen tritt oft auch in typischen schaligen Ausbildungen auf, Scherbenkobalt. In kleinen Hohlräumen und auf schaligen Schichtfläche tritt oft Proustit und seltener Pyrargyrit auf, außerdem treten in dichten Massen oft kleine moosartige Silberaggregate auf, farnartige Silberdendriten sind relativ selten, seltener wie aus der Lagerstätte Pöhla.


Safflorit CoAs2
Safflorit ist in der biconi-Formation in Schlema-Alberoda weit verbreitet, tritt aber nur selten allein auf, meist im Zusammenhang mit Nickelin, Skutterudit und Wismut in karbonatischer Matrix. Safflorit kommt meist nur in derben Massen, selten in kleinsten schuppigen Kristallen, relativ oft in sehr schönen dendritischen Pseudomorphosen nach Silber in karbonatischer Matrix vor. Oft haben Silberdendriten und Wismutaggregate hauchzarte Ummantelungen von Safflorit. Deutlichstes Merkmal ist, das es recht schnell dunkelgrau bis matt-schwarz anläuft, diese Anläufe scheinen sich bei mit HCL geätzten Stufen schneller zu zeigen als bei ungeätzten Stufen. Safflorit lässt sich gut polieren, ist meist dicht und läuft auch auf der Schlifffläche nicht (oder selten) an. Auf der Schlifffläche ist Safflorit meist (immer?) strukturlos. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist intensiv rosarot mit erdigem Erythrin als Sekundärbildung, deutlicher wie beim Skutterudit.


Rammelsbergit NiAs2
Rammelsbergit tritt meist vergesellschaftet mit Nickelin, Chloanthit und Safflorit sowohl in karbonatischer als auch in Quarz-Matrix auf. Mit den genannten Arseniden bildet es oft sehr schön strukturierte Verdrängungen aus die ein attraktives parallel verwachsenes Schliffbild ergeben können. Tritt es zusammen mit Nickelin auf bildet es meist silberweiße „Kappen“ über nierig ausgebildeten hellkupferroten Nickelinaggregaten. Rammelsbergit selbst ist immer silberweiß, dicht unstrukturiert und dunkelt mit der Zeit mit einem Stich ins hellkupferfarbene leicht nach. Kristalline Strukturen konnte ich noch nicht beobachten. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist zart grünlich mit erdigem Annabergit als Sekundärbildung.


Chloanthit NiCoAs2
Chloanthit tritt meist vergesellschaftet mit Nickelin und Rammelsbergit sowohl in karbonatischer als auch in Quarz-Matrix auf. Auch zwischen diesen Arseniden gibt es oft sehr schön strukturierte Verdrängungen die ein sehr attraktives parallel verwachsenes Schliffbild mit schönem farblichen Kontrast ergeben können. Chloanthit tritt aber oft auch allein meist in karbonatischer Matrix auf. Dabei können oft sehr schön schalige dichte nicht zonare Bildungen im Schliffbild beobachtet werden die oft mit dünnen karbinatischen Zwischenlagen ein schönes Verwachsungsbild ergeben. Seltenere Kristallverwachsungen bilden oft traubige Aggregate. Die Farbe des Chloanthits im Schliffbild ist silberweiß, es läuft nicht an und lässt sich gut polieren, erscheint oft porös (nicht dicht). Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist zart grünlich mit erdigem Annabergit als Sekundärbildung, ähnlich wie beim Rammelsbergit.


Skutterudit CoNiAs2
Skutterudit tritt meist vergesellschaftet mit Safflorit sowie Silber oder Wismut sowohl in karbonatischer als auch in Quarz-Matrix auf. Zwischen diesen Arseniden und Elementen gibt es oft sehr schön strukturierte Verdrängungen die ein sehr attraktives parallel verwachsenes Schliffbild ergeben können. Skutterudit tritt aber oft auch allein meist in karbonatischer seltener in quarziger Matrix auf. Dabei können oft sehr schön zonar aufgebaute Kristalle in einer Kombination von Würfeln, Rhombendodekaedern und Oktaedern im Schliffbild beobachtet werden. Oft bilden diese Kristallverwachsungen traubige Aggregate. Aber auch dichte kompakte Skutteruditmassen treten auf. Die Farbe des Skutterudits im Schliffbild ist silberweiß, es läuft nicht an und lässt sich gut polieren. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist rosarot mit erdigem Erythrin als Sekundärbildung, ähnlich wie beim Safflorit aber nicht so kräftig.



Nickelin NiAs

Nickelin kommt selten allein vor, sondern meist in Vergesellschaftung mit einzelne oder mehreren anderen Arseniden und das sowohl in quarziger wie karbonatischer Abfolge, seltener auch in Baryt. Es ist natürlich durch seine auffällige lichtkupferrote Farbe mit mal helleren mal dunkleren Farbtönen leicht zu identifizieren. Schuppige kleine Kristalle von Nickelin treten nur sehr selten auf. Nierig traubige dichte Massen von Nickelin sind oft mit Rammelsbergit kappenartig überzogen, was einen sehr schönen Kontrast im Schliffbild ergibt. Nickelin lässt sich mit Abstand am Besten polieren und nimmt die Politur sehr schnell an, viel früher als andere mit vergesellschaftete Erze. Nickelin bildet deutliche kräftige bis 1 cm mächtige erdige Annabergitkrusten als sekundäre Haldenbildung, dadurch auch auf Halden, ohne die Stücke zu zerschlagen, leicht zu erkennen.


Maucherit Ni11As8
Maucherit kommt in Schlema-Alberoda nicht als eigenständiges Mineral, sondern immer in enger Verwachsung mit Nickelin vor. Im Anschliff stellt sich das meist als Parallelverwachsung in schönen kugeligen, zonierten oder sphärolytischen Bildungen dar. Dieses Gemisch ist im Anschliff insgesamt dunkler als Nickelin und dunkelt meist auch noch nach. Die Rückseiten solcher Stücke sind meist rötlichschwarzgrau und zeigen nur eine leichte zartgrüne Annabergit-Sekundärmineralbildung.


Löllingit FeAs2
Löllingit kommt meist in körnigen Massen vor, Kristalle sind relativ selten in kleinsten blättrigen schuppenartigen Aggregaten zu beobachten. Löllingit tritt eigentlich immer nur in karbonatischer Matrix auf, in quarziger Matrix konnte ich es bisher noch nicht beobachten. Im frischen Anbruch ist Löllingit meist hellsilberweiß, dunkelt aber nach. Im Anschliff ist er massig derb dicht strukturlos, lässt sich schlecht polieren. Typische Verwitterungskrusten treten eigentlich nicht auf. Löllingit tritt auch oft in dünnen Lagen in/auf ged. Arsen auf, seltener auch zusammen mit ged. Silber.

So das soll es erst mal gewesen sein, ich wollte mich ja auch erst einmal auf das Wichtigste beschränken. Es gäbe und gibt sicher noch vieles zu erwähnen zu andern Mineralen die in den Anschliffen auch immer wieder zu beobachten sind z. B. Silberminerale.

Gruß Jürgen

« Letzte Änderung: 24 Apr 09, 16:04 von geomueller »

Offline Walpurgin

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Große Klasse !
Eine große Hilfe für Lokale Sammler bzw alle Mineraliensammler die persönlich die Mineralien der Bi-Co-Ni Formation des Schlemaer Raumes sammeln. :D

Offline Doc Diether

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Hallo Geomüller,
ich finde Deine Ausführungen hilfreich, da Du wohl hier viel Erfahrung einbringst. Ich denke, dadurch daß viele Leute von Schlema-Alberoda Material haben und dieses auch nicht selten ist, ist es berechtigt und nützlich, daß im Lexikon nachzulesen.
(Sehr Kleiner Hinweis auf nochmaliges grammatikalisches und textliches Überarbeiten:)
Gruß
Doc Diether

Offline minuwe

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Hallo Jürgen,

die Formeln zu Skutterudit und Chloanthit sind fraglich. Hier sind die Angaben überall verschieden, aber meiner Meinung nach gehört in das reine Nickel- skutterudit (Chloanthit) das Co nicht rein. Der Rest per PM am WE ;)

Formel Skutterudit
Mineralienatlas- Lexikon: (Co,Ni)As3-x
geomüller:                       CoNiAs2
Mindat:                            (Co,Fe,Ni)As2-3   
minuwe:                           (CoNiFe)As3
American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database: CoAs3   ( :o )

Formel Nickel- Skutterudit
(Hier im Lexikon ist Chloanthit eine As- arme Varietät von Nickel- Skutterudit, da müsste es doch in der Formel zum Ausdruck kommen. Dachte bisher, zweiteres ist die neue Bezeichnung   ???
Mineralienatlas- Lexikon: (Ni,Co)As3-x  (Wo ist da der Unterschied zu Skutterudit?)
geomüller:                       NiCoAs2
Mindat:                            NiAs2-3   
minuwe:                           NiAs3
American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database: Mineralname nicht existent  ???

Ähnlich verhält es sich bei Maucherit usw.

Was sagen die Mineralogen hier? Es wäre nett, wenn das egal ist, dann weise ich künftig nur die Elemente nach und schreibe BiCoNi- Erz drauf  :D :-\

Gruß
Uwe



« Letzte Änderung: 24 Apr 09, 00:42 von minuwe »

Online smoeller

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Hallo,

Der Unterschied Skutterudit/Ni-Skutterudit liegt im xNi = Ni/(Ni+Co) = 1-xCo. x ist der Molenbruch einer Komponente (hier Ni) auf enem Gitterplatz. Liegt der Ni-Gehalt über 50 %, d.h xNi > 0,5, liegt Ni-Skutterudit vor, im anderen Falle Skutterudit.

Probleme:
1. Oft ist noch Fe neben Co und Ni vorhanden, so dass man richtig einen Molenbruch xNi = Ni/(Ni + Co + Fe) schreibt.

2. Die Kristalle sind meist zoniert, oft hat man beide Minerale in einem Stück vorliegen, manchmal in einem "Kristall", der in Wahrheit eine Wechsellagerung Co- und Ni-reicher Kristalle darstellt.

In der Kristallstrukturdatenbank findest du sicher keinen Ni-Skutterudit, weil die Struktur mit der des Skutterudits vollkommen übereinstimmt. Der Unterschied zwischen Co und Ni ist sehr gering, weshalb sich beide Elemente in ihren Verbindungen oft vertreten (Skutterudit/Ni-Skutterudit, Safflorit/Rammelsbergit, Erythrin/Annabergit).

In der Regel wird in einer Kristallstruktur-Datenbank natürlich vom idealen, reinen Kristall ausgegangen, hier halt CoAs3. In den Mineralformeln trägt man dem Umstand Rechnung, dass ein natürlicher Skutterudit nahezu immer auch Ni führt. Mischkristalle schreibt man (X,Y)Z, wobei (X,Y) die Mischkristallbildung angibt. Es ist immer das Element vor dem Komma, das dominiert. Dann ist es bei Skutterudit (Co, Ni) mit Co > Ni und beim Ni-Skutterudit (Ni, Co) mit Co < Ni.

Das mit dem 2-3 hab ich auch nie verstanden, der Bereich erscheint mir recht groß. Im Allgemeinen kommen solche Abweichungen von idealer Stöchiometrie durch Unterschiede in der Valenz der Kationen, der Bindung oder Fehlstellen.


Glück Auf!
Smoeller

Glück Auf!
Smoeller

Offline Klinoklas

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Super Ausführungen!

Ich denke am besten würden sie sich in den Mineralbeschreibungen der Mineralienliste des Fundortes machen.
Da steht bei Mineralbeschreibung nämlich noch nichts und für genau solche sind die Felder ja gedacht.

Gruß
René

Offline geomueller

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Hallo alle,

Ich wollte mit dem Text zu den Erfahrungen mit BiCoNi-Erzen nicht den Pulitzer- oder Grimme-Preis gewinnen ;). Das ganze ist einfach nur ein Konzept und ich hatte lediglich vor soviel wie möglich Information kurz und knapp und ohne Ausschweifungen und ohne Aufsatzqualität darzustellen um damit eine Diskussion anzuregen. Ich habe auch immer betont das das Ergebnis dieser Diskussion in angemessener Form ins Lexikon eingestellt werden kann. Mehr sollte der Text nicht bewirken, und das er so wie er jetzt ist nicht als endgültiges Ergebnis veröffentlicht werden kann ist mir auch klar. Was ich immer noch vermisse ist die Diskussion über die Erfahrungen die ich gemacht und niedergeschrieben habe. Was haben andere für Erfahrungen gemacht, was sehe ich falsch, was wurde übersehen usw. Ich bin doch hier nicht der einzige der in Schlema-Alberoda rumwühlt ;D

Bei den Formeln zu den betreffenden Erzen ist das wirklich so eine Sache, 5 Quellen = 3 bis 5 verschiedene Formeln. Ich habe mich an der Bergbaumonographie "Schlema-Alberoda" vom LfUG und am Lehrbuch für Mineralogie von Rösler orientiert. Aber wie gesagt bei der Mischreihenproblematik und den Verwachsungen gerade dieser BiCoNi-Erze ist das mit der Analyse immer so eine Sache, und reine Endglieder der einzelnen Minerale zu finden ist fast unmöglich. Wenn ich mir so meine Gangstückanschliffe der Schlemaer Stücke ansehe und jeweils drei Proben von ein und dem selben Stückes zur Analyse bringe habe ich garantiert drei verschiedene Ergebnisse. Wissenschaftlich betrachtet ist das was Smoeller hier ausführt völlig richtig aber für den Normalsammler der auf der Halde steht und wissen will was er da in der Hand hat nicht wirklich hilfreich, genau aus diesem Grund habe ich mir ja mal die Zeit genommen und meine Erfahreungen mit dieser Problematik mal aufzuschreiben. Man kann auch nicht jedes Stück zur Analyse bringen, und wenn man es wirklich nicht besser hinbringt sollte und muss man irgendwann mal aufhören und sich auf eine Bezeichnung einigen, selbst wenn die im schlechtesten Fall "BiCoNi-Erze" lautet.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 27 Apr 09, 20:47 von geomueller »

Offline minuwe

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Dank an smoeller für die Erläuterungen, ist erst mal wichtig für das Verständnis der Problematik.

Allerdings müsste man danach zunächst Analysen machen und könnte erst dann entsprechend der Zusammensetzung Name und Formel vergeben.

Mir ging es mehr darum, dass es doch jeweils eine festgelegte Formel (meinetwegen IMA) geben muss für die theoretischen reinen Endglieder. Das schreibt dann Otto Normalsammler drauf, ungeachtet der Fälle, wo man mit einfachen Tests nicht herausbekommt, ob Co oder Ni überwiegt. Das ist ohnehin oft auf ein und der selben Stufe wechselnd. Es ist komisch, wenn der Eine für Safflorit die gleiche Formel wie der Andere für Skutterudit hat.

@ Jürgen: Es gibt sicher einige Leute mit Anschliffe- Erfahrungen, aber ob die hier unterwegs sind ist eben die Frage. Rumwühlen tun dort jedenfalls genügend, die haben zumindest Wühl- Erfahrungen  :D Mein eigenes Material muss noch warten, Zeit ist jetzt nur zum Sammeln...

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 27 Apr 09, 21:31 von minuwe »

Online smoeller

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Hallo,

Würde da am ehesten die Formel CoAs3 aus der Kristallstruktur-Datenbank nehmen (diese beruht auf einer detaillierten wissenschaftlichen Untersuchung). Das ist dann die Formel des reinen, idealen Endglieds, das in der Natur so aber nicht auftritt.

@Geomüller: Ich wollte damit nur auf minuwes Beitrag antworten. Die Problematit kenn ich selber, hab gerade letztens Skutterudite von Wittichen mit schönem Zonarbau unterm Bino gehabt, ist in dem Falle Skutterudit weil Ni in Wittichen extrem untergeordnet ist (Co:Ni 9:1), dasselbe Mineral aus Schlema hätt ich erstmal mit der Mikrosonde untersuchen müssen, bevor ich da eine genaue Zuordnung gemacht hätte.

Die Formel CoNiAs2 ist jedoch sicher falsch, siehe den Eintrag in der AM Crystal Structure Database (Link von minuwe). Co und Ni besetzen denselben Gitterplatz, daher (Co,Ni) statt CoNi.

@minuwe: Dieselbe Formel ist es wohl nicht, wäre aber möglich (Polymorphie). So wie Pyrit und Markasit. Aber CoAs2 passt halt nicht zu den Daten in dem Link.

Glück Auf!
Smoeller

Offline -M-

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 Hallo,

@Geomueller - "...Was haben andere für Erfahrungen..." - meine decken sich so ziemlich mit deinen, sehe da nichts, was man beanstanden müßte. Werde mir deinen Beitrag aber sicherlich noch einmal zu Gemüte führen und schauen, ob mir zu dem einen oder anderen Punkt vlt. doch noch etwas erwähnenswertes einfallen sollte. Allerdings sind die Quantitäten, die mir über die Jahre in die Hände gekommen sind, sicherlich nur Bruchteile von den Mengen, die du und vermtl. auch viele andere davon in ihren Sammlungen bunkern - schon deshalb wollte ich mich da eigentlich viel lieber etwas zurrückhalten... ( in der Hoffnung  daß mal ein paar andere "Schlema-isten" ihre Erfahrungen kundtun / zur Diskussion stellen )

Gruß -M-

Offline minuwe

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Schon mal ergänzend zu
Arsen:
Als sekunddäre Bildung auf der Oberfläche von Arsenstücken zusammen mit anderen Arsenaten z. T. sehr gut ausgebildete strahlig- flache bis sphärische Aggregate von Rößlerit (Halde 296), in Hohlräumen, meist aber auf Spaltflächen krustig- kristalliner Realgar, teilweise wohl in Pararealgar übergegangen, dann leicht abreibbar und hell- bis blassorange. In Spalten des "Scherbenkobalts" amorphe gelbe bis grüne, zellig- nierige Massen von Arsenaten. Seltener grünblaue Krusten (Skorodit?). In Spalten zwischen den Lagen gut ausgebildete durchsichtig bis durchscheinende, manchmal gelblich bis bräunlich eingefärbte Kristalle von Arsenolith. Anzeige des Arsen durch Metalldetektoren.

Löllingit
Neben den erwähnten dünnen Lagen treten Gangbreiten in Dolomit- Matrix im dm- Bereich auf, entsprechende Haldenfunde im weit über 100 kg- Bereich. In kleinen Drusen neben schuppigen Kristallaggregaten auch meißelförmig- säulig- nadlige Kristalle in sehr guter Ausblidung und hohem Glanz. In Rissen derber Massen typisch graugelbe bis graugrüne Anlauffarben. Beim Anschlagen starker Knoblauchgeruch. Gänge im Dolomit oft mit Chalkopyrit in dessen Drusen vergesellschaftet. Oft durchziehen Gänge von ged. Arsen den Löllingit. Aus dem Karbonat herausgeätzt zeigt der Lölligingit an den Kontaktflächen sehr schöne silberweiße kristalline Flächen.
Besonders reichlich aus dem Schacht 371. Anzeige des Löllingit durch Metalldetektoren.

Offline Schluchti

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Eine sehr schöne Bestimmungshilfe!  :D

Ich möchte noch ein paar eigene Beobachtungen anmerken:

Löllingit

Auf der Halde 371/II fanden sich beim Herausätzen aus Dolomit recht dicke blättrige bis schuppenförmige mittelgraue Löllingit Kristalle (EDX analysiert) bis 2 mm Größe,  die eine eher rauhe, schuppige Oberfläche haben, und bläuliche und goldfarbene Anlauffarben zeigten. 

Rammelsbergit

Rammelsbergit kann nach meinen Erfahrungen leicht mit Safflorit verwechselt werden, besonders wenn charakteristische Ausblühungen fehlen. Zwei zunächst als Safflorit ausgewiesene Stufen in meiner Sammlung erwiesen sich bei einer EDX Analyse als praktisch kobaltfrei. Es handelte sich stattdessen um Rammelsbergit.
Die eine Stufe zeigt winzige blättchen- bis schuppenförmige Kristalle (unter 1 mm) mit dunkelgrauem Metallglanz, die als dichter Kristallrasen auf Dolomit aufgewachsen sind. 
Eine andere Stufe ist eine Pseudomorphose von Rammelsbergit nach gediegen Silber, welche in der typisch gestrickten Ausbildung vorliegt, eine dunkelgraue Farbe aufweist und stellenweise bläulich schimmernde Anlauffarben zeigt.    

 
« Letzte Änderung: 28 Apr 09, 09:24 von Schluchti »

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29