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Foyait, Diabas oder Essexit?
Saxifragus:
Hallo Haldenschreck!
Zu den von Dir angebotenen Varianten:
Ein Foyait (=Nephelinsyenit) kann zwar Deiner Probe ähnlich sehen, aber Foyaite sind in der Regel heller. Zweitens fehlt der Nephelin. Der müßte als zusätzliches Mineral zwischen den Feldspatleisten (Kalifeldspat beim Nephelinsyenit) deutlich zu erkennen sein. Nephelin ist oft grau bis braun und verwittert so schnell, daß sich auf der Oberfläche deutliche Mulden abzeichnen. Verwitterter Nephelin sieht gelbgrau - bräunlich aus.
Auch spricht der rostige Anflug eher für ein Gestein aus der Basaltgruppe, wie Minuwe schon schreibt. Diabase (in der skandinavischen Verwendung des Begriffs) enthalten neben Magnetit auch gern noch Olivin, der bei der Verwitterung Rostspuren hinterlassen kann. Der Anflug kann aber auch aus dem Umgebungssediment des Fundortes stammen.
Für Essexite sind die Chancen auf eine Bestimmung von Hand ganz schlecht, da man auch hier wieder die Feldspatvertreter erkennen muß. Ich kenne nur zwei Essexite, einen aus dem Oslograben, den anderen aus der Tschechei bei Ronstock. Beide würde ich als lose Steine (Geschiebe) nicht sicher als Essexite erkennen. Die Foide sind in dunklen Gesteinen wie Essexiten eine echte Herausforderung.
Da die normalen Diabse in ziemlicher Menge vorkommen und oft genau so ein ophitisches Gefüge haben wie Dein Geschiebe, plädiere auch ich klar für den Diabas (Typ Åsby). Nach neuer Nomenklatur würden man diese Gesteine übrigens "Dolerit" nennen.
Die Diabase kommen als Gangesteine in großer Menge in Skandinavien vor, bis rüber nach Finnland. In Nordschweden (bei Nordinrå, Hohe Küste) gibt es auch mindestens eine massige Ausbildung, wo dieser Typ in kilometergroßer Ausdehnung ansteht.
Saxifragus
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