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Autor Thema: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?  (Gelesen 10794 mal)

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Offline franksch

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #15 am: 01 Mar 09, 12:31 »
Hallo,
vielen Dank für das Echo zu meinem Beitrag. Es zeigt mir, dass ich mit diesem Thema nicht allein dastehe. Vielen Dank auch für die PM's. Auch wenn es vielleicht so aufgefasst werden könnte: ich habe jetzt nicht griffbereit schon einen Karton voll mit Material, den ich sofort abgeben kann. Ich muss das Material auch an mehreren Stellen zusammensuchen und werde den entsprechenden Interessenten dann antworten. Einige Anmerkungen zu den Beiträgen:

- ich sehe mein überzähliges Material nicht als Geldanlage und muss auch nicht davon leben. Ich habe auch keine gewerblichen Interessen (guter Gott!)
- Nachwuchs: eine bestimmt gute Idee. Nur: will der Nachwuchs nicht eher größeres Material? Faustgroße Olivenite gibt es gar nicht. Wer hat von dem Nachwuchs schon ein Binokular, um auch kleinere Mineralien anzuschauen? Abgesehen davon- ich kenne gar keinen Nachwuchs bei uns, der sich noch mit Mineralien abgibt. Manchmal kommt es mir vor, dass ich mit meinen 45 Jahren schon der Nachwuch bin...
- Ausländische Sammler: da kenne ich "nur" Holländer oder Österreicher, und die werden bestimmt das häufigere Clara- Material auch schon haben. Außerhalb Europas kenne ich niemanden; noch nicht einmal Nicht-Mineraliensammler.
- einzelne Lots zusammenstellen und anbieten: vielleicht auch eine Möglichkeit. Wenn ich dann beim Aussortieren bin, werde ich das einmal versuchen. Ich könnte mir vorstellen, hier an gleicher Stelle kleinere Lots mit sicher bestimmten, verschiedenen Clara- Mineralien -gedost oder ungedost zum weiterverarbeiten- anzubieten.
- eBay: Lots bei eBay anzubieten bringt m.E. auch nichts. Man sieht doch die Angebote: große Lots mit einem Sofort-Kauf Preis von EUR 60,- oder so ähnlich gehen gar nicht weg und Auktionen für EUR 1,00 landen dann vielleicht bei EUR 15,00. Das lohnt doch überhaupt nicht, besonders wenn dann 2-3 seltenere "Lockvögel" darunter sind, die alleine schon mehr kosten als alles zusammen einbringt.
- Tauschen: auch nicht ganz so einfach. Was erwarte ich denn für eine Stufe Olivenit? Bestimmt doch auch eher gleichwertiges Material- und das hat man dann selber schon. Ich möchte eine weitere Möglichkeit vorstellen, die ich für gar nicht so abwegig halte:

Ich biete an (nur ein Beispiel!):    doppeltes Clara- Material. Ungefähre Stückzahl oder Gewicht, gedost oder ungedost, grob beschrieben, was ungefähr dabei ist. Also richtig viel- vielleicht sogar auch alles als Gesamtpaket. Fotos mit der Gesamtmenge sieht interessanter aus.

Suche bzw. tausche gegen:        doppeltes Clara- Material. Nehme auch noch nicht vollständig formatiertes und unbestimmtes Material aus früheren Förderzeiten (frühere 90er Jahre oder älter)

Ab und wann findet man in solchem Material, was vielleicht schon jahre- oder jahrzehnte im Keller oder Dachboden steht, noch Ausbildungen, die heute nicht mehr vorkommen und die dann schon in die Sammlung kommen.
Alles in allem: ein Tausch größerer Positionen und nicht nur eines einzelnen Olivenites. Sicherlich darf ich dann nicht erwarten, das jedes neu bekommene Stück Platz in der Sammlung findet und viel auch weitergegeben wird. Aber man hat mal anderes Material vor Augen.

Grüße aus Berlin
franksch

Offline Psaronius

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #16 am: 01 Mar 09, 12:54 »
Hallo,
die Ideen im letzten Beitrag sind nicht schlecht, - und auch nicht neu, und einige davon habe ich auch schon praktiziert. Das Ergebnis war allerdings, dass ich danach immer noch mehr abgebenswertes Material hatte und nur weniges, was dann wirklich als Neuerwerb in die Sammlung marschierte...
- Im Prinzip wollte jeder seinem Tauschpartner Gutes tun und war nicht geizig mit dem Tauschmaterial,
wodurch der Dublettenberg weiter wuchs, - bei beiden !
Gruß
Psaronius

Tapir

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #17 am: 01 Mar 09, 14:22 »
Also ich habe schon vielfach Material (aus dem Fossilienbereich) an beginnende Sammler und auch schon an alte Hasen abgegeben. Lediglich für die Portokosten oder eine kleine Spende die letzendlich irgendeinem allgemein genutzten Medium (Serverbetrieb eines gewissen Fossilienforums, Spende an kleine Museen mit einem geologischen Ausstellungsteil, usw.) zugute kamen. Die verschickten Pakete spielten da meist so im 10-20 kg-Bereich. Würde ich meine Kosten zusammenrechnen würde das ganze gerade für die Anfänger meist nicht zu bezahlen sein. Also habe ich mit dem rechnen schnell aufgehört... :-\

Ich habe dadurch (so hoffe ich) so manche Freude gemacht, und immer darauf hingewiesen dass Material dass zuviel ist, gerne auch weitergegeben werden kann.

Wissenschaftlich interessante Stücke sind meist in entsprechenden Sammlungen gelandet. Und wurde da auch mit Freude entgegengenommen.


edit: gerade wenn es darum geht dass "unser" Hobby am Aussterben ist sollte dem Begeistern der jüngeren Generation für Geologische Sammlungsobjekte etwas mehr Aufwand entgegengebracht werden. Selbst ein Großteil der Geologiestudenten ist nicht wirklich an dem Fach interessiert das sie studieren! Und unter den Privatsammlern (egal ob Fossilien oder Minerale) ist der momentane Trend so dass auf 4 gestorbene ein neuer nachrückt. Selbst für die Sammler die Ihre Sammlung als Geldanlage sehen keine rosigen Zukunftsaussichten. ;)
« Letzte Änderung: 01 Mar 09, 15:04 von Tapir »

Offline uwe

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #18 am: 01 Mar 09, 16:34 »
Leute, Leute - ich bin echt entsetzt. Minerale sammeln sollte Hobby sein und bleiben - keine Geldanlage, die es ohnehin nicht ist. Es sei denn man hat wirklich sauteure Topstufen von weltweit führenden Fundstellen, und auch da ist es fraglich, ob sich die Preise weiter nach oben entwickeln.

Übrigens, ich habe am Anfang meiner Sammlerkarriere auch alles aufgehoben. Jetzt fliegt alles, was ich bereits in der Sammlung habe, weg oder wird erst gar nicht mit genommen. Es sei denn, das neue Stück ist besser als das in der Sammlung. Nur wirklich ebenbürtiges wird erst mal abgelegt und irgendwann verschenkt.

Die Rute, die Dubletten bei e-bay anzubieten oder auf der Börse zu lüften, binde ich mir nicht auf den ... .

Uwe

Offline triassammler

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #19 am: 01 Mar 09, 17:52 »
Hallo!

Ich stimme im Prinzip Uwe (und einigen Vorrednern, die ganz oder teilweise in dieselbe Kerbe schlagen) zu:

Was man schon in der Sammlung hat, wird gar nicht mehr mitgenommen, ausser man kann damit ein schlechteres Stück ersetzen. Mit Dubletten, die beim Sammlungsausmisten anfallen, werden die Sammlerfreunde bedacht, von denen ich weiss, dass sie sich für das Material interessieren. Wenn es sich machen lässt, wird auch gern mal getauscht, allerdings ist es mir da lieber, wenn ich fünf Stücke abgebe und nur eines im Tausch erhalte, das dann auch wirklich in meine Sammlung passt.

Im Fossiliensektor ist es meiner Erfahrung nach so eine Sache mit der Weitergabe an Jungsammler bzw. Anfänger: Ammoniten sind natürlich immer gefragt, aber die sammle ich kaum. Der Rest (vor allem Knochen, Zähne) ist zwar auch begehrt, muss aber in der Regel mehr oder weniger aufwändig präpariert und konserviert werden, bevor er sammlungswürdig ist. Mehrere Stunden an einem Stück zu präparieren, damit ich es verschenken kann, ist mir dann doch zu aufwändig - präpariert wird i. d. R. nur das, was auch in der Sammlung verbleiben soll. Zu guter Letzt erlebe ich dann auch noch des öfteren, dass gewisse Ansprüche gestellt werden, die aber in keinem Verhältnis zu den Möglichkeiten eines Anfängers stehen, und bei allem, was darunter liegt, wird dann dankend abgewunken, auch wenn es geschenkt ist.

Die Vorstellung, Fossiliensammeln als Hobby kostenneutral betreiben zu können, ist zwar utopisch, aber wenn ich nach den Kosten und dem Zeitaufwand für Anfahrt, Bergung und Konservierung noch einmal Geld und Zeit dafür aufwenden soll, damit jemand schöne, gut präparierte Stücke geschenkt bekommen kann, hört es bei mir auf.

Andersherum habe ich als Fortgeschrittener bei Tauschaktionen gewisse Ansprüche, da ich mir den knappen Platz ja auch nicht mit sammlungsfremdem Material bzw. weiteren Dubletten auffüllen will. Trefflich, wenn man das eingetauschte Material über drei Ecken schlussendlich doch gegen etwas umsetzen kann, was man selbst gerne haben möchte, aber in der Zwischenzeit stehen die Kisten im nicht gerade geräumigen Keller... Und von Börse zu Börse zu tingeln, um mal hier und mal dort ein paar Euros mit den Dubletten zu machen, ist für mich schon zeitmäßig nicht machbar, ganz zu schweigen davon, dass ich auch dabei eher wieder draufzahlen würde. Mich interessiert ja das Sammeln, nicht das Handeln oder Geldverdienen.

Meistens landen die Dubletten dann doch in der Mülltonne (bei Kleinmengen) oder werden auf einer Bauschuttdeponie entsorgt, wenn sich nach ein paar Monaten noch kein Abnehmer gefunden hat.

Gruß,
Triassammler


Offline Psaronius

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #20 am: 01 Mar 09, 18:23 »
Hallo,
auch den Ausführungen von Triassammler muss ich beipflichten.
Aber noch einmal zu einigen Beiträgen zuvor:
Die Variante eine ganze Kollektion als Lot anzubieten.... Von der Idee her zuerst einmal nicht schlecht.
Weiß aber selbst, dass ich schon manchmal gezwungenermaßen solche Angebote erworben habe, obwohl mich eigentlich bloß ein Stück des Sammelsuriums interessiert hat, Ich hätte eigentlich auch den geforderten Preis nur für das eine, ersehnte Stück bezahlt...
Aber so, erhielt ich außer einem Exponat für meine Sammlung wieder eine ganze Kollektion, die ich nicht brauchte, und die ich auch wieder loswerden möchte...
Wahrscheinlich gibt es für dieses Problem keine optimale Lösung.
Trotzdem, - wir sammeln weiter !
Gruß
Psaronius

Offline Bergbaumaulwurf

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #21 am: 01 Mar 09, 20:42 »
Glück Auf!
Eigentlich ist das alles nicht so schwierig.
Was gut ist geht in die Sammlung, was sonst.
Noch gute Stücke werden verkauft, da gehe ich im Jahr so 2-3 auf eine kleine Börse. Da sind die Tischgebühren immer so mit 10-15 Euro im Rahmen und meistens kommt das Geld auch wieder rein. Zumal hatt man einen schönen Tag hinter sich und in den meisten Fällen an neuer Information nicht ärmer.
Dann geht noch ein Teil so als "Steingarten" an die Hauswand.
Dann bin ich bei den Geraer Mineraliensammlern und die Jugendgruppe freut sich über jede Kiste Minerale.
Einfach an den Nachwuchs denken. Zumal diese ja als Gruppe schlecht Exursionen machen können, aus Versichrungsgründen, so wie wir mal auf ne Halde usw.
Das schlechteste wäre natürlich das dann auf einer fremden Halde zu Entsorgen!
 Aber dieses Theme hatten wir schon mal!!!!  Also nicht wieder aufwärmen!!!
Bergbaumaulwurf

Tapir

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #22 am: 02 Mar 09, 09:32 »
Eine möglichkeit wäre noch: Fensterbretter in geologischen Instituten...  ;)


Ich habe mal einen ganzen Rucksack Proben dort ausgebreitet und ein Schildchen "Zu Verschenken" beigelegt. Nach einer halben Stunde war alles weg. Wie zu erwarten die ganzen Fossilien, aber auch ein einfaches Granitgeschiebe! Ich war relativ platt wie schnell das ging.


edit: Außerdem gibt es ja auch immer noch Anfragen wie diese hier, die durchaus unterstützenswert sind: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,20566.msg170880/topicseen.html#new
« Letzte Änderung: 02 Mar 09, 10:13 von Tapir »

Offline giantcrystal

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #23 am: 02 Mar 09, 11:32 »
Die Idee mit dem Fensterbrett(ern) in geologischen Instituten halte ich für nicht schlecht. In Göttingen gibt es seit vielen Jahren "die Niere" außerhalb des Institutes im relativ witterungsgeschützten Bereich unter einer Brücke. Da kommt alles rein, was weg soll...und wunder über wunder, es "verschwindet" binnen kurzer Zeit. Wäre sicherlich eine gute Idee für andere geologische / mineralogische Institute und Museen.

Noch eine andere, hier bisher nicht angesprochene Möglichkeit : Es gibt doch eine ganze Reihe ausländischer Mineralienforen wie Mindat und Geordi Fabre...warum nicht einfach das Material dort einmal gegen Porto und Verpackung anbieten...vielleicht entwickelt sich ja der ein oder andere nette Tauschkontakt dadurch

Glück Auf

Thomas

Offline spotts

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #24 am: 02 Mar 09, 12:35 »
Hallo zusammen,

bei mir in der Eifel werden solche Funde im Rahmen der Exkursionen und Seminare an die Interessenten, meist Kinder oder Anfänger, verteilt. Oft besorge ich mir solche Doppelfunde auch für meine Kurse, da ja nicht alles in der Eifel vorrätig ist.
In diesem Zusammenhang: wer hat noch Sachen überzählig die für Anfängerkurse geeignet sind?

Gruss
Helge

Offline Thomas Noll

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #25 am: 02 Mar 09, 13:39 »
Hallo franksch,
vielleicht für uns Clara-Sammler als Anregung
- als "Spende" für das Museum in Oberwolfach
- bei der Frau Kovac im Büdchen deponieren
- oder  bei ungedosten Material einfach wieder zurückbringen. Verbreitet bei Anfängern schon mal gerne Freude.

Gruß Thomas

Offline guefz

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Re: Wohin mit überzähligem Material (z.B. aus Eigenfunden)?
« Antwort #26 am: 02 Mar 09, 20:01 »
Hallo Helge,

In diesem Zusammenhang: wer hat noch Sachen überzählig die für Anfängerkurse geeignet sind?

ich hätte noch zwei Brocken von unserer 2006er Tour zu den Wannenköpfen, wir müssten nur mal wieder zusammen auf Tour gehen...

Günter