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Autor Thema: Reinigungstipps zu Mineralien ..  (Gelesen 7284 mal)

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Offline McSchuerf

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Reinigungstipps zu Mineralien ..
« am: 20 Aug 03, 18:31 »
Hallo.. :)

..heute möchte ich Euch einige 'Putztipps' zur Mineralien-Reinigung, etc. vorstellen.. ;) ..

Reinigen, Präparieren und Konservieren von Mineralstufen ...

...lautet übrigens die Überschrift eines Artikels in der LAPIS-Ausgabe vom April 1992
(Seiten 29 - 35)!
Autoren sind J. Otto und L. Senf, Erfurt

Vorbildlich beschreiben die Autoren die 1. Reinigungsoperationen wie
1.1 Beseitigung von lockerem Schmutz,
1.2 Ultraschallreinigung
1.3 Einwirkung von Wasserstoffperoxid (H2O2),
1.4 Zerstörung von Flechten, Moosen und Wurzeln mit Ammoniaklösung,
1.5 Ethanol zur Reinigung von Salzen
1.6 Reinigung von Gipsstufen
1.7 Oberflächenreinigung mit Schleif- und Poliermitteln

und

2. die Präparation
darunter
2.1 Carbonatlösung mit Säuren
2.2 Rostentfernung mit Kaliumhydrogenoxalat (Kleesalz)
2.3 Lösung von Beschlägen auf Kupferstufen
2.4 Entfernung von Silbersulfidüberzügen
2.5 Laugenbehandlung von Antimonmineralien
2,6 Allgemeine Betrachtungen zur Beständigkeit von Mineralien gegen
bestimmte Chemikalien

und

3. die Konservierung
darunter
3.1 Luftdichte Gefäße
3.2 Lacküberzüge

und 4. Hinweise zum Gesundheitsschutz beim Umgang mit Gefahrenstoffen

und 5. eine tolle Tabelle mit einigen Mineralien und ihre Beständigkeit
gegen die dort genannten Chemikalien.

Ich selbst könnte auch noch auf Wunsch eine Löslichkeitstabelle zur
Verfügung stellen.

und hier jetzt die Details = 'Auszüge' zu den o.g. Kategorien.. :)
1. Ultraschallreinigung:
In der Literatur wird die Ultraschallreinigung häufig als elegante
mechanische Reinigungsmethode zur Entfernung hartnäckig aufsitzenden Schmutzes beschrieben.

Dabei wird eine Reinigungsflüssigkeit in Schwingungen versetzt (20.000 - 50.000 Hz). Bei jeder Schwingung entsteht ein Druckstoss, dem eine Vakuumphase folgt. Die dabei enstehende 'Presslufthammerwirkung' entfernt Schmutz, ohne
die Kristalle zu beschädigen, es sei denn, diese wären bereits beschädigt!

In der Regel reicht eine Beschalldauer von 1 Minute.
Es sind Ultraschallbäder mit Volumen von 0,5 - 1 L handelsüblich. Einfache Geräte sind bereits ab 350 DM (rd. 170 €) zu erwerben (z.B. auch auf einigen Mineralienbörsen)

Für Reinigungen mit dieser Methode liegen gute Erfahrungen vor. Ich schaute mir bekannten Sammlern schon öfters bei der Ultraschallreinigung über die Schulter. Eine weitere optische Verbesserung von bereits gereinigten Stufen
konnte mehrfach belegt werden.

ACHTUNG! Wegen der Gefahr von Blutgefässzerstörung bitte nicht in laufendes Ultraschallbad fassen!

2. Zerstörung von Moosen, Wurzeln und Flechten mit Ammoniaklösung ...
... wenn es nur darum geht, die vorgenannten organischen Überzüge und nicht auch noch feinen festsitzenden, mineralischen Schmutz zu beseitigen, kann man sich mit leicht beschaffbarer und recht ungefährlicher Ammoniaklösung behelfen.

Dazu legt man die vorher gut gewässerte Stufe 2-3 Tage in eine Verdünnung aus 2 Teilen 25%iger Ammoniaklösung (Salmiakgeist) - bitte nicht mit 'Himbeergeist' verwechseln und trinken!! und 1 Teil heissem Wasser. In dieser Zeit werden die organischen Substanzen so zersetzt, dass sie sich mechanisch jetzt unter fliessendem Wasser gut entfernen lassen.

Die Behandlung sollte in einem dicht verschlossenem Glasgefäss vorgenommen werden, um die Freisetzung des höchst unangenehm riechenden Ammoniakgases in den Arbeitsraum zu verhindern!
Viel Erfolg!

3. Oberflächenreinigung mit Schleif- und Poliermitteln ...
Es gibt Oberflächenbelege, die sehr fest haften und mit einer Naßreinigung nicht wegzubekommen sind, auch wenn Bürsten oder Pinsel eingesetzt wurden. Es können feine, z.B. Quarz (also = Kieselsäure!)-, Silikat- oder Fluoritüberzüge sein, die glatte Kristallunterlagen oder sonstige wertvolle Matrix (z.B.
'Schatzsuchereartefakt'..) verunstalten.

Überraschende Effekte erzielt man hier durch einfaches Bürsten mit Wasser und einem schleifbaren Zusatz von hoher Feinheit, wie Siliciumcarbid (Korndurchmesser um 20 Mikrometer) oder Aluminiumoxid zum Polieren. Bürste und wertvolle Matrix werden gut mit Wasser benetzt, ein wenig Pulver auf die Stufe bzw.
sonstige Matrix gestreut und die mechanische Behandlung nach allen Richtungen mit entsprechender Vorsicht durchgeführt. Dauer und eventuell Wiederholung der Operation mache man vom beobachteten Resultat abhängig!

Auf gar keinen Fall sollte man die aggressivste aller Säuren - nämlich die Flußsäure (HF) einsetzen. Diese würde zwar 'blitzschnell' die lästigen Kieselsäureüberzüge enfernen aber das Schatzsucherartefakt bzw. die wertvolle Kristallstufenmatrix wäre auch ganz schnell futsch. Ausserdem bekomt man die
HF-Säure sowieso in keiner Apotheke, da einfach zu gefährlich!

4.  ENTFERNUNG VON SILBERSULFIDÜBERZÜGEN -
Durch den Schwefelwasserstoffgehalt der Luft neigen metallische Silberstufen sehr rasch zur Bildung schwarzer Silberüberzüge (z.B. AgS2,..). Durch das Eintauchen in eine 0,1 - 0,2%ige Natriumcyanidlösung lassen sie sich ohne Anwendung aggressiver Chemikalien ablösen. Dieser Vorgang wird auch technisch als Cyanidlaugerei für die Silbergewinnung aus armen Erzen genutzt.

Natriumcanid ist leider stark giftig (!!) und lässt sich nur schwer
besorgen! Es muss auch unbedingt vor dem Zugriff von Kindern oder uninformierten Personen geschützt werden!

Den gleichen Dienst erweisen einem aber auch käufliche Silberputzlösungen, die für Schmuckgegenstände gedacht sind!

5. Zur ROSTENTFERNUNG MIT KLEESALZ -
Auf unseren Sammlungsstücken ist Rost ein häufiger Verwitterungsüberzug!
Oftmals störend, ab und zu aber auch attraktiver natürlicher Farbeffekt, den man
nicht beseitigen sollte.

Ist man sich aber sicher, durch die Entfernung der braunen Beläge einen
positiven Effekt zu erzielen, ist die gesättigte Kleesalzlösung ein sehr
geeignetes Mittel.

Die Stufe wird zuerst gewässert und dann in eine Lösung gelegt, der man
etwas mehr Kleesalz (Kaliumhydrogenoxalat) zusetzt als sich auflöst. Dünne
Rostüberzüge lösen sich bereits bei Zimmertemperatur schnell auf, doch kann es
nötig werden, um nicht tagelang zu warten, die Lösung zu erwärmen, evtl. sogar
einige Zeit zu kochen ...

... nach beendeter Rostauflösung entnimmt man die Stufe aus der heissen
Lösung und gibt sie sofort in siedendes Wasser, dem man 2 - 3 ml Essig zugesetzt
hat ...

.... damit wird das Ausfallen von Calciumoxalat aus der Wasserhärte
vermieden und die Stufe behält ihr klares, sauberes Aussehen. Durch das kochende
Spülwasser wird gleichzeitig das Eindringen von Kleesalzlösung in die Stufe
vermieden!

Wie beim Einsatz von Säuren, scheidet auch hier die Behandlung von
Carbonatparagenesen aus, da sie vom Oxalat zersetzt werden....


Viel Erfolg!.. ;) ;D

Gruß Peter


Quelle: LAPIS-Ausgabe vom April 1992 (Seiten 29 - 35)
Autoren sind J. Otto und L. Senf, Erfurt








« Letzte Änderung: 20 Aug 03, 18:41 von Peter »

Offline Stefan

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Re:Reinigungstipps zu Mineralien ..
« Antwort #1 am: 20 Aug 03, 20:52 »
Hallo Peter,

danke für die Info. Werde wie immer  ;D den Artikel übenehmen wenn Du es genehmigst. Komme aber erst nach meinem Urlaub dazu. Werde für eine Woche in die Türkei fliegen und mit meinem Sohn ein wenig in der Sonne liegn und im Pool planschen.

Gruß Stefan

Offline uwe

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Re:Reinigungstipps zu Mineralien ..
« Antwort #2 am: 20 Aug 03, 21:46 »
Hallo,

als kleine Ergänzung zu den Reinigungstips aus der Literatur:

Ich habe auch schon versucht, organische Beläge mit Ammoniak zu lösen. Der Erfolg war schon recht mäßig. Sehr gute Erfahrungen habe ich aber mit Reinigungsmittel, welches man in herkömmlichen Geschirrspülautomaten benutzt, gemacht. Ich hatte eine alpine Quarzstufe geborgen, die zur Hälfte mit Flechten und außerdem mit Rußalgen (ich weiß nicht ob das der biologisch richtige Name ist) besetzt war.

Ich habe die Stufe 5 Minuten in einer starken Lauge aus Geschirrspülautomatenzusatz gekocht, und dann einen Tage in dieser Lauge sehen lassen. Anschließen liesen sich die organischen Schichten mühe- und restlos mit einem Pinsel entfernen. Derartige Mittel enthalten enzymatische Abbaumittel. Die Lauge ist darüber hinaus angenehm parfümiert und damit genau das Gegenteil einer Ammoniaklösung.

Auch ein mildes Scheuermittel findet man im Haushalt. Behandelt mal eine bereits als gereinigt geltende Stufe mit "VISS" oder ähnlichem. Die Farbe des Schaumes wird bald anziegen, daß noch viel Limonit herunter kommt.  

Vorsicht beim Reinigen alpiner Quarze in der Mikrowelle. Es macht immer mal "klick" und wieder hat sich eine Spitze verabschiedet.

Beim Entfernen von eisenhaltigen Belägen mit Oxalaten muß der chemische Prozeß wirklich genau beherrscht werden sonst hat man keine braunen, dafür aber wesentlich beständigere weiße Beläge - Vorsicht !

Ein Universalmittel ist die gute alte Salzsäure. Ich gehöre nicht zu den "Säurezaren", die jede Sulfitstufe ordentlich absäuern. Aber eine vorsichtige Behandlung mit nicht allzustarker Salzsäure bessert so mache Stufe optisch auf. Außerdem sind die Kristalle durch die zuletzt ausgeschiedenen Karbonate sehr gut geschützt und meist unbeschädigt. Vorsicht, die Stufe vorher mindestens 24 Stunden in Wasser legen, damit sich alle Poren vollsaugen. Sonst dringt die Salzsäure ins innere der Stufe und läßt sich dort kaum vertreiben. Häßliche gelbe Ränder "zieren" derartig unqualifiziert behandelte Stufen.

Glück Auf
Uwe

Offline Stefan

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Re:Reinigungstipps zu Mineralien ..
« Antwort #3 am: 21 Aug 03, 09:01 »
Hallo Peter, hallo Uwe,

Peter ich habe doch noch den Artikel von Dir übernommen  ;D.
Die Löslichkeitstabelle wäre natürlich auch nicht schlecht.

Uwe ich muss mal sehen ob ich irgendwie Deine Tipps mit eingepasst bekomme. Es sei denn Du willst Dich selber daran probieren, was mich sehr erfreuen würde *grins* ;D.

http://www.mineralienatlas.de/phpwiki/index.php/MineralReinigung

Für alle interessierten möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass die Seiten für Jedermann und natürlich auch jede Frau  ;) editierabr sind. Das heißt Ihr könnt alle Eure Tipps und Tricks mit in die oben genannte Seite einbringen (klicke dort links unten den Editieren Button - Tipps am Seitenende beachten). Ich habe leider nicht die Zeit immer alles passend umzuschreiben und einzufügen.

Gruß Stefan
« Letzte Änderung: 21 Aug 03, 09:04 von Stefan »

Offline McSchuerf

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Re:Reinigungstipps zu Mineralien ..
« Antwort #4 am: 21 Aug 03, 14:08 »
Hallo Stefan ..

ja, danke, ist klar.

Schönen Urlaub Dir und Deinem Sohn erst mal, in der Türkei! ;)

Gruß Peter

 

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