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Autor Thema: Abdruck in Feuerstein  (Gelesen 18624 mal)

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Offline Mechanic

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Re: Abdruck in Feuerstein
« Antwort #30 am: 19 Jul 09, 11:24 »
Hallo Rainer,

ich danke Dir für die für mich sehr lehrreiche Erläuterung. Mein geologisches Wissen beziehe ich aus allgemeingehaltener
populärwissenschaftlicher Literatur.  Bis ich diesen Stein gefunden habe, kannte ich Flinte nur als Flintknollen. Ich habe davon einige
interessante Exemplare. Und deshalb hatte bzw habe ich mit diesem Flint mein Problem. Nach Deiner Erläuterung kann ich davon
ausgehen, daß dieser Stein ein Flint aus Kreide ist. Grundsätzlich interessiere ich mich als  Techniker für  Abläufe. Bei diesem Stein die
physikalischen Abläufe, die zur endgültigen Form dieses Steines geführt haben. Die äußeren Flächen des Steines sind Bruchflächen,
darin sind wir uns wohl einig. Betrachten wir uns zum Beispiel  mal den dritten Abdruck. So klein und unbedeutend dieser ist, schließe ich daraus, daß das Material des Flintes nach Bildung der äußeren Form noch verformbar (im Sinne von modellierbar) war.
Speziell was die beiden Hohlformen betrifft meine Überlegung. Die Flächen in denen sich diese Hohlformen befinden stehen in
einem Winkel von ca 110° zueinander. Die Grundflächen beider Hohlformen liegen sehr genau dreidimensional parallel zur Oberfläche.
Als Techniker bin ich es gewöhnt rational zu denken. Die rechnerische Wahrscheinlichkeit, daß zu erst die Einlagerungen im Flint da
waren und sich danach die Flächen durch Bruch auch noch bei beiden Hohlformen genau parallel zu deren Grundfläche bildeten
geht eher gegen Null. Das sind so meine Überlegungen.

Grüße
Wolfgang

Offline triassammler

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Re: Abdruck in Feuerstein
« Antwort #31 am: 19 Jul 09, 16:38 »
Hallo Wolfgang,

Zitat
Nach Deiner Erläuterung kann ich davon ausgehen, daß dieser Stein ein Flint aus Kreide ist.
...aus der Kreidezeit!

Zitat
Betrachten wir uns zum Beispiel  mal den dritten Abdruck. So klein und unbedeutend dieser ist, schließe ich daraus, daß das Material des Flintes nach Bildung der äußeren Form noch verformbar (im Sinne von modellierbar) war.
Bisher ist leider noch niemand danebengesessen und hat beobachtet, wie lange es dauert, bis aus einem Kieselgelklumpen eine Flintknolle aushärtet. Allgemein kann jedoch davon ausgegangen werden, dass dies frühdiagenetisch, also noch vor nennenswerter Deformation des Nebengesteins, geschieht. Bei der Vielzahl der Bilder ist mir jetzt nicht mehr klar, welche Stelle mit dem "dritten Abdruck" gemeint war. Wie gesagt musst Du es Dir prinzipiell so vorstellen, dass das Kieselgel einen vorhandenen Hohlraum ausfüllt und dabei Unebenheiten seiner Wandung abformt, und später darin zu einer Flintknolle aushärtet. Es gibt keine Prozesse, die in der duktilen Phase zusätzlich Abdrücke in den Flint pressen könnten.

Was nun Deine Überlegungen zu den Winkeln angeht, kann ich Dir leider gar nicht folgen. Auf welche Hohlformen beziehst Du Dich da?
Auch hier kann ich aber prinzipiell sagen, dass bei zig Milliarden Flintknollen selbst rechnerisch unwahrscheinliche Phänomene durchaus einmal auftreten können  ;)

Gruß,
Rainer

 

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