Hallo zusammen,
ich möchte mal eine Diskussion anregen, die mich augenblicklich brennend interessiert.
Es geht um folgendes: Nehmen wir einmal an, ich wollte meine Sammlung abgeben, sprich verkaufen. Dann gibt es da mehrere Wege.
Zum Ersten wäre da ein Inserat in Lapis und Co.
Das führt letztendlich dazu, daß man vielen Anrufern erklären muss um was es geht, und was zum Verkauf steht. Naturgemäß versuchen Einige das Schnäppchen des Jahrhunderts zu bekommen, Eine Sammlung für 10% ihres Wertes zu verkaufen halte ich gelinde gesagt für eine Frechheit! Andere wollen nur Rosinen picken. Daß dabei die besten Stücke schnell ihre Liebhaber finden werden ist sicher möglich, aber der Rest, sagen wir mal die Basis einer Lokal/Regional/Systematik-Sammlung bleibt liegen, trotz guter Qualität. Viele Sammler werden sich auch insgeheim sagen: Na der verkauft doch nur große Pakete, das kann ich mir aber nicht leisten.
Der daraus folgende Weg ist der über Ebay.
In Ebay muss man viel Aufwand betreiben für relativ geringe Umsätze. Desweiteren wiederstrebt mir der Gedanke der hinter Ebay steht: Unbedingt das letzte Quentchen aus einem Verkauf rausquetschen bzw. darauf zu hoffen, daß sich einige Bieter gegenseitig in absurde Preisregionen bieten. Umgekehrt läuft es mir kalt den Rücken runter, wenn ein Top-Stück für 1 Euro den Besitzer wechseln muss, nur weil gerade Fussball im Fernsehen ist. Das hat meiner Meinung nach nichts mit dem Hobby zu tun, sondern ist reine Geldschneiderrei auf Basis niedrigster Instinkte. Ebay...ohne mich.
Ok, dann bleibt noch die Möglichkeit sich selbst auf Börsen zu stellen. Aus eigener Erfahrung, die liegt allerdings gut 10 Jahre zurück, ist das mit enormen Kosten (Anreise, Übernachtung, Tischmiete) und fraglichen Erlösen verbunden, zumal dann, wenn man die Preise nicht an die augenblicklichen Trends anpassen sondern "Sammlerpreise" verlangen will.. Auch der Aufwand ist nicht ohne! Ausserdem gibt es nicht soviele Börsen, die ein interessiertes Publikum anziehen, und in einer Halle mit Schmuck und Esotherik zu stehen ist nicht mein Ding. Trotzdem gibt es sicher einige wenige Börsen, die man so besuchen könnte.
Zu Guter letzt gibt es dann noch die Möglichkeit die Sammlung via Internet zu verkaufen. Z.B. würde ja gerade hier im Forum dazu eine Möglichkeit bestehen.
Was macht man aber, bei ca. 8-9000 Stufen und Kleinstufen (ca. 10% größere Stücke ab 4*5 cm, 65 % Kleinstufen und 15% Micromounts, resp. das was in ein Micro-Döschen rein passt). Von jedem ein Foto zu machen ist müßig. Aber z.B. eine Lokalsammlung als Liste anzubieten macht auch keinen wirklichen Sinn, denn unter "Chloanthit, 371 Mine, Hartenstein" kann man sich alles mögliche vorstellen. Das Stück aber zu beschreiben wäre bei diesem Stück vielleicht noch möglich, aber bei 8000?
Dann ist da noch die Problematik, daß man ja eigentlich möglichst viel "aus dem Haus" haben will. Aus rein finanzieller Sicht, wäre ja das Anbieten nur der Top-Stücke vielleicht noch sinnvoll, aber was sind Top-Stücke, und für wen? Und was macht man mit dem Rest, wobei der Rest alles andere als "Börsenware" ist sondern meist nur entweder nicht wirklich das Beste vom Besten oder vom Mineralnamen/Fundort her nicht die allererste Wahl.
Es gibt also verschiedenste Wege, aber welchen sollte man gehen?
Ich fände es toll, wenn mal jemand dazu aus seiner Sicht, sowohl die Erwartungen als "Verkäufer" als auch die Erwartungen als "Einkaüfer" schildern könnte.
So, soviel vorerst aus meiner Feder,
Glück auf
Ulrich