Hallo Rainer,
ich danke Dir für die für mich sehr lehrreiche Erläuterung. Mein geologisches Wissen beziehe ich aus allgemeingehaltener
populärwissenschaftlicher Literatur. Bis ich diesen Stein gefunden habe, kannte ich Flinte nur als Flintknollen. Ich habe davon einige
interessante Exemplare. Und deshalb hatte bzw habe ich mit diesem Flint mein Problem. Nach Deiner Erläuterung kann ich davon
ausgehen, daß dieser Stein ein Flint aus Kreide ist. Grundsätzlich interessiere ich mich als Techniker für Abläufe. Bei diesem Stein die
physikalischen Abläufe, die zur endgültigen Form dieses Steines geführt haben. Die äußeren Flächen des Steines sind Bruchflächen,
darin sind wir uns wohl einig. Betrachten wir uns zum Beispiel mal den dritten Abdruck. So klein und unbedeutend dieser ist, schließe ich daraus, daß das Material des Flintes nach Bildung der äußeren Form noch verformbar (im Sinne von modellierbar) war.
Speziell was die beiden Hohlformen betrifft meine Überlegung. Die Flächen in denen sich diese Hohlformen befinden stehen in
einem Winkel von ca 110° zueinander. Die Grundflächen beider Hohlformen liegen sehr genau dreidimensional parallel zur Oberfläche.
Als Techniker bin ich es gewöhnt rational zu denken. Die rechnerische Wahrscheinlichkeit, daß zu erst die Einlagerungen im Flint da
waren und sich danach die Flächen durch Bruch auch noch bei beiden Hohlformen genau parallel zu deren Grundfläche bildeten
geht eher gegen Null. Das sind so meine Überlegungen.
Grüße
Wolfgang