Fossilien / Fossils / Fósiles > Literatur Fossilien allgemein
Buch über Muschelkalkfossilien
Conny3:
Hallo,
antiquarisch vielleicht noch zu erhalten: K. WALTHER: Zwölf Tafeln der verbreitetsten Fossilien aus dem Buntsandstein und Muschelkalk der Umgebung von Jena ,Verlag von G. Fischer Jena, 1927
Sehr gute Abbildungen, auch allgemeine Hinweise. Hatte das Buch früher mal leihweise für meine AG verwendet , wo es dann bei der Auflösung der AG "abhanden gekommen war". Später bekam ich es über das Antiquariat wieder.
Gruß Conny
triassammler:
Hallo Matse!
Ja, da stimme ich Dir zu - es ist sehr schwierig, im Muschelkalk einigermaßen komplette Cephalopoden zu finden. Allerdings macht gerade das für mich auch den Reiz aus. Sammlerisch gewinnt ein Stück an subjektivem Wert, wenn es kein alltäglicher Fund ist.
Wie Du allerdings in Gundelsheim noch nie einen kompletten Ceratiten hast finden können, ist mir ein Rätsel. Die Möglichkeiten sind gegeben... Sammelst Du nur freigewitterte, lose herumliegende Stücke, oder birgst Du Fossilien auch aus größeren Blöcken und dem Anstehenden?
Ob ein Stück "ansehbar" ist, hängt natürlich vom Betrachter ab. Teilrekonstruktionen an Fossilien bergen immer die Gefahr, dass man das ursprüngliche Stück durch hinzugefügte Merkmale verfälscht und schließlich ein Kunstprodukt, eine Skulptur, erhält. Die Mehrheit der Sammler steht in der Tat dem Einritzen oder Aufmodellieren von Skulpturelementen an ergänzten Teilstücken skeptisch gegenüber. Bei hinzumodellierten Außenwindungen oder Wohnkammern wird eine Grenze überschritten, weil über deren Form, Größe und Skulptur keine Informationen vorhanden sind und das Ergebnis tatsächlich ein Kunstwerk ist, das nichts mehr mit den natürlichen Objekt zu tun hat. Da würde ich einen gut gemachten Abguss eines vollständigen Originals vorziehen...
Zur technischen Seite: Beton verhält sich auch bei Raumklima anders als der Kalkstein der Fossilien. Es könnte sein, dass im Lauf der Jahre Risse zwischen beiden Materialien entstehen. Für kleinere Ergänzungen an Fehlstellen eignen sich andere Materialien besser.
Gruß,
Triassammler
matse:
Hallo Triassammler,
kann schon sein, dass Zement im Lauf der Jahre Risse kriegen kann. Wenn man den Zement aber mehrschichtig aufträgt und sehr lange mit der Wassersprühflasche befeuchtet, härtet er sehr lange aus. Aus beruflichen Kenntnissen habe ich festgestellt, dass ausgehärteter alter Zement dem Muschelkalk fast gleich kommt. Starke Temperaturschwankungen gibt es auch nicht im Haus. Draußen im Freien würde sich natürlich dieses System nicht eignen, da greifen Frost und Wasser die Grenzflächen der beiden Materialien an, weil das Wasser durch Kapillarität tief eindringt und der Frost den Zement absprengt.
Da ich den Nautilus niemals verkaufen werde, sehe ich da auch nichts schlimmes, wenn er restauriert wurde. Und von anderen Materialien wie Epoxydharz- oder Polyesterharzspachtelmasse halte ich wegen der Giftigkeit bei Verarbeitung nichts.
In Gundelsheim habe ich tatsächlich noch keinen ganzen vollkommenen Ceratiten gefunden. Ich besuche den Steinbruch ca. alle 2-3 Wochen, aber auch mit mehrmonatigen Pausen, wenn ich keine Zeit habe. Meistens fahre ich mit dem Fahrrad hin (50 km hin und 50 km zurück). Es gibt auch sehr viele Sammler, die sich an anderen Tagen dort aufhalten und deren Spuren ich erkenne, wenn zB. Ceratitenteile herumliegen oder andere Steine zurechtgelegt worden, aber nicht mit genommen worden sind.
Aus den Hängen selbst habe ich noch nichts geborgen, weil sie sehr gefährlich sind. Zur Zeit sind auch Schichten abgesprengt, die nicht besonders viele Fossilien aufweisen.
Das ist sehr schwierig. Wenn dann Profis die besten Stücke holen, die näher am Steinbruch wohnen, habe ich kaum mehr eine Chance etwas anständiges zu finden. Aber ich bin dennoch zufrieden, wenn ich etwas finde. Auch die beschädigten Ceratiten haben eine besondere Aura für mich. Jedes Fossil erzählt eine Geschichte und hat einen Charakter. Es ist schon sehr schön, sich im Steinbruch aufzuhalten, vor allem, wenn die wärmende Sonne auf den Pelz scheint und das Gestein in allen Erdfarben leuchtet.
Fast alle Ceratiten die ich besitze, sind nicht restauriert. Welche, die aus dem Stein herausschauen oder in Stein eintauchen lasse ich wie sie sind. Die anderen leicht beschädigten, oder die, die mit versteinertem Ton belegt sind, werde ich mal im nächsten Winter ins freie legen. Ich habe gehört, dass der Ton durch die Frostspannungen abblättert. Die Zementsache war nur eine Idee, die ich an verschiedenen Ceratiten ausprobiert habe. Allerdings betrachte ich sie nicht als Kunstobjekt, wenn sie restauriert sind, sondern nur als eine Nachempfindung der geometrischen Grundform, weil es meinem Auge irgendwie gut tut.
Matse ;)
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