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Autor Thema: Kostenloses Transport- und Sortierequipment vom Discounter  (Gelesen 4594 mal)

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Haldenschreck

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Hallo,

heute möchte ich eine probate Methode vorstellen, kleine Fundstücke im Gelände mit nur geringem Aufwand für den Transport zu verpacken.
Diese Methode eignet sich speziell:

  • für Sammler von Einzelkristallen, Mikromounts, Thumbnails und Kleinstufen
  • zum Zusammenhalten einer speziellen Paragenese, z.B. nach Zerkleinerung eines Probestückes im Gelände
  • für Sammler von kleinen Fossilien (z.B. losen Ammoniten)

Diese Methode eignet sich nicht für feinnadelige und sonstige empfindliche Minerale, es sei denn, sie sitzen geschützt in Hohlräumen.


Historie/Aufgabe
1.Meine "Sammelmethode" auf Bergbauhalden ist im Normalfall so, dass ich alles von außen interessante Material - manchmal nur grob vom tauben Gestein befreit - in einen Eimer werfe und erst zuhause fein säuberlich durchmustere und kontrolliert(!) kleinbreche. (Die lange Erfahrung lehrt, was interessant, d.h. mineralienhöffig, ist).
Manchmal muss man doch einmal im Gelände den Hammer benutzen. So passiert es häufig, dass man eine Gesteinsprobe zerschlägt, diese im Innern die geschätzten Minerale enthält, nur leider in unzählige Bruchstücke zerfallen. Mit Knacken der Stufe liegen die Kristalle natürlich mehr oder minder empfindlich an der Gesteinsoberfläche.
Auch beim Ausräumen von Kluftfüllungen (z.B. lose Einzelkristalle im Kluftsand alpiner Fundstellen bzw. im Granitgrus) fallen manchmal unzählige Stüfchen an.

Es verbietet sich, die Krümel in unverpackt in einen Eimer zu schmeißen, da die Gefahr der Beschädigung sehr groß ist. Jeden Krümel hingegen einzeln in Zeitungs- oder Klopapier einzuwickeln verbietet sich meist von selbst (zu zeitintensiv, ungüstiges Verhältnis vom Stufen- zum Verpackungsvolumen).
Es wurde also eine brauchbare Methode gesucht, Kleinstufen mit empfindlichen Kristallen mit einfachsten Packmitteln nach Hause zu bringen und Stufen, die aus einer Paragenese stammen, zusammenzuhalten.

2.Nach dem Knacken zuhause - ich als Mikromounter zerlege meine "Rohware" gerne bis auf Würfelzuckergröße - fallen viele Stücke an, die ich gerne sortiert zur Weiterverarbeitung (z.B. wasserlöslich/waschbar/für HCl bestimmt/weiter knacken/fertig/usw.) ablegen möchte. Dabei suchte ich eine einfache Methode, billige Setzkästen und Sortierschalen einzusetzen.


Methode
Für beide Aufgaben (Transport und/oder Sortieren) nutze ich Verpackungsmüll vom Discounter! Hier speziell die Aufsteller von Zahnpastatuben (siehe Bild 1).
Die blauen Aufsteller eignen sich besonders gut für das Gelände (leicht, handlich), die schwarzen als Sortierschale zu Hause (dicker und fester, siehe Bild 2).

Beide Aufsteller weisen runde Vertiefungen auf, in die unsere Kleinstufen bzw. Minifossilien kommen. Da diese Aufsteller stapelbar sind, entstehen beim Stapeln einzelne, annähernd geschlossene Hohlräume bzw. Kammern. So ist das Reiben der Stüfchen aneinander ausgeschlossen. Mit einem losen Gummiring werden dann ca. 10 Stück gebündelt. Man kann so auf engstem Raum etliche Teile nach Hause tragen.


Vorteile
  • 1. Die Schalen gibt es umsonst.
    Die blauen Aufsteller sind weit verbreitet, die schwarzen habe ich bislang nur bei Lidl, Penny und Netto entdecken können. Die Hersteller sind dazu übergegangen, die Plastikschalen durch Pappe zu ersetzen. Leider wird man schnell bemerken, dass diese Aufsteller nur sehr langsam "frei" werden. Man hüte sich davor, im Handel die Zahnpastatuben aus den Aufstellern zu rupfen und lose zurückzu"stellen". Das sehen die Warenaufpasser der Discounter nicht so gerne ... ::) Es dauert also eine gewisse Zeit, sich einen ordentlichen Vorrat anzuschaffen.
    Zwar kann man zum Sortieren auch die Einsätze/Aufsteller von Pralinenschachteln und Ü-Eiern nehmen, aber die sind entweder nicht stapelbar, nicht stabil genug, zu unhandlich oder man muss sich lange durchfuttern, und das kostet ....
    Achtung: von den schwarzen Aufstellern gibt es mehrere Ausführungen. Nur die 18’er hat hohe Trennwände zwischen allen Kammern.
  • 2. Die Schalen sind aus Kunststoff
    Diese sind wetterfest und abwaschbar; die schwarzen Aufsteller kann man sogar in die Spülmaschine packen (Temperatur beachten!). Hinzu kommt das geringe Gewicht. Das bedeutet im Gelände: kein schweres Papier mehr herumschleppen, das im Regen vielleicht auch noch matschig und schwer wird. Kein Verpackungsabfall beim Auswickeln der Funde zuhause. Wiederverwertbare Verpackung!
    Die blauen Aufsteller sind recht dünnwandig, sollten jedoch eine Sammelsaison halten.
  • 3. Platzsparend
    Günstiges Verhältnis zwischen Brutto- und Nettovolumen.
  • 4. Zeitgewinn
    Kostbare Zeit im Gelände, die zum klassischen Einwickeln der Funde benötigt wurde, steht nun zum Suchen bereit.

Nachteile
  • Im Rucksack ein wenig "sperrig", in Klappboxen allerdings perfekte Raumausnutzung.
  • Die Stüfchen liegen lose in den Kammern, müssen also das Klappern beim Transport aushalten können. Diese Methode verbietet sich also bei bruchempfindlichen Stüfchen bzw. Kristallen (z.B. nadelige freistehende Minerale, wie z.B. Malachit, Natrolith). Ggf. kann man ein viertel Blatt Toilettenpapier je Kammer vorsehen, damit das Stüfchen fest sitzt.
  • Die Stufengröße ist begrenzt und richtet sich nach der Größe der Kammern.


Eine erfolgreiche Sammelsaison 2009.
Haldenschreck

Haldenschreck

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Bild 2

Offline Kupperdroll

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Hallo,Haldenschreck!!

Habe mit Spannung gelesen.!!Top-Idee!!.Werde diese auch ab sofort verwenden.
Ich habe bisher immer Dosen mit Deckel von diversen Lebensmitteln benutzt und bei bedarf mit Küchentüchern ausgelegt.Zu Hause dann aber Pralinenschachteln in Verwendung.Und da hilft die ganze Familie beim Futtern.
Da fällt mir gerade ein:Es kommen ja bald die Blumen in den Handel(Geranien...).Da könnte man ja auch die Transportbehälter nutzen, ODER ?? Hat da schon jemand Erfahrung gemacht??

Offline zippy

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Hallo Haldenschreck,

ist eine Super-Idee. Da werde ich beim nächsten Einkauf mal drauf achten so ein Teil zu bekommen, bisher bin ich immer mit Eierkartons losgegangen. Bei Regenwetter war das problematisch.

Gruß

Zippy

Haldenschreck

  • Gast
nur ein teil hilft dir auch nicht weiter ... erst die masse macht sinn.
haldenschreck

Offline zippy

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Hallo Haldenschreck,
schon richtig, die Masse machts.  Ich wollte die Tuben nicht ausräumen, wie schon von Dir beschrieben.
Also werde ich froh sein überhaupt ein Display zu bekommen.

Gruß

Zippy

Offline Goldi85

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Hallo,

das ist eine sehr praktische Idee. Zumal die Plastik-Schalen so mehrfach verwendet werden können und erst mal nicht zum Müll-Problem beitragen.
Um das ganze um ein passendes "Transportmittel" zu bereichern: Ich hatte vor 2-3 Jahren mal bei einem großen Kafferöster  ;) eine Sackkarre gekauft. Nicht mit schwerem, geschweisstem Stahlrahmen, sondern aus Alu-Rohr und auf kleinsten Platz zusammen zu falten. Das Teil hat als "Achse" auch nicht einfach eine rappelige Metallstange, sondern die Räder sind einzeln befestigt (schwenken beim zusammenklappen ein). Maximal mit 80Kg beladbar, der Griff ist mit weichem Gummi überzogen. Bisher eigentlich nix besonderes, aber wir haben das Teil immerhin mit ca. 20Kg Gepäck den Zemmgrund hochgezogen (jo... etwas verrückt ::)) und ist seitdem in jedem Steinbruch mit. Bisher kein auffälliger Verschleiss  :o
Bin zwar sonst kein Fan solcher Produkte aus Fernost (hatte mal nen Klappspaten für 4€- hat 5min. gehalten...), aber das Teil ist gut. Weiss nur nicht, obs noch irgendwo angeboten wird, vielleicht mal die Augen offen halten...

Gruß  Daniel

Offline Xyrx

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    • Edelsteinzauber
Hallo,

weil du den Klappspaten erwähnst  :) Ich nehme einen aus Armeebeständen (NVA). Robust, klein und fast unkaputtbar. Billig auf Flohmärkten oder beim berühmten Auktionshaus. Als Eimer gibts diese Gummieimer, wenn die leer sind kann man sie einfach zusammenfalten. Allerdings sollte es starker Gummi sein, nicht so ein Billigteil...

Viele Grüße
Xyrx

Offline Goldi85

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Hallo,

Ich verwende mittlerweile einen Klappspaten, den ein Verwandter auf einem ehem. Gelände der US-Armee (vom Klassenfeind  ;D) gefunden hat. Die Teile gibts auch so zu kaufen -auch von anderen Streitkräften- das hält schon etwas mehr aus...
Edit: Klassenfeind natürlich in Bezug auf die NVA, bin ja hier im "Westen"  :o ;D

Gruß  Daniel
« Letzte Änderung: 14 Mar 09, 16:22 von Goldi85 »

Offline Krizu

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Hallo,

dafür nutze ich einen Spaten der NVA in westlichem Boden :-)

Somit ist das Kräfteverhältnis der "Klassefeinde" ausgeglichen.

Mfg

Frank


Offline minuwe

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Hallo Haldenschreck- gute Idee! Hat aber den Nachteil, dass größere Stücke nicht reinpassen. Selber nehme ich die üblichen Kartons aus dem Supermarkt, die ja unterschiedlich hoch sind und die oft solche Obst- Einsätze enthalten. Die sind so weich, dass sich auch gößere Stücke gut einbetten ohne zu verrutschen. Die Einsätze sind teils aus Pappe, teils aus Kunststoff mit unterschiedlichen Vertiefungsgrößen und - abständen. Die Kartons sind sehr stabil, der größte Stapel mit Erzen wiegt ca. 200 kg, das hält der unterste Karton immer noch aus.

Gruß
Uwe

Haldenschreck

  • Gast
danke,
dass die die idee gefällt. nur: die ist ja eben nicht für größere stücke entwickelt worden, sondern für das kleine geraffel, das nur aufwändig einzupacken wäre.

haldenschreck

 

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